Drei Künstler – drei Perspektiven

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Die Ausstellung ,,TREI“ wurde am Nationalen Kulturtag eröffnet

Ausgabe Nr. 2943

Bei der Vernissage anwesend waren (v. l. n. r.) Sorin Purcaru, Alexandru Constantin Chituță und Adrian Stoleriu.                
Foto: Eduard RESCHKE

Die Ausstellung „TREI“ (rumänisch für „drei“) bringt in Hermannstadt drei zeitgenössische künstlerische Positionen zusammen, die sich in ihrer Unterschiedlichkeit ergänzten. Die Werke von Dragoș Pătrașcu, Sorin Purcaru und Adrian Stoleriu zeigen im Touristeninformationszentrum im Foyer des Rathauses am Großen Ring eindrucksvoll, wie vielfältig zeitgenössische rumänische Kunst sein kann.

 

Eröffnet wurde die Ausstellung anlässlich des Nationalen Kulturtags am 15. Januar 2026 im touristischen Informationszentrum. Kuratiert von Dr. Alexandru Constantin Chituță war „TREI“ Teil des Programms Axele Culturale Brukenthal (Die Brukenthal-Kulturachsen), einem kulturellen Kooperationsprojekt.

Zu den Partnern der Veranstaltung zählten die Nationale Kunstuniversität „George Enescu“ Iași, der Verband der Bildenden Künstler Rumäniens – Filiale Iași, das Städtische Museum „Regina Maria“ in Iași sowie das Bürgermeisteramt in Hermannstadt. Als Hommage an den rumänischen Nationaldichter Mihai Eminescu knüpfte „TREI“ an die biografische Verbindung des Dichters zu den beiden Städten an.

Inhaltlich überzeugte die Ausstellung durch die klare Gegenüberstellung dreier eigenständiger künstlerischer Handschriften. Dragoș Pătrașcu, der bereits mit einer Ausstellung im Museum für zeitgenössische Kunst vertreten war, zeigte Arbeiten aus seinem Projekt „Desenez ca și cum ar conta“ (Ich zeichne, als würde das zählen). Seine Zeichnungen bewegen sich zwischen feiner Sensibilität und expressiver Schärfe.

Sorin Purcaru, regelmäßig präsent beim Internationalen SCAF-Festival für Zeitgenössische Kunst in Hermannstadt, zeigte Skulpturen aus Stahl und Bronze, gefertigt aus Metallfragmenten und gefundenen Objekten. Die Skulpturen wirken wie poetische Figuren, die den Betrachtenden Raum für eigene Interpretationen eröffnen.

Adrian Stoleriu, Dekan der Fakultät für Kunst an der Nationalen Kunstuniversität „George Enescu“, war im Vorjahr mit der Ausstellung „Jocuri de putere“ (Machtspiele) im Brukenthalpalais vertreten. In Hermannstadt präsentierte er Arbeiten aus der Serie „Zodiile războiului“ (Die Sternzeichen des Krieges), einer visuellen Reflexion über die Konflikte der Gegenwart. Seine Werke thematisieren geopolitische und wirtschaftliche Machtstrukturen.

In dieser Konstellation entwickelte sich eine Ausstellung, die auf inhaltliche Tiefe und nachhaltige Wirkung setzte. Zwischen kritischer Analyse und kreativer Freiheit eröffnete sich ein vielschichtiger Raum, der die Rolle zeitgenössischer Kunst als gesellschaftliches Reflexionsmedium unterstrich.

Eduard RESCHKE

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Kunst.