Leicht über dem langjährigen Durchschnitt

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Ausgabe Nr. 2444
 

Ergebnisse der Storchenzählung 2015 im Kreis Hermannstadt

 

Die Störche ziehen dieser Tage wieder gen Süden. Um zu wissen, wie viele es waren, hat Friedrich Philippi gemeinsam mit zwei Brandenburgern auch in diesem Jahr eine Storchenzählung durchgeführt. Er berichtet im Folgenden:

    Bei der Zählung halfen mir wieder Anselm und Matthias Ewert aus Brandenburg, die ganze Landstriche ohne mich gezählt haben, weil ich es zeitlich nicht geschafft habe, immer mit zu fahren.

Hier in Stichworten das Ergebnis: Wir haben in 102 Orten 184 besetzte Horste gefunden, von denen 65 Prozent auf  Masten sind. Leider sind in unserem Kreis vom Elektrischen Werk immer noch keine Nisthilfen auf diese Masten angebracht worden, wie das in den  Nachbarkreisen längst der Fall ist. Im Gegenteil: Es wurden  Storchennester von den Strommasten in Loamneş und Orlat entfernt, obwohl  das dem Naturschutzgesetz widerspricht! In Loamneş gab es deswegen in diesem Jahr keine Störche mehr!  Wo es doch Nisthilfen (Untersätze)  gibt, geht das auf die Initiative einiger weniger Tierliebhaber zurück.

Ganz besonders ist das in Grossau der Fall, wo Frau Gritu nicht nur  ständig gegen 40 verletzte Störche pflegt, sondern auch die Untersätze  im Dorf hat anbringen lassen. Ihre Mühe wurde in diesem Jahr nicht nur durch die 83 Storchenjungen in den 32 Nestern von Grossau belohnt. Sie  hatte über dem Storchennest vor ihrem Haus eine Videokamera montieren  lassen und gleich auch das Glück, dadurch die Aufzucht von sechs  Jungstörchen (im Bild oben) beobachten zu können. Sechs Junge in einem Nest haben wir  bisher nur sehr selten beobachten können.

Im Nachbarort Orlat sind vom Elektrischen Werk gleich mehrere Nester  abgenommen worden und statt dessen senkrechte Holzlatten auf den Mast  gebunden worden, um einen erneuten Nestbau zu verhindern. Das war  vergeblich, denn die Störche fanden z. T. andere Masten und die Zahl der  Jungstörche ist in Orlat sogar größer geworden (8 Nester mit 22 Jungen)  als im Vorjahr (10 Nester mit 17 Jungstörchen). Wenn sich in Orlat z. B. das Bürgermeisteramt für das Anbringen von Nisthilfen einsetzen würde, dann könnte Orlat mit Grossau in der Zahl der Storchennester konkurieren, was ja eine Touristenattraktion wäre.

Nester mit fünf Jungstörchen fanden wir in Alămor, Armeni, Stolzenburg, Sălişte, Orlat, Cârţişoara, Mohu, Veştem, Boiţa, Cornăţel, Rothberg und Grossau (3). Insgesamt zählten wir 453 Jungstörche. Die Ergebnisse bewegen sich leicht über dem langjährigen Durchschnitt.

In den letzten 27 Jahren seit ich die Störche im Kreisgebiet zähle, war der durchschnittliche Bruterfolg erfolgreich brütender Paare 2,95 Jungstörche.

In diesem Jahr erreichte diese Zahl 3,23, was einen guten Wert darstellt.        

Friedrich PHILIPPI

 

Flugunterricht: Auf dem Dach eines Hauses in Großau haben sich die Jungstörche aufgereiht wie zum Flugunterricht. Sie werden bald auch unterwegs sein gen Süden und kommen vielleicht im nächsten Jahr wieder, um ein eigenes Nest zu bauen.                              

Foto: Beatrice UNGAR

 

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Soziales.