Wissenschaft und Kunst

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Ausgabe Nr. 2444
 

Aus den Kulissen der Restaurierungswissenschaft

 

„Der Zauber der Restaurierung – 40 Jahre wissenschaftliche Restaurierung" lautet der Titel der Ausstellung, die von der Abteilung für Restaurierung und Konservierung des Brukenthalmuseums am 11. August im Multimedia-Saal des Blauen Stadthauses eröffnet wurde. Von Belang sind jedoch nicht die ausgestellten Exponate, u. a. restaurierte Kruzifixe aus dem 18. Jahrhundert oder kleine Statuetten, vergoldete Wanduhren oder verschiedene Bilder mit idyllisch religiösen Szenen, sondern die Absicht der Veranstalter ist es, dem Publikum einen Einblick in die Arbeit der Restaurateure zu bieten.

 Das Metier des Restaurators beinhalte in sich das Zusammenwirken von Wissenschaft und Kunst, so Dr. Dorin Barbu, der Leiter der Abteilung. Anlass dieser Sonderausstellung ist das 40. Gründungsjubiläum der Abteilung für Restaurierung und Konservierung des Brukenthalmuseums.

Dr. Barbu hatte auch die Initiative, zu zeigen, wie z. B. aus kleinen, angeblich unwichtigen und nicht mehr zu rettenden Bruchstücken der Restaurierungsexperte einem Gegenstand ein neues Leben schenkt. Barbu sagte bei der Vernissage: „Das Kulturgut kann nicht weiter leben, wenn es nicht restauriert ist". Die Ausstellung thematisiert zwei große Bereiche: Die Vorstellung der Exponate, die aus verschiedenen historischen Epochen stammen und die Darstellung des Restaurierungsprozesses.

Gegründet wurde die Abteilung für Restaurierung und Konservierung des Brukenthalmuseums im Jahre 1975. Die damaligen Zeiten wurden von Mangel an Logistik geprägt. Die dunkle politische Realität der Anfangszeit konnte aber die Bildung und Spezialisierung der Forscher oder die Errichtung der elf Labors der Abteilung nicht behindern. Die ausgebildeten Restaurierungs- und Konservierungsexperten hätten bewiesen, dass die Abteilung bestens aufgestellt ist und für besondere Herausforderungen ausgestattet sei, sagte Ion Budileanu, ehemaliger Leiter der Abteilung für Restaurierung und Konservierung des Brukenthalmuseums. Die Ausstellung habe u. a. einen didaktischen Charakter. Es handele sich beim Prozess der Restaurierung weder um eine billige Vorgehensweise des Übertünchens oder Überpinselns noch um eine nicht fachgerechte Politur irgendwelcher Exponate, sondern um eine enge Zusammenarbeit mehrerer Spezialisten. Deren Arbeit wurde durch angeheftete Bilder von Exponaten veranschaulicht. Das Publikum solle informiert werden darüber, was der Prozess der „Wiedergeburt" eines fast verlorenen Gegenstandes, bedeutet sagte Dr. Alexandru Lungu, ehemaliger Direktor des Brukenthalmuseums). Zum Ausklang der Vernissage überreichte Generaldirektor Prof. Dr. Sabin Luca allen Mitarbeitern und Angestellten der Abteilung ein Ehrendiplom für ihre Leistung und ihr Engagement im Dienste der Wissenschaft und der Kunst.

Die Ausstellung ist bis zum 30. September 2015 zu besichtigen.

Dragoș COJOCARIU

 

Bei der Vernissage (v. l. n. r.): Răzvan Pop, Leiter der Kulturdirektion des Kreises Hermannstadt, Prof. Dr. Sabin Adrian Luca, Generaldirektor des Brukenthalmuseums, Dr. Dorin Barbu, der amtierende Abteilungschef, und Ion Budileanu, der frühere Chef der Restaurierungsabteilung.       

Foto: der Verfasser

 

 

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Kunst.