Den Dank zum Klingen gebracht

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Groß und Klein feierte in Hammersdorf musikalisch und kulinarisch das Erntedankfest

Ausgabe Nr. 2979

Nach dem Gottesdienst stellte sich die Festgemeinde zum gemeinsamen Gruppenfoto vor die ehemalige evangelische Volksschule auf.                                                                                                                                      Foto: Simon TARTLER

Die bunten Blätter der Hecken am Eingang zur Kirchenburg glänzten in der Herbstsonne, welche gemeinsam mit dem strahlend blauen Himmel die Gottesdienstbesucher am vergangenen Sonntag in Hammersdorf empfing. Der Gemeindeverband Hermannstadt der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien hatte hierher zur Feier des Erntedankfestes eingeladen, wobei über 230 Gäste aus dem gesamten Gemeindeverband, aber auch darüber hinaus, der Einladung gefolgt waren.

Allesamt wurden sie in der romanischen Basilika von Pfarrer Hans-Georg Junesch zum Festgottesdienst begrüßt. Der Altar und der ganze Innenraum waren reichlich mit Erntegaben geschmückt, welche fleißige Hammersdorferinnen vorab herbeigebracht und geschmackvoll ausgelegt hatten. Vor dieser Kulisse stand der gesamte Gottesdienst im Zeichen des Dankes für die Ernte aber auch darüber hinaus.

Zur musikalischen Gestaltung trugen alle Chöre der Hermannstädter evangelischen Kirchengemeinde A. B. maßgeblich bei: Der Bachchor und der Jugendchor auf der Empore vereinten sich mit dem Kinderchor, welcher sich vor dem Altar eingefunden hatte. Mit inhaltlich zu der Dankesthematik passenden Stücken sorgten sie unter der Leitung von Jürg Leutert, Brita Falch-Leutert und Zsuzsánna Molnár für ein rundes Klangerlebnis. Es erklangen Lieder wie „Danke für die Früchte“, „Sonne und Mond hast du gemacht“.

Der Gesang erreichte seinen Höhepunkt schließlich im Einstimmen der Festgemeinde in den bekannten Choral „Nun danket alle Gott“, welcher den Abschluss des feierlichen Gottesdienstes bildete.

Als die Besucher die Kirche verließen, erwartete sie bereits der Kinderchor, um mit „Blätterfall, Blätterfall“ auf den Herbst einzustimmen, wobei der Hermannstädter Bachchor mit dem siebenbürgisch-sächsischen Volkslied „Harwestgedanken“ diese Botschaft auf wehmütige Weise noch mehr betonte. Das Wahl des Liedes war eine Hommage an die 1906 in Malmkrog geborene und 1989 in Traunreut gestorbene Liederdichterin Grete Lienert-Zultner, deren 120. Geburtstag auch beim 36. Sachsentreffen in Schönau gedacht worden war.

Anschließend fand man sich in die Aula der Schule zum geselligen Teil des Festes ein. Die Gäste erwartete eine schmackhafte Tokana mit frischem Brot und eingelegten Beilagen, ebenso frischer Traubensaft und Nusstrietzel. Die köstlichen Speisen boten jedem die Möglichkeit, Gottes reiche Gaben zu kosten und bei guten Gesprächen in Gemeinschaft Zeit zu verbringen. Während die Jugendgruppe der evangelischen Kirchengemeinde Hermannstadt für die Kinder ein vielfältiges Kinderprogramm vorbereitet hatte, genossen die Gäste in der Aula das gemeinsame Singen. Unter Klavier- und Geigenbegleitung stimmten alle begeistert in das Siebenbürgenlied, Erntelieder und verschiedene siebenbürgisch-sächsische Volkslieder ein.

Die Musik war somit heuer beim Erntedankfest in besonderer Weise omnipräsent und zeugt von dem reichhaltigen musikalischen Leben der Hermannstädter evangelischen Kirchengemeinde. Und genau dieses Singen und Musizieren von Klein und Groß, ist eines der geeignetsten Mittel, der Kernbotschaft dieses Festes Ausdruck zu verleihen: dem Dank für die reiche Ernte und Gottes Güte.

Fabian LUTSCH

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Im Jahreslauf.