Das Gartenfest des Erasmus-Büchercafés war mehreren Jubiläen gewidmet
Ausgabe Nr. 2968

Die Band der Charlotte-Dietrich-Schule brachte unter der Leitung des Musiklehrers Costi Mihai Schwung in das Geschehen im Innenhof des Teutsch-Hauses. Fotos: Beatrice UNGAR
Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir 50“ hat das Erasmus-Büchercafé am Freitag, den 17. Juli, von 10 bis 22 Uhr ein Gartenfest im Hof des Friedrich-Teutsch-Hauses veranstaltet. Anlass dazu boten mehrere Jubiläen befreundeter Organisationen, die in diesem Jahr gefeiert werden: 20 Jahre seit der Eröffnung des Erasmus-Büchercafés, 20 Jahre seit der Gründung des Diakoniewerks Rumänien, 10 Jahre seit der Eröffnung der Charlotte-Dietrich-Schule, eine deutsche Auslandsschule in Hermannstadt.
Das Programm umfasste Kerzen- und Filzworkshops, einen Collagenworkshop, eine Lesung mit Pfarrer Hans Hamrich, der im vergangenen Jahr sein Buch „Zeiträume unter dem Atem Gottes“ im Schiller-Verlag veröffentlicht hat, ein Konzert mit der Band der Charlotte-Dietrich-Schule unter der Leitung von Costi Mihai. Zum Abschluss gab es eine DJ-Party, bei der bis 22 Uhr einige der Anwesenden trotz hoher Außentemperaturen mit viel Genuss das Tanzbein schwangen. Die meisten Anwesenden aber suchten schattige Plätze auf.

Bei der sehr gut besuchten Lesung am Nachmittag herrschte gute Stimmung: Birgit Hamrich, Hans Hamrich, Jens Kielhorn und Steffen Tuschling (v. l. n. r.). Fotos: die Verfasserin
Während des gesamten Tages gab es einen 20-prozentigen Rabatt auf alle Bücher, sowie eine Ausstellung mit Werkstattobjekten und Gemälden, die zum Verkauf angeboten wurden.
Für den Gaumen gab es Kuchen, Waffeln, Hotdogs und Eis von der Eisdiele „Heiß und Eis“, die in diesem Jahr 10 Jahre seit ihrer Eröffnung feiert.
Also hätte das Motto eigentlich lauten müssen: „Gemeinsam sind wir sechzig“…
Nun zu den Jubilaren: 20 Jahre seit der Eröffnung feierte das Erasmus-Büchercafé. Diese Einrichtung hat sich aber in den 20 Jahren erweitert. Betreiber Jens Kielhorn hat inzwischen weitere Buchhandlungen eröffnet: In Hermannstadt die „Schiller“-Buchhandlung, in Temeswar die Buchhandlung „AM DOM“, in Birt-
hälm die Buchhandlung „Sachsenbischof“.

Florin, einer der in der Werkstatt des Diakoniewerks tätigen Betreuten, zeigt stolz eine seiner aus Karton gebastelten „Kommandozentralen“.
Kielhorn hat inzwischen auch den Schiller-Verlag gegründet, in dem vor kurzem auch das Buch „Zeiträume unter dem Atem Gottes“ von Hans Hamrich erschienen ist, der am Nachmittag gemeinsam mit seiner Gattin Birgit Hamrich und seinem ehemaligen Studienkollegen Steffen Tuschling eine Lesung bot. Da die HZ schon eine von Dr. Sunhild Galter verfasste Rezension des Buches veröffentlicht hat (Ausgabe Nr. 2941/19. Dezember 2025), oder vielleicht gerade deshalb kamen zahlreiche Interessierte dazu. Nachdem er eigenhändig weitere Stühle herangetragen hatte, begrüßte Gastgeber Kielhorn alle aufs Herzlichste und übergab das Wort an den Moderator Steffen Tuschling, seines Zeichens Gefängnisseelsorger in Deutschland. Tuschling erzählte zunächst von seiner ersten Begegnung mit dem Autor, als er am Theologischen Institut der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien ein Auslandsstudium absolvierte. Hamrich gehörte zu den erfahrenen Studenten, da der 1957 geborene Pfarrerssohn spät zur Theologie gefunden hatte. Bekannt sei er, so Tuschling gewesen, weil er eine gelbe Skoda fuhr… Hamrich selbst erzählte, warum er aufgeschrieben hat, wie Gott in seinem Leben gewirkt hat. Zunächst waren die Aufzeichnungen für seine Gattin und seine Tochter Sara gedacht. Er freue sich, dass dieser Roman nun einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung steht.
Beatrice UNGAR