Mauereinsturz an der Kirchenburg Meschen

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Fachleute untersuchen Ursachen und planen weitere Schritte, Gegend ist gesichert

Ausgabe Nr. 2963

Ein Teil der äußeren Ringmauer der Meschener Kirchenburg ist am Sonntag, dem 14. Juni eingestürzt.                                             Foto: Kulturministerium

Das Rumänische Kulturministerium veröffentlichte Anfang der Woche auf den Social Media-Seiten Fotos mit einer gestürzten Mauer an der Kirchenburg in Meschen. Experten untersuchen die Ursachen und planen die nächsten Schritte, so die Pressemitteilung der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien (EKR).

Im Namen des Bischofs der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, Reinhart Guib, sendete Pressesprecher Hans Königes eine kurze Pressemitteilung zur Situation in Meschen/Moșna, Kreis Hermannstadt: Am Sonntag, dem 14. Juni, in der Früh, kam es an der Kirchenburg Meschen zu einem plötzlichen Einsturz eines Abschnitts der äußeren Ringmauer. Personen wurden nicht verletzt. Der betroffene Bereich wurde unmittelbar nach dem Vorfall abgesperrt und gesichert.

Da in den sozialen Medien bereits zahlreiche Spekulationen kursierten, stellt die EKR und das Bezirkskonsistorium Mediasch folgendes fest: Gleich am darauffolgenden Montag trafen sich 14 Fachleute aus verschiedenen Institutionen, um den Schaden zu begutachten und das weitere Vorgehen abzustimmen. Vor Ort waren Vertreter des Denkmalschutzes, der Denkmalpolizei, Architekten, Statiker und Ingenieure, Vertreter des Bürgermeisteramtes Meschen, der Kirchengemeinde, sowie des Bezirkskonsistoriums Mediasch. Ziel des Termins war es, den Schaden präzise zu erfassen, mögliche Ursachen zu analysieren und erste Maßnahmen zu koordinieren.

Die Experten halten mehrere Faktoren fest, die den Einsturz begünstigt haben können: extreme Witterungseinflüsse der vergangenen Jahre, starker Pflanzenbewuchs im Mauerwerk und Vi-brationen durch den Schwerverkehr, der unmittelbar an der Burg vorbeiführt.

In den letzten drei Jahrzehnten wurden an der Kirchenburg umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Auch der bereits früher gesprungene Turm, der an den betroffenen Mauerabschnitt grenzt, wurde gesichert und im Fundamentbereich konsolidiert. Nach aktuellem Kenntnisstand war der Einsturz nicht vorhersehbar.

Die betroffene Fläche wurde provisorisch gesichert. Nach einem statischen Gutachten zum Turm können die Aufräumarbeiten beginnen.

In den kommenden Wochen folgen weitere fachliche Gutachten, Vorschläge zur dauerhaften Sicherung des Areals, sowie Optionen für einen Wiederaufbau des eingestürzten Mauerabschnitts. Die Kostenfrage für Sicherung und Wiederaufbau ist derzeit noch offen.

„Die Kirchenburg in Meschen beherbergt eines der größten Gotteshäuser des Gebietes an der Kokel und ist eines der schönsten Siebenbürgens“, so die Beschreibung der Stiftung Kirchenburgen.     Foto: kirchenburgen.org

Ulf Ziegler, als Bezirksdechantenstellvertreter, erklärte dazu: „Die Kirchenburg von Meschen ist ein wertvolles Kulturerbe unserer Region. Wir danken allen beteiligten Fachleuten und Behörden für die schnelle und konstruktive Zusammenarbeit. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Anlage zu sichern und ihre Zukunft zu gewährleisten.“

In dem kurzen Informationstext des Kulturministeriums über den Einsturz der Mauer wurde auch angekündigt, dass das Gebiet von den Lokalbehörden abgesichert wurde. „Um jegliche Gefahr für die Bevölkerung auszuschließen und das historische Denkmal zu schützen, wurden die für den 13. und 14. Juni geplanten Führungen ausgesetzt. Das Kulturministerium steht in ständigem Kontakt mit den lokalen Behörden, der Kulturdirektion Hermannstadt und Fachleuten aus dem Bereich des Kulturerbes, um die Situation zu bewerten und die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung der betroffenen Elemente sowie die erforderlichen Eingriffe festzulegen. Ersten Informationen zufolge wurde am Nordturm im Jahr 2017 mit Zustimmung des Kulturministeriums eine Notfallmaßnahme durchgeführt. Die Stütz- und Sicherungsarbeiten wurden aus Mitteln des Bezirkskonsistoriums Mediasch der Evangelischen Kirche A. B. finanziert. Die Entwicklung der Situation wird ständig überwacht, und offizielle Informationen werden bekannt gegeben, sobald sie im Anschluss an die Untersuchungen der zuständigen Behörden vorliegen.

Ruxandra STĂNESCU

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Allgemein.