Äußerst bedrohliche politische Lage

Pressemitteilung des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien

Ausgabe Nr. 2978

Der DFDR-Landesvorsitzende Dr. Paul-Jürgen Porr (links) und der Laudator, DFDR-Geschäftsführer Benjamin Józsa (rechts) gratulierten als erste Beatrice Ungar zur Verleihung der Goldenen Ehrennadel. Die Laudatio ist weiter unten zu lesen. Foto: Cynthia PINTER

Die Vertreterversammlung des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) trat am Freitagnachmittag, dem 25. September, zu einer ordentlichen Sitzung im Spiegelsaal des Forumshauses in Hermannstadt zusammen. Die Sitzung wurde vom DFDR-Vorsitzenden Dr. Paul-Jürgen Porr geleitet, an ihr nahmen Vertreter aller fünf Regionalforen, Geschäftsführer der DFDR-Stiftungen und ADJ-Vorsitzende Corina Stănese, der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganț sowie Unterstaatssekretär im Departement für interethnische Beziehungen (DRI) Thomas Șindilariu teil. Ebenda hatte zuvor der Vorstand des DFDR getagt. Weiterlesen→

Buchstabengetreu

Ausgabe Nr. 2978

„Buchstabengetreu. Lektüre, Wissen und Gemeinschaft bei den Siebenbürger Sachsen in der Vormoderne“ lautet der Titel der Sonderausstellung, die am Dienstag der Vorwoche im ehemaligen Landkartenkabinett im Brukenthalpalais eröffnet wurde und daselbst bis zum 27. März 2027 zu sehen sein wird. Die von Dr. Adinel Dincă kuratierte Ausstellung widmet sich der Bildungskultur der Siebenbürger Sachsen in der Zeit vor der Reformation. Handschriften, frühe Drucke und Fragmente erzählen von den Menschen, die diese Bücher in Kirchen und Schulen lasen, nutzten und über Generationen bewahrten. Im Dialog mit zeitgenössischer Kunst wird diese fast vergessene Wissenswelt überraschend gegenwärtig. Werke von Simina Oprescu, Ciprian Mureșan, Flavia Pitiș, Nicolae Romanițan, Emilian Pospaii und Nicoleta Radu eröffnen neue Perspektiven auf das historische Material. Sie fragen danach, wie Wissen bewahrt, gelesen, weitergegeben und immer wieder neu interpretiert wird. Das Teutsch-Haus ist auch in der Ausstellung vertreten: Das Landeskirchliche Museum stellte das Lesepult aus Rosch als Leihgabe zur Verfügung und unterstützte Kurator Dr. Dincă bei der Auswahl der zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler.                                     Foto: Beatrice UNGAR

 

Neue Interpretationen und Ideen

Die Gusto Gräser Gesellschaft traf sich zum vierten Workshop

Ausgabe Nr. 2978

Gruppenbild mit den Teilnehmenden vor dem Höhleneingang.

Der 1879 in Kronstadt geborene Gusto Gräser blieb lange nach seinem Tode (1958 in München) vergessen, bis der damalige Germanistikstudent Hermann Müller ihn entdeckte und alles über ihn sicherte, sammelte, ordnete und noch jetzt im Alter von 95 Jahren ihm sein ganzes Leben widmete. Ein Großteil seines riesigen Archivs hat er nun unter anderem dem Archiv des Siebenbürgischen Instituts auf Schloss Horneck in Gundelsheim übergeben. Gräsers Enkel, Reinhard Christeller, betreut bis heute die Homepage „gusto-graeser.info“, auf der die Werke und Gedanken des Naturphilosophen, Dichters und Hippies sichtbar und lebendig werden.Weiterlesen→

Erfolgreiches Guitar Meeting

Ausgabe Nr. 2975

Mehr als 1200 Gitarrespielerinnen und -spieler aller Altersklassen, aber vor allem Kinder und Jugendliche, haben an dem 12. Guitar Meeting in Hermannstadt teilgenommen. Ein emotionaler Moment war der Auftritt von Andrei Găluț, dem Sänger von Goodbye to Gravity, erstmals wieder mit den Teilnehmenden elf Jahre nach der Tragödie im Club Colectiv. Unser Bild: Am Tag 2 auf dem Großen Ring vor der Abfahrt ins ASTRA-Freilichtmuseum, wo u. a. ein gemeinsames Konzert stattgefunden hat, zeigten alle Beteiligten ihre Gitarren und konzertierten in kleinen Gruppen.                

Foto: Ovidiu MATIU

Sommerschule Stolzenburg

Ausgabe Nr. 2975

Blick auf das Ensemble von Pfarrhaus, Umfassungsmauer und Kirche in Stolzenburg. Im Vordergrund entstehen die temporären Holzkonstruktionen der Sommerschule.                                                     Foto: Ulrich BAIERLIPP

Wie kann ein historischer Pfarrhof zu einem lebendigen Ort der Begegnung, der Gastlichkeit und der Kontemplation werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich Studierende der Berner Fachhochschule im Rahmen der Sommerschule Stolzenburg 2026 unter der Leitung von Prof. Ulrich Baierlipp und Prof. Beat Löliger. Auf Initiative von Marianne Hallmen, gebürtige Stolzenburgerin und Präsidentin des Vereins der Siebenbürger Sachsen in der Schweiz, entwickelten sie während zweier intensiver Arbeitswochen Ideen und räumliche Ansätze.Weiterlesen→

60. Hermannstädter Töpfermarkt

Ausgabe Nr. 2973

Der 60. Hermannstädter Töpfermarkt auf dem Großen Ring/Piața Mare findet am Samstag, den 5. September und am Sonntag, den 6. September, jeweils zwischen 8 und 22 Uhr, statt. Es gibt Schautöpfern und Workshops auch für Kinder. Veranstalter sind der Kreisrat Hermannstadt, das Kreiszentrum für die Erhaltung und Förderung der traditionellen Kultur „Cindrelul-Junii Sibiului” und das ASTRA-Museum.

Foto: Ruxandra STĂNESCU

 

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2973

Ursulinenkloster für 6,25 Millionen Euro

Hermannstadt. – Die römisch-katholische Erzdiözese Alba Iulia will das ehemalige Ursulinenkloster für 6,25 Millionen Euro verkaufen, das Hermannstädter Bürgermeisteramt will das Vorkaufsrecht nicht ausüben. Der Kauf des denkmalgeschützten Gebäudes mit einem Grundstück von ca. 8.000 Quadratmeter wurde von mehreren Direktionen des Bürgermeisteramtes untersucht und abgeschlagen. Auf dieser Grundlage hat Bürgermeisterin Astrid Fodor dem Hermannstädter Stadtrat gestern, in der monatlichen Sitzung, einen entsprechenden Beschlussentwurf zur Genehmigung vorgelegt. Der Kauf würde „erhebliche Kosten für die Wiederaufnahme des Betriebs in der Immobilie und deren Anpassung an die derzeit geltenden technischen, funktionalen, sicherheitstechnischen und energieeffizienten Standards“ mitbringen, so das Amt.

Fünf Tage nachdem das Bürgermeisteramt den Kaufvorschlag von der Erzdiözese erhalten hat, also am 25. August, hat „Therme Group“ die Absicht mitgeteilt, die Immobilie zu erwerben und insgesamt 40 Millionen Euro zu investieren, um hier ein Zentrum für Kunst, Patrimonium und Kultur zu eröffnen. (RS)Weiterlesen→

Nachhaltige Motivation ohnegleichen

UNRMI feierte 35. Gründungsjubiläum mit Einsatz an der Michelsberger Burg

Ausgabe Nr. 2972

Blick auf die romanische Basilika von Süden.         Foto: Michael HENNING

Der romanischen Basilika in der Michelsberger Burg hat sich der Landesverband der Restauratoren von historischen Denkmälern aus Rumänien (UNRMI) mit Unterstützung der Siebenbürgisch-Sächsischen Stiftung und einschlägiger Verbände und Planern sowie Sponsoren angenommen. Unter dem Motto „Ein Dach für die Burgkirche“ wurden am Dach vom 10. bis 16. August in freiwilliger Arbeit Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Die Dacheindeckung aus Tonziegeln und die Unterkonstruktion wurde repariert, auch einige Reparaturen an der Ringmauer werden durchgeführt sowie eine Ausstellung in der Kirche eingerichtet. Der Verband feierte damit 35 Jahre seit seiner Gründung im Jahr 1991 mit einem konkreten und ehrenamtlichen Einsatz zum Schutz des baulichen Kulturerbes. 2023 wurden 800 Jahre seit der ersten urkundlichen Erwähnung der Burg gefeiert. Nun fand drei Jahre danach ein notwendiger Einsatz statt, mit dem wohl kaum jemand gerechnet hatte. Am wenigsten die Evangelischen in Michelsberg, wie der Kurator der evangelischen Kirchengemeinde, Michael Henning, der HZ berichtete. Weiterlesen→

Blumenpracht

Ausgabe Nr. 2972

Ein Meer aus roten, rosa und weißen Blüten schmückt die Brücke über den Zibin am Zibinsmarkt. Üppige Blumenampeln voller Hängegeranien schweben über dem Gehweg und verwandeln die Brücke an sonnigen Sommertagen in eine farbenfrohe Promenade. Auch für die Autofahrer der stark befahrenen Brücke ist die Blumendekoration ein echter Hingucker. Die Zibinsbrücke steht übrigens in Konkurrenz mit dem Bahnhofsviadukt – der ähnlich prachtvoll dekoriert wurde – für die schönste Brücke der Stadt.             

Fotos: Cynthia PINTER

,,Es geht um Gemeinschaft und Heimat“

Ausgabe Nr. 2971

Auftakt zu den ,,Festtagen in Siebenbürgen“: das erste Michelsberger Burgfest

Auf dem Weg zur Burg erhielten die vielen aus Deutschland Angereisten in der schmucken Michelsberger Tracht herzlichen Beifall. Foto: Beatrice UNGAR

 

„Wenn wir heute hier auf der Burg zusammenkommen, dann geht es um weit mehr als um ein Fest. Es geht um Gemeinschaft. Um Erinnerung. Und vor allem um Heimat. Viele Michelsberger haben vor Jahrzehnten ihre Koffer gepackt und sind nach Deutschland ausgewandert. Aber Michelsberg ist trotzdem mitgegangen. In den Erinnerungen, in der Sprache, in den Liedern und Bräuchen, in den Geschichten, die den Kindern und Enkelkindern erzählt wurden. Und deshalb ist das, was heute geschieht, vielleicht mehr als ein Wiedersehen. Für viele von Ihnen ist es eine Heimkehr.“ Mit diesen Worten begrüßte der DFDH-Vorsitzende Gabriel Tischer alle Anwesenden am Freitag auf der Michelsberger Burg beim ersten Burgfest, das zugleich auch den Auftakt zu den „Festtagen in Siebenbürgen“ darstellte.

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In normale Fahrwasser eingelaufen

Ausgabe Nr. 2971

Streiflichter vom zweitägigen 14. Neppendorfer Heimattreffen

Gruppenbild mit Pfarrer Dietrich Galter und allen Gottesdienstteilnehmenden am Sonntag vor der renovierten evangelischen Kirche. Fotos: Beatrice UNGAR

Das 14. Heimattreffen der Neppendorfer hat am 8. und 9. August stattgefunden und reihte sich ein in die Veranstaltungen der „Festtage in Siebenbürgen“. Bei der Eröffnungsfeier in der evangelischen Kirche begrüßte Dechant Pfarrer Dietrich Galter die Anwesenden und gab nach einer kurzen Andacht das Wort weiter an den Gemeindekurator Josef Beer und an den HOG-Vorsitzenden Helmut Gromer.

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Aus der Zeit gefallen – und doch mittendrin

Ausgabe Nr. 2971

  1. Schauwerkstatt der Wandergesellen in Hermannstadt eröffnet

Gruppenbild mit allen bis Monatsende in Hermannstadt weilenden Wandergesellen und -gesellinnen. Einige arbeiten auch in der Stadt, z. B. decken sie das Dach der ehemaligen evangelischen Mädchenschule in der Salzgasse/Constituției und in Schellenberg am Pfarrhaus. Foto: Ștefan TRIHENEA

Sie sind nicht zu übersehen. Diese merkwürdig aussehenden Typen mit den eigentümlichen Anzügen, die sie als Kluft bezeichnen und den großen Hüten. Sie tragen weiße Leinenhemden, die sie Stauden und Binder, die sie Ehrbarkeit nennen: Wandergesellen. Sie scheinen aus der Zeit gefallen zu sein. Allein der Verzicht auf moderne Kommunikationsmittel wie Handys, würde ihre gleichaltrigen Zeitgenossen schon zur Verzweiflung treiben. Und vielleicht passen sie deshalb so gut zu Hermannstadt, jener Stadt, die einst als Hochburg wandernder Gesellen galt. Am 6. August eröffneten sie zünftig die diesjährige Schauwerkstatt zwischen Teutsch-Denkmal und evangelischer Stadtpfarrkirche im Hof des Brukenthal-Gymnasiums.

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