Was wäre die Welt ohne Feinde?

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Osterbotschaft / Von Theologin Martina ZEY

Ausgabe Nr. 2953

In den Nachrichten hört man immer wieder von Krieg und Konflikten. Menschen leiden direkt, indem sie ihr Zuhause oder vielleicht liebe Menschen verlieren. Sie sehnen sich nach Ruhe und Frieden. Neulich in Nigeria, gerade zu Palmsonntag, der eigentlich ein großer Feiertag sein sollte, fand eine Bluttat an Christen statt. Wie schrecklich das ist! Sie haben sich auf Ostern vorbereitet, auf das Fest der Auferstehung. Da sehen sie dem Feind ins Auge, der den Tod des lieben Menschen verursacht. Schmerz und Trauer machen sich breit, ebenso Verständnislosigkeit über einen sinnlosen Tod.

In unseren Reihen klagen viele über Teuerungen und beschuldigen die Kriegsführer dafür. Sie werden in verschiedenen Theorien zum Feind, der einem das Leben schwer macht. Endlose Gespräche werden darüber geführt und stundenlang nach der Wahrheit geforscht. Die Traurigkeit in den Augen der Menschen, denen ich begegne, ist immer deutlicher. Da frage ich mich, worauf richten sie ihren Blick?   Unser Leben hier ist ja viel sicherer und ruhiger als in Nigeria oder anderswo, wo lebensbedrohliche Bedingungen herrschen und trotzdem gibt es stille Feinde, die uns bedrohen: Einsamkeit, Altersarmut, Obdachlosigkeit, Sucht, Missbrauch, Depressionen, Krankheiten, Todesangst. Sie sind da, diese Feinde und sie lauern darauf, uns zu besiegen. Das Leiden gehört zu unserem Leben dazu. Es macht jedoch einen Unterschied aus, wie wir dem Leid, der Not oder unseren Feinden begegnen.

In der Heiligen Schrift steht geschrieben: „Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod“. (1. Korinther 15,26). Der Apostel Paulus schreibt das mit einer Sicherheit, wie kein anderer, denn der Auferstandene selbst hat zu ihm gesprochen. Er ist sich dessen gewiss, dass selbst der Tod von Jesus Christus besiegt wurde und seinen Stachel verloren hat! Ein ganzes Kapitel widmet der Apostel der Bedeutung der Auferstehung Jesu Christi.

Der Altar der evangelischen Kirche in Sächsisch-Regen.

Die Evangelien berichten darüber, wie Jesus Dämonen ausgetrieben hat, Kranke geheilt hat, einsamen Menschen einen Platz an seiner Seite geboten hat. Er hat Hoffnungslosen Freude, Heilung und ein neues Leben geschenkt. Er hat sogar sein Leben für uns alle geopfert, damit unsere Feinde ihre Macht verlieren. Wir haben allen Grund zur Freude, bei so einem Erlöser!

Wir stehen vor dem Osterfest, einem Fest der Freude darüber, dass selbst der schlimmste Feind der Menschen, der Tod, besiegt wurde. Das Osterlicht der Auferstehung unseres Herrn durchbreche allen Kummer dieser Welt, schließe jedes dunkle Eck auf und bringe Freude in die Herzen der Menschen. Jeder noch so schlimme Feind hat keine Chance, vor unserem Erlöser zu bestehen. Mit so einer Botschaft, mit unserem Blick auf das Erlösungswerk Christi am Kreuz, wird jede Traurigkeit in Freude verwandelt, die Verzweiflung in Hoffnung, das Ende des irdischen Lebens zum Anfang des ewigen Lebens. Viele evangelische, reformierte und römisch katholische Christen bereiten sich in diesen Tagen auf das schöne Fest der Auferstehung des Herrn vor. Sie schmücken und reinigen das Haus, die Kirche und zünden Kerzen an. Bunte Blumen und Eier erinnern uns daran, dass Gott nicht nur der Schöpfung, sondern auch uns einen neuen Anfang ermöglicht und ein ewiges Leben schenkt. Wir beten für unsere Geschwister auf der ganzen Welt, dass sie ein gesegnetes Osterfest feiern können, einen herrlichen, glorreichen Tag, wie Paul Waltersbacher in seinem Lied schreibt: „O herrlicher Tag, o glorreicher Sieg,/als Christus, der Held, dem Grabe entstieg!/Der Feind ist bezwungen, der Tod ist zunicht,/gebracht hat nun Jesus das Leben ans Licht.“

Martina ZEY

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Im Jahreslauf, Kirche.