Teamarbeit auf der Bühne

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Ausgabe Nr. 2954

Jugendliche präsentierten eigene Komödie

Ein besonderes Theaterprojekt feierte am 1. April im Gong-Theater in Hermannstadt Premiere: Ein Ensemble aus Jugendlichen von verschiedenen Schulen der Stadt brachte das selbst entwickelte Stück „Fin“ erstmals auf die Bühne. Entstanden ist die Produktion über mehrere Monate hinweg in gemeinsamer Arbeit.

„Wir haben uns irgendwie ganz zufällig zusammengefunden“, erzählt Tudor Mahl, der gemeinsam mit seinem Bruder David Teil des Ensembles ist. Die Gruppe setzte sich aus Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft zusammen. Geleitet wurde das Projekt von Ana Mujat, die aus den individuellen Ideen und Bewegungen der Teilnehmenden nach und nach ein gemeinsames Stück entwickelte.

Zu Beginn habe man sich vor allem mit Grundlagen des Theaters beschäftigt, etwa mit Bewegung, Präsenz und dem Einstieg in Szenen. „Es ging erst mal nur um Theatertechniken“, erzählt Mahl, der die Charlotte Dietrich Schule besucht. Aus einzelnen Übungen und selbst entwickelten Bewegungen entstand schließlich Schritt für Schritt eine zusammenhängende Handlung.

Im Zentrum des Stücks steht ein Schotte namens Fin, gespielt von Finlay Chalmers Trewby, der nach Rumänien kommt und mit mehreren Mitbewohnern in einer Wohnung lebt. Ein Streit um die Miete führt zu einer inszenierten Selbstmorddrohung, die eine Kette von Missverständnissen auslöst. Die Polizei wird gerufen, die Situation spitzt sich zu, bis sich am Ende alles auflöst und das Stück als Komödie endet.

Neben Finlay Chalmers Trewby standen auch Alessia Arcaş, Dorian Denov, Andreea Măndiță Dalban und Alin Varga auf der Bühne. Tudor und David Mahl übernahmen gemeinsam die Rollen des Polizistenduos Hans und Franz Müller. „Wir kommen bei großer Traurigkeit ins Bild“, beschreibt Tudor Mahl den Einstieg ihrer Figuren, die nach dem vermeintlichen Selbstmord gerufen werden. Die Szene sei bewusst als Konfrontation angelegt gewesen, bei der die Mitbewohner zunächst unter Verdacht geraten, bevor sich die Situation überraschend aufklärt.

Die Arbeit an dem Stück fand größtenteils in der Freizeit statt. Viele der Beteiligten hätten sich erst im Rahmen des Projekts kennengelernt. „Wir haben uns gefreut, dass wir es geschafft haben, als Team zu arbeiten“, sagt Mahl. Gleichzeitig sei der zeitliche Aufwand nicht zu unterschätzen gewesen: Proben fanden oft über mehrere Stunden täglich statt.

Besonders deutlich wurde für ihn, wie viel Planung hinter einer scheinbar einfachen Szene steckt. „Die einfachste Handlung, die leicht aussieht, muss durchgeplant sein“, erklärt er. Bewegungen, Requisiten und Abläufe müssten exakt abgestimmt werden, damit das Zusammenspiel auf der Bühne funktioniert.

Neben seiner Rolle als Schauspieler war Mahl auch organisatorisch eingebunden und übernahm Aufgaben als Regieassistent. Dabei war er unter anderem dafür verantwortlich, Änderungen am Skript festzuhalten. Ein Prozess, der sich bis kurz vor der Premiere hinzog.

Das Ergebnis dieser intensiven Zusammenarbeit präsentierte sich nun erstmals vor Publikum. Ob weitere Aufführungen folgen werden, bleibt erstmal offen.

Tobias JARITZ

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Gesellschaft, Schule.