Peter Connerths 2012 erfolgte Schenkung wurde ausgewertet und dokumentiert
Ausgabe Nr. 2936

Peter Connerth (sitzend) und Adriana Avram posieren vor dem Hintergrund eines Bildes aus Indien mit dem Ausstellungskatalog.
Foto: Beatrice UNGAR
„Was lange währt, wird endlich gut, heißt es im Volksmund. diese Aussage passt zu der Ausstellung, die am Freitag im Schatzkästlein am Kleinen Ring in Hermannsatadt eröffnet worden ist. Es hat 13 Jahre gedauert, bis die umfangreiche Schenkung, die der seit 1961 in der Schweiz lebende Lehrer im Ruhestand und aktive Künstler Peter Con-nerth (1939 in Hermannstadt geboren) dem Hermannstädter Franz-Binder-Museum eine umfangreiche Schenkung von Volkskunst-Objekten (Holzskulpturen, Marionetten, Masken, Musikinstrumente und Textilien) aus Afrika, Asien und Kuba hatte zukommen lassen, entsprechend ausgewertet und dokumentiert wurde.
Das Ergebnis der Auswertung und Dokumentation sowie einige der Objekte und Kunstwerke sind nun bis März 2026 unter dem Titel „Peter Connerths Welt” zu besichtigen im ersten Stock des Gebäudes. Dazu ist auch ein Katalog-Buch im Verlag des ASTRA-Museums herausgegeben worden, dessen Abteilung das Franz-Binder-Völkerkundemuseum ist, dem Peter Connerth 2012 diese Schenkung – es handelt sich um mehr als 300 Artefakte – gemacht hatte. Das Museum, das im Hermes-Haus zu besichtigen war, befindet sich derzeit im Umbau, erklärte bei der Vernissage die stellvertretende Direktorin des ASTRA-Museums, Dr. Mirela Crețu, die ihrerseits Connerth für die großzügige Spende dankte.
Seine Sammlung, die er nun dem Museum in seiner Heimatstadt geschenkt hat, sei, so Connerth, seiner Neugier zu verdanken, die ihn in fast alle Länder der Welt geführt habe.
Einige der Objekte – Artefakte aus Indien, Afrika und Sri Lanka – waren schon von September bis November 2014 erstmals in einer Sonderausstellung im Franz-Binder-Museum zu sehen. Peter Connerth hatte 2015 gleich drei Ausstellungen auf einmal eröffnet. Die zweite im Franz-Binder-Völkerkundemuseum mit traditioneller Malerei von der indonesischen Insel Bali und zwei unter dem Titel „Rhythmische Abstraktionen“ im Brukenthalmuseum, dem er 100 eigene Werke (Graphiken und Gemälde) mit einem geschätzten Wert von 400.000 Schweizer Franken geschenkt hat. Im Zusammenhang mit seiner künstlerischen Tätigkeit behauptet Connerth, die Gemälde seien ein Spiegel für den Betrachter. Der Künstler male zwar seine Gefühle, er stelle sie nicht dar, doch wie seine Kunst von den Besuchern aufgenommen werde, hänge schließlich von deren Gemütsverfassung und deren Erfahrung ab.

Adriana Avram/Raluca Busie (Hrsg.): Lumea lui Peter Connerth. Catalog de colectie/The World of Peter Connerth. Collection Catalogue, ASTRA Museum-Verlag Hermannstadt 2025, 351 Seiten, ISBN 978-606-733-398-5. Englische Fassung Adriana Avram.Das Buch liegt in Hermannstadt im Museumsladen im Schatzkästlein/Casa Artelor, Kleiner Ring/Piața Mică auf.
Beim Gang durch die jetzt im Schatzkästlein eröffnete Sonderausstellung gewährte der anwesende Peter Connerth sehr gerne und anschaulich Einblick in seine Reiseerlebnisse. Aus jedem Wort strahlte seine Sammlerfreude hindurch aber vor allem sei ihm die Begegnung mit den Menschen wichtig gewesen. Die gesamte Schenkung ist inzwischen auf mehr als 550 Objekte, 140 Bücher und rund 3000 Diapositive angewachsen. Bei der Ausstellung handelt es sich um eine sogenannte dokumentarische Ausstellung, da hauptsächlich Ablichtungen und nur wenige Originalobjekte zu sehen sind. Originale sind die traditionellen Malereien von der indonesischen Insel Bali. Diese Artefakte lassen den Betrachter in eine andere Welt eintauchen, die aber gar nicht so anders ist, wie man denken würde. Connerth sagte denn auch bei der Vernissage: „Jedes Volk hat seine Kultur, diese ist zu respektieren und zu schätzen.”
Bis zum 31. Mai 2026 ist die Ausstellung zu besichtigen.
Beatrice UNGAR