30 Jahre Rumänisch-Deutsche Kulturgesellschaft in Hermannstadt gefeiert
Ausgabe Nr. 2938

Bei der Festlichkeit im Festsaal des Hochmeisterschen Hauses sprachen DKH-Leiterin Ana-Maria Daneș, Konsulin Wiebke Oeser, Joachim Wittstock, Dr. Paul-Jürgen Porr, Botschafter a. D. Ralf Breth, die Vorstandsmitglieder Dr. Andreea Dumitru-Iacob und Dr. Ioana Crețu sowie Prof. Dr. Gerhard Konnerth (v. l. n. r.).
Foto: Beatrice UNGAR
„Vom Werden und Bestehen in flüchtiger Zeit“ titelte Joachim Wittstock seine Lesung im Rahmen der Jubiläumsfeier zu 30 Jahren seit der Gründung der Rumänisch-Deutschen Kulturgesellschaft Hermannstadt, die am 15. November im Festsaal des Deutschen Kulturzentrums Hermannstadt stattgefunden hat. Vom Werden und Bestehen war auch die Rede in dem ausführlichen und stimmungsvollen Vortrag von Prof. Dr. Gerhard Konnerth, der als damaliger Dekan der Sprachenfakultät der Hermannstädter Lucian Blaga-Universität zu den Gründungsmitgliedern der Rumänisch-Deutschen Kulturgesellschaft gehörte.
Seinen Vortrag hatte Konnerth gemeinsam mit Rodica Miclea verfasst und daraus konnten die Anwesenden Einiges aus der Geschichte erfahren, nicht bevor Konnerth einräumte: „Was wir allerdings nicht vermögen, ist die Atmosphäre jener verschwundenen Zeit wiederzugeben und zu rekonstruieren, die Atmosphäre somit, die unseres Erachtens exemplarischer ist für die Kulturgesellschaft – und wahrheitshaltiger als die Fakten, die wir im Weiteren erinnern wollen.” Zurück zu der Geschichte: Die Gründungssitzung dieser Gesellschaft erfolgte am 26. April 1995. Damals gab es bereits ähnliche Einrichtungen in Klausenburg und in Jassy. Der damalige Deutsche Generalkonsul Ralf Breth hatte die Gründung in Hermannstadt schon im Vorfeld, genauer im Februar 1995 bei seinem Antrittsempfang angekündigt. Die Gesellschafft hatte sich zum Ziel gesetzt, die Kenntnis der deutschen und der rumänischen Sprache und Kultur sowie den deutsch-rumänischen Kulturaustausch zu fördern und in Hermannstadt eine deutsch-rumänische Begegnungsstätte samt Bibliothek einzurichten. Zu diesem Zweck sollten Sprachkurse, Vorträge, Aus- und Fortbildungskurse, Ausstellungen, Aufführungen, Begegnungsreisen im In- und Ausland und Kulturaustauschveranstaltungen angeboten werden. Zu dem ersten gewählten Vorstand gehörten der damalige Rektor Dumitru Ciocoi-Pop (Vorsitzender), Dekan Gerhard Konnerth (stellvertretender Vorsitzender), Liliana Popa (Schriftführerin), Rodica Miclea (Schatzmeisterin), Maria Luise Roth-Höppner, Matei Pamfil und Horst Weber (alle drei als Beisitzer). Zum Ehrenvorsitzenden wurde Generalkonsul Ralf Breth gewählt.
Der Diplomat a. D. Ralf Breth war bei der Feier zum 30. Jubiläum dabei und gab einige Erinnerungen preis und schloss mit den Worten, er sei froh, dass mit der 2004 erfolgten Gründung des Deutschen Kulturzentrums Hermannstadt – diese wurde am 13. September 2024 unter dem Motto „ţvanţig” im Spiegelsaal des DFDH gefeiert – einer der großen Träume der Gründer der Rumänisch-Deutschen Kulturgesellschaft in Erfüllung gegangen ist.
Die verschiedenen Tätigkeiten des DKH stellte der Vorsitzende der Gesellschaft, Dr. Paul-Jürgen Porr kurz vor.
Ein Grußwort sprach die amtierende Deutsche Konsulin Wiebke Oeser, die erklärte, sie sei von Anfang an begeistert gewesen, wie vielfältig das Angebot des DKH sei.
Seitens des aktuellen Vorstands kamen Dr. Ioana Crețu vom Departement für Journalistik der Lucian Blaga-Universität und die Deutschlehrerin der Brukenthalschule Dr. Andreea Dumitru-Iacob zu Wort. Letztere stellte den Schriftsteller Joachim Wittstock kurz vor, dessen Lesung zu Stationen im historischen Zentrum von Hermannstadt die Feierstunde abrundete.
Beatrice UNGAR