Nachhaltig gedacht

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Das REXDAN-Forschungsschiff ankerte auch in Wien

Ausgabe Nr. 2932

So werden Sediment-Proben entnommen.                                
Foto: REXDAN

Auf den Wellen der Donau fuhr diesen Sommer ein Symbol für europäische Forschung, nachhaltige Entwicklung und internationale Zusammenarbeit: das rumänische Forschungsschiff REXDAN. Als größtes und modernstes Forschungsschiff auf Europas Binnengewässern hat es Missionen zwischen Galați und Wien erfolgreich abgeschlossen: das Schiff ist ein Highlight im Rahmen des EU-geförderten Projekts SUNDANSE, unterstützt durch das Programm HORIZON EUROPE.

Am 30. Juli 2025 wurde die REXDAN feierlich in Wien empfangen. Angeführt von der Geschäftsträgerin a. i., Andrea Amza-András, traf die Delegation der Rumänischen Botschaft in Wien auf ein hochmodernes, interdisziplinäres Forschungssystem mit echtem europäischem Mehrwert. Gemeinsam mit Diplomatinnen und Diplomaten aus den Donauanrainerstaaten, Vertretern des österreichischen Außenministeriums sowie Forschenden der Universität Wien und der Hochschule für Bodenkultur wurde das Schiff an seinem temporären Ankerplatz vorgestellt. Dabei wurde deutlich: Die REXDAN ist nicht nur ein hochmodernes Forschungslabor, sondern auch ein Ort des Dialogs und der Bildung – mit einem europaweit einzigartigen Konzept als mobiler Universitätscampus.

Im Zentrum der Mission steht das ambitionierte Projekt mit dem Kürzel SUNDANSE (Sustainable Sediment Solutions For The Danube-Black Sea System), das sich einem dringlichen Umwelt- und Infrastrukturthema widmet: dem Sedimentmanagement im Donau–Schwarzmeer-System. Ziel ist es mithilfe modernster wissenschaftlicher Methoden, wie bathymetrischer Vermessungen, Strömungsmessungen und ADCP-Transversalmessungen, innovative und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Diese sollen nicht nur die Gesundheit und das ökologische Gleichgewicht des Flusses sichern, sondern auch seine Schiffbarkeit langfristig gewährleisten – ein entscheidender Aspekt für Wirtschaft, Transport und Umwelt.

Dafür war die REXDAN im Juli und August zwischen Galați und Wien unterwegs, um die Zusammenarbeit den Anrainerstaaten der Donau zu vertiefen. Produktive Gespräche ergaben neben Wien etwa in Belgrad, Budapest und Bratislava neue Vorhaben für eine zukünftige Zusammenarbeit.

Direkt darauf folgte die zweite Feldkampagne in Rumänien, vom 23. August bis zum 10. September zwischen Turnu Măgurele und Corabia. Dort konnte das Team mit verschiedenen Messungen zu einem besseren Verständnis des Ökosystems der Donau beitragen: Die Sedimentprobenahme dient der Archivierung der Flussgeschichte, denn an Sedimenten kann man die Geschichte von menschlichen Eingriffen in den Fluss und dessen Verschmutzung ablesen. Der sichereren Navigation dienen bathymetrische Messungen mit Sonarsystemen und Navigationssystemen zur Kartierung. Die Forschenden haben dadurch den Grund des Flusses in neuer Detailtiefe dargestellt. Auch die Strömung des Flusses wurde in Echtzeit vermessen, um Gebiete möglicher Erosion oder Sedimentablagerung zu identifizieren. Um die Ufer der Donau exakt zu vermessen, verwendeten die Forschenden LiDAR-Sensoren für zentimetergenaue Höhenmessungen und Bildmessung für hochauflösende Bilder der Gegend. Außerdem sollen Wasser- und Mikroplastikproben eine repräsentative Momentaufnahme von der Wasserqualität des Flusses geben. Aus den Proben soll die Konzentration verschiedener Schadstoffe gemessen werden, neben der von Mikroplastik etwa auch die Konzentration von Schwermetallen und Pestiziden.

Neben dem SUNDANSE-Projekt ist die REXDAN auch Teil des europäischen Beobachtungssystems ACTRIS für die Atmosphäre.

Koordiniert von der Universität „Dunărea de Jos“ in Galați unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Ing. Lucian Georgescu, verfolgt SUNDANSE einen ganzheitlichen Ansatz, der Wissenschaft, Politik und Praxis miteinander verbindet. Durch Spitzenforschung, fortschrittliche Modellierung und partnerschaftliche Zusammenarbeit im Donauraum entsteht ein wertvoller Wissenspool, der Entscheidungsträgern auf europäischer Ebene künftig als Grundlage für Maßnahmen zur nachhaltigen Flussnutzung dienen soll.

REXDAN und SUNDANSE stehen somit für die Zukunft der Donau – wissenschaftlich fundiert, grenzüberschreitend vernetzt und nachhaltig gedacht. Mehr dazu unter https://sundanseproject.eu

Ingrid WEISS

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Allgemein.