Tagung der PASCH-Schulen in Rumänien und der Republik Moldova 2025
Ausgabe Nr. 2932

Gruppenbild mit den Veranstaltern und den teilnehmenden Schulleiterinnen und Schulleitern. Foto: Cristina POPA
Rund 40 Schulleitungen der PASCH-Schulen aus Rumänien und der Republik Moldova kamen vom 25. bis 27. September in Bukarest für eine gemeinsame Tagung zusammen. PASCH steht für die Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ und vernetzt weltweit mehr als 2.000 Schulen, an denen Deutsch einen besonders hohen Stellenwert hat. Die Tagung war eine Kooperation der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) Bukarest mit dem Goethe-Institut Rumänien. Mit dabei waren die drei ZfA-Fachberatungen für Deutsch aus Bukarest, Hermannstadt und Temeswar sowie Fachschaftsberatungen in Rumänien, die Regionalbeauftragte der ZfA für Rumänien und die Republik Moldova, Dr. Sonja Dehning, außerdem Vertreterinnen des Goethe Instituts Rumänien, Vertreterinnen der Deutschen Botschaft in Rumänien sowie des Rumänischen Deutschlehrerverbands.
Der erste Tag der Konferenz begann mit einer gemeinsamen Informationsveranstaltung der von der ZfA geförderten DSD-Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom anbieten, sowie der Fit-Schulen (Schulen in nationalen Bildungssystemen, an denen Deutschunterricht auf- bzw. ausgebaut wird), die vom Goethe-Institut betreut werden. Vorgestellt wurden Angebote zum deutschen Spracherwerb an den Schulen, ebenso das vielfältige Stipendienprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes sowie das Freiwilligenprogramm „kulturweit“. Ergänzend wurden Möglichkeiten der Vernetzung mit der Wirtschaft durch eine Vertreterin der Deutsch-Rumänischen Industrie- und Handelskammer erläutert.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Konferenz war die neue Schulreform, die ab dem Schuljahr 2026/27 umgesetzt werden soll. Die Auswirkungen dieser Reform, die unter anderem die Anzahl der wöchentlichen Deutschstunden in den Schulen betrifft, diskutierten die Schulleitungen in einer Fragerunde mit dem Leiter der Abteilung für Lehrplanentwicklung im Nationalen Zentrum für Lehrplan und Bewertung, Gabriel Vrînceanu, stellvertretend für den Bildungsminister Prof. Dr. Daniel David. Eine wichtige Grundlage für die Arbeit an den DSD-Schulen und die Umsetzung des DSD-Programms ist das deutsch-rumänische Abkommen zur schulischen Zusammenarbeit.
Der krönende Abschluss des ersten Tages und eine besondere Würdigung der Schulleitungen war ein Empfang in der Residenz der neuen Botschafterin der Bundesrepublik Deutschlands in Rumänien, Angela Ganninger. Die Botschafterin versicherte den Schulleitungen in ihrer Rede die fortwährende Unterstützung der deutschen Sprache in Rumänien und der Schulen mit Deutsch als Fremd- oder Muttersprache. In einem Schlusswort zum Ende der Tagung würdigte der Schulleiter des Theoretischen Lyzeums „Alexandru Vlahuță“, Bukarest, Gabriel Rizea, das Engagement der ZfA und der Botschaft der Republik Deutschland sowie der Mittlerorganisationen für den Deutschunterricht an den DSD-Schulen. Dafür bedankte er sich explizit und sprach aus, was viele Schulleitungen während der Konferenz betonten. Am zweiten Tag tagten die Schulleiterinnen und Schulleiter der DSD- und Fit-Schulen getrennt. Die Fit-Schulen unter der Leitung von Susanne Becker, stellvertretende Institutsleiterin des Goethe-Instituts Rumänien, arbeiteten an der Vernetzung der Schulen der Republik Moldova und Rumäniens sowie an gemeinsamen Projekten. Die Schulleiterinnen und Schulleiter stellten ihre Schulen mit den jeweils spezifischen Profilen vor und erarbeiteten gemeinsame Projekte zur Schulentwicklung mit Deutsch. In dieser Runde wurde mehrfach das Engagement des Goethe-Instituts sehr positiv hervorgehoben.
Im Fokus der DSD-Schulen wiederum standen die Vorstellung des Projektangebots der ZfA sowie der Vortrag „Demokratiebildung und Umgang mit Rechtsextremismus“ von Cristian Chișcop, Friedrich-Ebert-Stiftung Bukarest. Der abschließende Höhepunkt an diesem Tag war eine Mikrodebatte zu dem Thema „Sollen soziale Netzwerke für Jugendliche unter 16 Jahren in der EU verboten werden?“ Drei Schülerinnen und ein Schüler des „Ion Luca Caragiale“-Nationalkollegs Bukarest zeigten auf hohem sprachlichen Niveau, wie man sich für Politik interessieren und in einer Fremdsprache debattieren kann. Die professionelle Simultanübersetzung machte es möglich, dass die Schulleitungen der gesamten Tagung und der Debatte folgen konnten. Der Mehrwert dieser Veranstaltung ist eindeutig: Hier erhielten Schulleitungen nicht nur Informationen zum Fach Deutsch und zum DSD, sondern tauschten sich aus und setzten sich intensiv mit Fragen zu den Auswirkungen der Bildungsreform mit dem Ziel auseinander, die Fremdsprache Deutsch zu unterstützen und ihre Lebendigkeit an den Schulen zu erhalten.
Sabine Maya SCHLATTNER, ZfA-Fachberatung Bukarest