,,Spuren, die uns leiten”

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Neue Ausstellung im Urzelmuseum in Großschenk

Ausgabe Nr. 2923

In der neuen Ausstellung sind auch die Werke von zehn zeitgenössischen Handwerkern zu sehen.                                                                   Foto: der Verfasser

Die Ausstellung „Spuren, die uns leiten” (Urme care ne poartă / Traces That Lead Us) der Vereine „Großschenker Urzellauf” und „Soxen” im Urzelmuseum in der Großschenker Kirchenburg wurde am 9. Juli eröffnet. „Diesmal haben wir eine ganz andere Ausstellung als sonst, und zwar über Handwerk“, freute sich Kuratorin Marlene Herberth. „Wir wollten zeigen, was das Handwerk eigentlich wert ist.”

 

Gerade weil die Bedeutung von Handwerksschulen verglichen mit früheren Zeiten stark zurückgegangen ist, entschied man sich, eine alte Schusterwerkstatt zu rekonstruieren. Alex Herberth kümmerte sich dabei um die Recherchen anhand von drei Schustern, die im 20. Jahrhundert in Großschenk gelebt haben: Karol Keresztes, Ioan Geamăn und Nicolae Piștea. Ausgestellt wurden aber auch die Werke von zeitgenössischen Künstlern.

„Ihre Familien haben die ganzen Werkzeuge behalten und wir konnten sie so ausleihen und eine komplette funktionale Werkstatt rekonstituieren um zu zeigen, Handwerk ist nicht wirklich so einfach, vor allem wenn man sich 150 verschiedene Werkzeuge machen musste“, meinte Marlene Herberth. Zu sehen waren in der Ausstellung u.a. Werkzeuge, Zeugnisse und Arbeitsverträge.

Gezeigt wurden aber auch Werke von zeitgenössischen Handwerkern, die in dieser Region leben und wirken und die mit Stein, Metall, Holz, Licht, Mode, Schmuck und Keramik arbeiten und die ihr Handwerk so richtig meistern. „Sie tragen alte Techniken weiter, aber mit neuer Ästhetik“, meinte Herberth. Zu sehen waren Werke von Anadora Lupo, Dinu Bodiciu, Alex Herberth, Thomas Fink, Tünde Farkas, Eloi Thiollier & Ligia Csiki, Dinu Bodiciu, Catrinel Săbăciag und Vanessa Singenzia von UAU Ceramics.

Sehenswert war auch die Schusterzunftlade, die man letztes Jahr im Großschenker Pfarrhaus entdeckt hatte. Partner bei den Recherchen waren übrigens das Institut für mündliche Geschichte und das Zentrum für Diplomatik und mittelalterliche Urkunden-Paläografie der Babeș-Bolyai Universität sowie die Technische Universität aus Klausenburg. „Wir haben alles in 3D gescannt, also wir bieten in der Ausstellung eine Virtual Reality Experience“, sagte Herberth. „Und sehr spektakulär ist, dass wir ein Pergament gefunden haben mit dem ersten Statut der Schusterzunft in Großschenk, die 1570 von den Hermannstädter Zünften genehmigt worden ist. Gegenwärtig ist man dabei, all diese Dokumente zu übersetzen.

Zu sehen gab es auch die „Superhelden“, ein 35 Minuten langer Dokumentarfilm von Tudor Cioroiu über den Urzellauf.

Im zweiten Teil des Programms gab es ein Konzert von SoNoRo in der Kirche nebenan, ein echtes musikalisches Erlebnis.

Und wer die Ausstellung noch nicht gesehen hat, der ist herzlich eingeladen, sie bis zum 30. Oktober zu besichtigen.

Werner FINK

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Allgemein.