Wie Pausen in der Musik

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Zwischenräume-Ausstellung in Bukarest

Ausgabe Nr. 2853

Gabriela von Habsburg zeigt vor, dass die Betrachter ihre Kleinplastiken gerne anfassen dürfen.
Fotos: Kunsthaus 7B

Bereits seit dem 31. Januar d. J. zeigt die in der Nähe von München und in Tiflis/Georgien lebende Bildhauerin und Grafikerin Gabriela von Habsburg eine Auswahl mit ihren Arbeiten im Bukarester „Oana Ionel Contemporary Art Hub“.

Gabriela von Habsburg sagte bei der Vernissage: „Rumänien ist ein beeindruckendes Land, ich habe hier sehr viele aufrechte und herzliche Menschen getroffen, so dass ich immer wieder gerne komme. Dies ist jetzt nach der Ausstellung 2021 im Michelsberger Kunsthaus 7B und im letzten Jahr im Klausenburger Kunstmuseum meine dritte Ausstellung in Rumänien.“

Kurator Thomas Emmerling ergänzte: „Freilich ist dies ein Experiment, wir sind hier eben nicht in einer typischen Galerie, sondern im ehemaligen Atelier der im vergangenen Jahr verstorbenen Künstlerin Oana Ionel, die schon zu Lebzeiten ihre Räumlichkeiten für Ausstellungen anderer Künstlerinnen und Künstler öffnen wollte. Ich bin sehr dankbar, dass Gabriela von Habsburg bereit ist, diesen Gedanken mitzutragen, und dass sie dieses Experiment mit dieser Ausstellung unterstützt“. Im Bukarester „Wilson Block, einst einem der höchsten Wohnhäuser in Europa, entsteht so die Atmosphäre eines mitteleuropäischen Salons, in dem sich zur Vernissage Fürsten und Adelige, Diplomaten und Staatssekretäre, Wissenschaftler, Unternehmer und Künstler trafen.

Oana Ionel (1984-2023).

Gezeigt werden vor allem kleinere Skulpturen und Grafiken aus den Jahren 2016-2022, wiederum unter dem Titel „Spațiu Între – In Between“ (Zwischenräume), wie zuvor schon in Michelsberg und Klausenburg. Gabriela von Habsburg erklärt die Bedeutung des Zwischenraums, der von der Skulptur beschrieben und begrenzt wird als „etwas eigenes, das durch die Skulptur erst ein neuer, ganz anderer Raum wird“ und ergänzt: „Den Zwischenraum in der Skulptur oder deren Schatten wahrzunehmen bedeutet etwas Ähnliches, wie in der Musik Pausen wahrgenommen werden, nämlich ein Hervorheben, eine Betonung des Ganzen.“

Die Bildhauerin braucht in ihrer Kunst die dritte Dimension. „Es ist mehr als das Zweidimensionale, es ist für mich realer,“ erklärt sie. „Gerade Edelstahl erlaubt es mir dabei, sehr präzise zu arbeiten. In jeder kleineren Arbeit steckt aber auch schon der Gedanke, diese in größeren Dimensionen zu erschaffen“. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung auch Lithografien der 1957 in Luxemburg geborenen Enkelin des letzten Kaisers von Österreich. „Es sind völlig eigenständige Werke, losgelöst von den Skulpturen, also nicht etwa deren Skizzen, aber gleichzeitig hat jeder Druck durch die nachträgliche Farbgebung eine eigene Identität.“

Ein Kuratorengespräch mit Thomas Emmerling findet am Dienstag, dem 27. Februar, um 19 Uhr, in der Ausstellung statt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 17. März nach telefonischer Vereinbarung unter 0743-26.60.62 zu sehen.

A. D.

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Kunst.