Weihnachtsmarkt am Martinstag

15. Auflage des Weihnachtsmarkts mit 120 Häuschen

Ausgabe Nr. 2796

Kinderzug mittendrin: Eine der Attraktionen für die Kleinsten ist der Weihnachtszug, der im Zentrum des Weihnachtsmarktes, wo auch ein Riesenschneemann steht, seine Runden dreht. Daneben steht das Karussell, das stets voll besetzt ist. Die Eltern sehen zu und fotografieren ihren Nachwuchs was das Zeug hält.        Foto: Cynthia PINTER

Kaum haben die Bäume ihr Laub fallen lassen, schon hievte der riesige Kran den Weihnachtsbaum auf den Großen Ring, bei 21 Grad im Schatten. Das war am 1. November. Zehn Tage später, am 11. November, pünktlich zum Martinstag wurde die 15. Auflage des Weihnachtsmarktes eröffnet, diesmal ohne große Ansprachen, bloß mit einem ganz kurzen Sketch nach Lucy Wheelocks „Die Legende vom Weihnachtsbaum“, der von den Hermannstädter Schauspielstudenten Constantin Ștefan Chelimândră und Anastasia Petrean aufgeführt wurde. Die beiden, die als Nussknacker, bzw. Engel verkleidet waren, drückten auch den roten Knopf, der die Weihnachtsbeleuchtung hell aufleuchten ließ. Der Weihnachtsmarkt bleibt bis zum 2. Januar 2023 geöffnet.

So viele Verkaufshäuschen gab es noch nie, erklärte Andrei Drăgan Răduleț, der  Organisator vom Verein „Events for Tourism“. Insgesamt 120 Verkäufer aus dem ganzen Land, stellen seit Freitag ihre Ware zum Verkauf aus. Neu seien heuer die Lampen aus Keramik und der Käsestand aus der Mărginime. Aber auch die bekannten Wollsocken und Mützen, Ledertaschen, Kerzen, Schmuck und Spielzeug gibt es zu kaufen. Weihnachtsbaumkugeln und Keramikglöckchen fehlen ebenfalls nicht. Die Preise sind etwas größer als in den vergangenen Jahren. Der Glühwein kostet 10 Lei ein Becher, 100 Gramm gebrannte Mandeln 15 Lei, ein Langosch 10 Lei, ein Tee 6 Lei und eine Zuckerwatte 10 Lei.  Neumodischere Desserts wie Schokokebabs oder mit Sahne und Schokolade gefüllte Waffeln finden auch großen Anklang bei den Jugendlichen.

Von der Plattform hat man den besten Ausblick über den Weihnachtsmarkt. Foto: Cynthia PINTER

Immer mehr legen die Organisatoren wert auf fotogene Plätze, „instagramable“ ist angesagt, also  alles, was sich besonders gut für die Darstellung auf Instagram eignet. Das ist einerseits der 24 Meter hohe künstliche und mit Weihnachtskugeln und Lichtlein geschmückte Weihnachtsbaum, andererseits gibt es noch eine Lichterkuppel und eine Plattform, von wo aus man aus etwa 6 Metern Höhe eine 360 Grad-Übersicht über das Geschehen auf dem Großen Ring hat. Am Eröffnungsabend war diese Plattform völlig überfüllt, denn alle wollten ein Selfie von oben mit dem Weihnachtsmarkt machen. Neu sind auch die kleinen Tannen, die kopfüber in Tipi Zelt-artigen Konstruktionen aufgebaut wurden. Die größte Attraktion ist aber auch dieses Jahr das Riesenrad, bei dem Abend für Abend Menschen anstehen, um sich alles aus der 22 Meter-Vogelperspektive ansehen zu können. Eine Fahrt heißt übrigens zwei Runden, dauert sechs Minuten und kostet 30 Lei.

Für eine märchenhafte Atmosphäre sorgen die bunten Projektionen, die an den Häuserfassaden auf dem Großen Ring zu sehen sind.

Trotz milden Außentemperaturen wurde der Eislaufplatz schon am 11. November eröffnet. Schlittschuhlaufen kann man nur zu festen Uhrzeiten, um 10, 12, 14, 16, 18 und 20 Uhr. Der Eintritt und das Ausleihen der Schlittschuhe kosten jeweils 20 Lei.                    Foto: Cynthia PINTER

Der Eislaufplatz wurde auch heuer trotz hoher Außentemperaturen aufgebaut. Hier haben sich die Preise auch verändert, der Eintritt kostet 20 Lei und das Ausleihen der Schlittschuhe ebenfalls 20 Lei. Gefahren wird zu festen Uhrzeiten, jeweils anderthalb Stunden, um 10, 12, 14, 16, 18 und 20 Uhr.

An die Kinder haben die Organisatoren auch gedacht: ein Karussell und ein kleiner Zug sind die Hauptattraktionen für die Kleinen. Dazu gibt es noch den großen elektrischen Zug, der vom Großen Ring, über die Harteneckgasse, Heltauergasse und wieder zurück fährt. Nicht zu vergessen, der Weihnachtsmann, der sich im Schlitten mit den Kindern am Schoß ablichten lässt.

Sehr beliebt ist auch das Atelier des Weihnachtsmanns, in dem Workshops für Kinder zwischen 5 und 9 Jahren organisiert werden. Am Eröffnungstag waren schon 80 Prozent aller Plätze ausgebucht. Hier werden Kinder erwartet, die gerne basteln. Es gibt eine Werkstatt zum Kerzenbasteln (bis 20. November), Lebkuchen Verzieren (21. – 27. November), Lebkuchen Stechen (28. November – 4. Dezember), Weihnachtskugeln Bemalen (5. – 11. Dezember), Pixel Art Dekorationen (12. – 16. Dezember) und Postkarten Drucken (17. – 23. Dezember). Die Teilnahme kostet 30 Lei, nach einer Einschreibung, die auf der Webseite des Weihnachtsmarkts www.targuldecraciun.ro unternommen werden muss, außer am Wochenende, wenn keine Programmierung nötig ist.

Der Hermannstädter Weihnachtsmarkt ist täglich von 11 bis 22 Uhr bis zum 2. Januar 2023 geöffnet.                      Cynthia PINTER

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Im Jahreslauf.