Der Zauber von Weihnachten und das Jesuskind

Bistritz – die siebenbürgisch-sächsische Stadt der uralten Traditionen

Ausgabe Nr. 2752

Die Weihnachtskarawane wird weiterhin wie jedes Jahr mit Weihnachtsliedern und der alten Tradition fortgeführt. Man kann sagen, dass sich Bistritz jeden Winter in ein kleines Wien verwandelt mit seiner schönen Weihnachtsdekoration, den Lichtern, die das historische Stadtzentrum durchziehen, und dem Geheimnis, das sich oft nicht beschreiben lässt.

Die Bewohner von Bistritz verstanden es, ihre Wurzeln für die Ewigkeit zu bewahren und sich immer bescheiden zu geben. Schon am Abend des Andreastages mit der offiziellen Eröffnung des Weihnachtsmarktes stehen die Sternsinger vor den Türen der Christen. Jedes Jahr wird im Stadtzentrum eine Bühne aufgebaut, wo verschiedene Gruppen von Künstlern aus allen siebenbürgischen Regionen oder sogar aus anderen Gebieten auftreten, um alle Anwesenden mit einem breiten Repertoire an Liedern zu erfreuen, die an den Erlöser Jesus Christus gerichtet sind.

In der Nähe des Kulturpalastes gibt es auch eine Kunsteisbahn für alle Tanzbegeisterten. Junge Paare treten auf der Eisbahn gegeneinander an und lassen sich von der Magie der Schneeflocken und der weißen Umgebung mitreißen.

In Anbetracht der Tatsache, dass viele Bürger der Stadt Bistritz, aber auch aus den Nachbargemeinden, ins Ausland gegangen sind, wird die Tradition des Sternsingers nur noch in einigen Ausnahmen gepflegt: Ardan, Posmuș und Sântioana. Ein gewöhnlicher Weihnachtstag beginnt im Haus eines jeden Christen in Bistritz mit dem Besuch der Messe. Es herrscht eine besondere Stimmung, und es fehlt nicht an traditionellen Liedern und Gesängen am Ende.

Das älteste Bauwerk in Bistritz ist das frühere Minoritenkloster St. Andreas, neu geweiht „Dem Eintritt der Mutter Gottes in die Kirche“. Die Kirche hat einen imposanten gotischen Baustil und stammt aus der Zeit um das Jahr 1201 (13. Jahrhundert). Die gegenwärtige missionarische und pastorale Arbeit des rumänisch-orthodoxen Pfarrers Alexandru Vidican ist beeindruckend. Jedes Jahr am zweiten Weihnachtstag kommt Metropolit und Erzbischof von Klausenburg Andrei Andreicuț mit einem eindrucksvollen Chor von Priestern, um die heilige Messe zu feiern.

In Bistritz besuchen viele Reisegruppen die Andreaskirche und die evangelische Kirche im Stadtzentrum. Siebenbürgen ist in der Tat eine ganz besondere Region, in der verschiedene ethnische Gruppen einen einzigen Glauben haben.

Sowohl die Siebenbürger Sachsen als auch die Rumänen halten an der überlieferten Tradition und Tracht fest, was den Eindruck erweckt, dass nicht nur zu Weihnachten gefeiert wird, sondern immer.

Nach der Heiligen Messe machen sich die Gläubigen auf den Heimweg, um einige der traditionellen Feiertagsgerichte zu probieren.

Nur wenige Frauen wissen, wie man Brot im Ofen backt, die diese uralte Aufgabe übernehmen sind etwas ganz Besonderes.

Das Virus gefährdet bestimmte Arten von Beziehungen, aber mit den vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen kann jeder den Weihnachtsmarkt besuchen. Und zum Schluss soll eine Stelle aus dem Matthäus 2, 1-12, in den Vordergrund gebracht werden: „Wo ist der König der Juden, der geboren wurde? Denn wir haben seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen, um ihn anzubeten“.

Emanuel-Daniel SĂRMĂȘAN

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Tradition.