„Es ist ein neuer Anfang”

Ausgabe Nr. 2725

Schönheitssalon im Stadtzentrum feiert im August den einjährigen Geburtstag

 

Iulia Lepădat freut sich über den Arbeitsraum, für den sie selber alles ausgewählt hat – von Apparatur bis zu den Bildern. Foto: Ruxandra STǍNESCU

In der Heltauergasse funktioniert seit knapp einem Jahr ein neuer Schönheitssalon, wo Frau sich von Kopf bis Fuß verwöhnen lassen kann: Kosmetik-, Maniküre-, Pediküre- und Friseursalon sind hier untergebracht. Iulia Lepădat hat viele Jahre als Kosmetikerin in einem Salon im Stadtzentrum gearbeitet, und als dieser geschlossen wurde, hat sie kurzerhand die Initiative ergriffen und sich darum gekümmert, dass sie und einige ihrer Kolleginnen einen neuen Arbeitsplatz haben.

Der Hof des Hauses Nr. 3 in der Heltauergasse ist den Hermannstädtern als ,,Hof mit dem Fotostudio“ (früher von Emil Fischer, heute Foto Lux Color) bekannt, wo sich bis Mitte der 90er Jahre unsere Mütter und Großmütter am Hochzeitstag fotografieren ließen, als nicht jeder eine Kamera oder ein Smartphone besaß. Hinter der Tür gleich rechts vom Eingang zum Fotostudio ist der neue Schönheitssalon untergebracht, im Hof existierten bereits ein kleiner Kosmetik- und ein Kleiderladen. Im ersten Raum des Schönheitssalons, der den einfachen Namen „Salon de înfrumuseţare” (Verschönerungsslon) trägt, ist der Friseursalon mit zwei Arbeitsstellen. Der zweite Raum wurde geteilt, denn für die Kosmetik braucht man getrennte Räumlichkeiten und die Möglichkeit, die Tür zu schließen. Hier arbeitet auch Iulia Lepădat als Kosmetikerin.

Als der Salon, wo Iulia Lepădat viele Jahre gearbeitet hatte, wegen der Pandemie geschlossen und dann nicht mehr eröffnet wurde, hat sie sich entschlossen, einen eigenen Salon zu eröffnen. Sie hat eine Firma gegründet und eine Wohnung im Stadtzentrum zu einem Salon umgebaut und umfunktioniert, inklusive Ausstattungen. Einige ihrer ehemaligen Kolleginnen haben hier Arbeitsplätze gemietet, so dass jede sich selbstständig organisieren kann.

Auch wenn es überraschend mühsam gewesen ist, bis sie alle Genehmigungen eingeholt hatte, habe sie gewusst, sagt Iulia Lepădat, dass sie sich im Beruf auf ihre langjährige Erfahrung verlassen kann: „Am Anfang war es schwer, denn man hat keine Ahnung, auf man was sich einläßt, wenn man etwas Neues eröffnen will. Viele Prozeduren waren schwieriger als erwartet, angefangen mit den Genehmigungen bis zum Kauf der Apparatur.  Was mich aber immer beruhigt hat, war meine bisherige Erfahrunge: Ich habe gewusst, wie man einen Kunden empfängt, wie man ihm qualitätsvolle Dienstleistungen anbietet und was die Kunden von uns erwarten.”

Wenn am Anfang die Anzahl der Kundinnen durch den Ortswechsel und auch durch die drei Monate lange Pause bis zur Eröffnung des neuen Salons, gering war, wird es langsam immer besser. „Unsere bisherigen Kundinnen haben zum Teil den Weg wieder zu uns gefunden –  einige hatten einfach unsere direkten Kontaktdaten nicht und haben uns erst nach und nach wieder ,entdeckt‘. Außerdem kommen auch wieder Kundinnen, die z. B. in Deutschland wohnen, und nach einer langen Pause hier Familie und Freunde besuchen und sich über die im Vergleich zu Deutschland niedrigeren Preise freuen.” Um allen Kunden in dieser eher schwierigen Zeit entgegen zu kommen, hat Iulia Lepădat für ihre Dienstleistungen sogar die Preise gesenkt.

Anmelden kann man sich vorort, aber auch auf Facebook („Salon de înfrumuseţare”, https://www.facebook.com/groups/2997121200391834), denn Pandemie bedingt dürfen sich nur wenige Kunden im gleichen Raum aufhalten.  Iulia Lepădat: „Anmelden soll man sich bei derjenigen, bei der man einen Termin haben will”, erklärt Iulia Lepădat, „denn jede von uns führt in diesem Fall ihren eigenen Terminkalender. Wir können uns so auch absprechen, dass eine Kundin dann von der  anderen Kollegin übernommen wird, für eine andere Dienstleistung, wir sind natürlich flexibel.”

Die Kosmetikerin freut sich inzwischen, dass sie den Schritt in die Eigenständigkeit gewagt hat, auch wenn das viel Arbeit und Stress gebracht hat. „Ich freue mich aber sehr, wieder in meinem Beruf zu arbeiten. Und für meine Kolleginnen und mich ist es auch schön, selber über unsere Arbeitszeit zu bestimmen – auch wenn es nicht weniger geworden ist. Der Salon ist aber sehr schön und hell, die Apparatur ist neu und ich kann sagen, dass es für uns alle ein neuer Anfang war – trotz unseres bisherigen Beruflebens.”

Ruxandra STǍNESCU

Posted in Aktuelle Ausgabe, Allgemein, Gesellschaft, Wirtschaft.