Letti steil nach oben

Zur 17. Auflage des Red Bull Romaniacs

Ausgabe Nr. 2697

Mario Gomez und Manuel Lettenbichler zeigten allen vor, wie vertikaler Wahnsinn aussieht.                                                         Foto: Mihai STETCU

„Vertical Madness“, „Vertikaler Wahnsinn“ wurde die diesjährige Auflage des Red Bull Romaniacs Hard Enduro Rennens genannt, die vom 27. bis 31. Oktober in den Bergen um Hermannstadt stattgefunden hat. Nicht ohne Grund, denn Teile der Strecke, die durch die Karpaten führte, waren steil bis sehr steil. Trotzdem konnte der Vorjahressieger Manuel Lettenbichler (Letti) seinen Triumph bei den Romaniacs wiederholen. Nach einem viertägigen Duell mit Altmeister Graham Jarvis holte sich der 22-jährige Bayer seinen zweiten Gesamtsieg. Auf Platz zwei landete Graham Jarvis und als dritter fuhr Mario Gomez ins Ziel. Die Siegerehrung fand in der Bauruine eines Hotels am Bahnhof statt.

Sie stiegen auf das Siegerpodium der 17. Auflage des Red Bull Romaniacs Wettkampfes (v. l. n. r.): Graham Jarvis (Silber), Manuel Lettenbichler (Gold) und Mario Gomez (Bronze).           Foto: Mihai STETCU

 Graham Jarvis hatte während der ersten drei Tage des Rennens im harten Zweikampf gegen Manuel Lettenbichler einen Vorsprung von 27 Sekunden. Mit diesem Vorsprung ging er am Morgen des Offroad Tages 4 an den Start, seinen siebten Titel bei den Romaniacs in greifbarer Reichweite. Die Bedingungen entsprachen genau seinem Geschmack: nass, rutschig, schlechte Sicht – und er hatte einen guten Vorsprung. Doch ein schlimmer Unfall in der Gegend von Michelsberg zerstörte seine Hoffnungen: Durch verlorene Zeit musste er sich den Rest des Tages mit Letti duellieren, der sich regelrecht in ihn verbissen hatte.

Das Duell der beiden Alphas um den ersten Platz auf dem Podium wurde durch einen ebenso heftigen Kampf um Platz 3 begleitet. Billy Bolt, Alfredo Gomez und Wade Young verbrachten den größten Teil des letzten Wettkampftages zusammen auf der Strecke und schenkten sich keinen Meter. Der Brite legte fast den ganzen Tag Bestzeiten vor. So konnte er sich den Tagessieg als Trophäe einfahren, nahm aber in der Gesamtwertung nur Platz 5 mit nach Hause. Während Billy sich den Tagessieg sicherte, reichte dem Spanier Alfredo Gomez sein Vorsprung von den Vortagen, sich Platz drei in der Gesamtwertung einzuverleiben. Sandra Gomez, die Schwester von Mario Gomez, schrieb Red Bull Romaniacs Geschichte: Nach unsagbaren Strapazen auf einer Strecke, die den meisten männlichen Rennfahrern Albträume verursacht, erreichte sie am Samstag als erste Frau das Finish der Gold-Klasse.

In der Silber-Klasse setzte sich der Däne Peter Weiss nach einer konstanten Leistung während des Rennens und heftigen Kämpfen mit seinem Hauptkonkurrenten Fabien Poirot aus Frankreich durch. Der Deutsche Eddie Findling sicherte sich den Titel in der Bronze Klasse, wo mit Bernard Hugo auch ein Franzose auf Platz zwei landete. Der Rumäne Emanuel Gyenes holte sich nach einem ähnlich interessanten Duell mit dem Franzosen Romain Courty den Titel der Iron-Klasse.

Hauptveranstalter Martin Freinademetz sagte Folgendes über die diesjährige Ausgabe von Red Bull Romaniacs: „Es fühlt sich noch etwas unwirklich an, ich kann es kaum glauben, dass die Red Bull Romaniacs 2020 jetzt tatsächlich stattgefunden hat! Um an diesen Punkt zu kommen, mussten wir uns völlig neu aufstellen, dunkle, ungewisse Momente der Verzweiflung ertragen und auch finanziell tief in die Tasche greifen. Aber wir haben es zum Finish der 17. Auflage geschafft, dank meines Ausnahme-Weltklasse-Teams, dank unserer treuen, überzeugten Partner und der Unterstützung der Rennfahrer. Wir haben den Beweis geliefert, dass es möglich ist, in diesen schweren Zeiten einen internationalen Motorsport Event durchzuführen. Dafür braucht es neben der nötigen Hartnäckigkeit allerdings auch viel Kooperation mit den Behörden, eine sorgfältige Umsetzung der Sicherheitsvorgaben und ein wenig Glück. Es war eine wichtige Lernerfahrung und hilft uns, den Weg für zukünftige Events zu ebnen. Doch der lange Kampf hat sich gelohnt – und nachdem ich all die glücklichen Gesichter unserer Teilnehmer und das positive Feedback gesehen habe, würde ich es jederzeit wieder tun!“.

Cynthia PINTER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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