Museale Silberarbeiten

Neues vom Auktionshaus Dr. Fischer in Heilbronn

Ausgabe Nr. 2676

Große Vermeil-Abendmahlskanne, Siebenbürgen, Kronstadt, Michael Schelling (Meister 1616-1652), um 1630, Höhe: 28 cm

Museale Silberarbeiten werden in der Auktion am 27. Juni  d. J. im Auktionshaus Dr. Fischer in Heilbronn unter den Hammer kommen. Siebenbürgische Goldschmiedearbeiten aus dem 15.-19. Jahrhundert gehören in Europa zu den Spitzenstücken dieser Handwerksgattung.

Die Siebenbürgischen Goldschmiede waren in dieser Zeit in ständigem Austausch mit Goldschmiedezentren wie Nürnberg und Augsburg. Aus dieser Periode werden nun in Heilbronn einige außergewöhnliche Stücke angeboten. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Arbeiten von bekannten Goldschmiedemeistern aus Hermannstadt und Kronstadt.

Seltener Jungfrauenbecher, Siebenbürgen, Hermannstadt, Petrus Erosem (Meister 1588-1600), um 1600, Höhe: 28,5 cm

Das früheste Stück ist ein 20 cm hoher Silberbecher aus Hermannstadt. Der auf 1564 datierte Becher trägt auf dem Lippenrand eine ungarische Inschrift, die sich auf den Besitzer Martin Kanai bezieht. Der Becher ist auf 65.000-75.000 Euro geschätzt. Das bedeutendste Stück ist ein Brautbecher des Hermannstädter Meisters Petrus Erosem (Meister 1588-1600). Trinkgefäße als Scherzgefäße in den verschiedensten Formen waren in der Renaissance – einer sehr trinkfreudigen Zeit- verbreitet und beliebt. Jungfrauenbecher bestehen immer aus einem kleinen, beweglichen Becher für die Dame und einem größeren, unbeweglichen Becher für den Herrn (Rock).  In Siebenbürgen sind nur sehr wenige Jungfrauenbecher bekannt. Der hier angebotene Becher gehört zu einem der früheren Exemplare. (Taxe: 125.000-135.000 Euro).

Großer Tränenbecher (Kluftbecher) des Yanos Lakatos aus Tușnad, Siebenbürgen, um 1630, Höhe 22 cm

Des weiteren gehören eine Ratskanne des Kronstädter Meisters Michael Schelling (1616-1652) zu der Offerte der Auktion. Auf der zylindrischen Kuppa befinden sich umlaufend stark reliefierte, detaillierte Darstellungen: drei Ovalmedaillons mit Darstellung ,,Jesus im Garten Gethsemane“, der ,,Fußwaschung“ und des ,,letzten Abendmahls“ umgeben von Engeln mit den Arma Christi (Taxe: 95.000 – 110.000 €).

Ein Kluftbecher eines Schmieds stammt von dem Hermannstädter Meister PK und ist um 1690-1700 entstanden. Der Becher kommt aus dem Besitz des Grafen Geza Andrassy und ist auf 7.000 bis 8.000 € geschätzt.

Großer bedeutender Silberbecher des Martin Kanai, Hermannstadt,  Siebenbürgen, wohl Martinus Lekes (Meister 1568), datiert 1564

Hervorzuheben ist auch ein großer Tränenbecher des Yanos Lakatos aus Tușnad. Die Kuppa weist in seiner Ornamentik eine seltene Ausführung des Tränen- oder Wassertropfendekors auf. Die Bestimmung dieser geheimnisvollen ,,Tränenbecher“ steht zweifellos in Zusammenhang mit dem Erlösung bringenden Leidensweg Jesu. Der Becher geht mit einer Schätzung von 12.000-15.000 Euro in die Auktion ein.

Weitere Siebenbürgische Goldschmiedearbeiten und Schmuck vervollständigen das Angebot. Die Stücke werden im Rahmen der Auktion „Kunst, Antiquitäten, Russische Kunst, Silber und Schmuck“ am 26./27. Juni versteigert. Die Objekte können nach vorheriger Terminvergabe von Montag, den 22. Juni bis Donnerstag, den 25. Juni besichtigt werden.  Ein illustrierter Katalog kann unter www.auctions-fischer.de oder info@auctions-fischer.de angefordert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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