,,Was uns und unserer Welt hilft“

Traditioneller Neujahrsempfang des EKR-Bischofs Reinhart Guib

Ausgabe Nr. 2656

Bischof Reinhart Guib (stehend) begrüßt die Gäste, darunter (v. l. n. r.): Stefan Tobler, Martin Bottesch, Hans Erich Tischler, Ilse Philippi, Friedrich Philippi, Henriette Guib, Astrid Fodor, Paul-Jürgen Porr, Christoph Klein und Hans-Georg Junesch. Foto: Fred NUSS

2020 habe die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien (EKR) einen großen Wunsch, Grenzen zu überwinden, sagte Bischof Reinhart Guib bei dem traditionellen Neujahrsempfang am 10. Januar in seinem Grußwort im Bischofspalais. So lautet auch das Motto der EKR für das Jahr 2020: ,,Grenzen überwinden“. Die Jahreslosung ,,Ich glaube; hilf meinem Unglauben“ (Markus 9,24) sei ein tolles Beispiel dafür, stellte Guib fest und führte aus:

 

,,Mit der ehrlichen Antwort auf die Frage Jesu nach seinem Glauben überwand der Vater des epileptischen Knaben alle Zurückhaltung und Grenzen gegenüber Jesus und öffnete seinem Kinde die Chance auf Heilung. In einer Welt der  zunehmenden neuen Grenzziehungen, der Abschottung und der Alleingänge wollen wir verstärkt auf das Wert legen und das fördern, was uns und unserer Welt hilft und um der Menschen und Gemeinschaft willen Grenzen überwinden: Grenzen überwinden – durch den Glauben und das Gebet. Dies lehrt uns die Jahreslosung. Unser Glaube ist ein Geschenk, dafür wir Gott danken und womit wir selbst in schweren Stunden und Rückschlägen überwinden können. Mit dem Gebet vertrauen wir uns und unsere Schwachheit dem an, der uns mit seiner Kraft beistehen und aufhelfen kann.“

Mit zwei Werken von Beethoven, auf Melodikas interpretiert, läuteten die Hermannstädter Stadtkantorin Brita Falch Leutert (links) und ihr Gatte, Musikwart Jürg Leutert das Beethoven-Jahr ein: dem Marsch WoO (Werk ohne Opusnummer) 29 (orig. 2 Klarinetten, 2 Hörne und 2 Fagotte) komponiert 1797/98 und dem Allegro für die Flötenuhr in G-Dur WoO 33/3 komponiert 1799, dem Graf Deym gewidmet. Foto: Fred NUSS

Bischof Guib lud anschließend die Vertreter der verschiedenen Einrichtungen, die er zu ,,unserer Gemeinschaft“ zähle ein, ,,mit ihren Gedanken und Wünschen uns mitzunehmen auf den Weg des Jahres 2020″.

Die Moderation übernahm Hauptanwalt Friedrich Gunesch.

Als erster Redner bezog sich Landeskirchenkurator Friedrich Philippi auf das „Jahr des Ehrenamtes“, das die EKR 2019 ausgerufen hatte und diesbezüglich ging er ein auf die unbezahlbar wichtige und oft nicht genug gewürdigte Tätigkeit der Kuratorinnen und Kuratoren in den geschrumpften Kirchengemeinden landauf landab.

Seitens des Studiengangs Protestantische Theologie der Lucian Blaga-Universität Hermannstadt richtete Dr. Stefan Tobler, Professor für Systematische Theologie, stellvertretend für die abwesende Leiterin Dr. Renate Klein ein kurzes und wie immer prägnantes Grußwort an die Anwesenden und sprach von den Zukunftsplänen dieser Einrichtung, als Partner der EKR ein Zentrum für Evangelische Theologie Ost (ZETO) zu gründen. Darauf hatte auch Bischof Guib schon hingewiesen bei der im Vorjahr erfolgten Feier zum 70. Gründungsjubiläum des Theologischen Instituts.

Bürgermeisterin Astrid Fodor  wies darauf hin, dass das Jahr 2020 ein wichtiges Jahr für die deutsche Gemeinschaft in Stadt und Kreis Hermannstadt sei, da die Stadtverwaltung insgesamt 80 neue Baustellen habe, aber vor allem weil es im Juni Kommunalwahlen gebe und man hoffe, dass das DFDR es wieder schaffen werde, die Mehrheit im Stadtrat Hermannstadt zu stellen. Darum gelte: ,,Wir müssen positiv denken“.

Der DFDR-Landesvorsitzende Dr. Paul-Jürgen Porr sagte u. a. ,,Wir wünschen uns vor allem Frieden und Gott gebe unseren Politikern Vernunft dazu. Ich wünsche mir zehn Jahre Normalität. Wir haben sie nötig“.

Frieden und Grenzen überwinden gingen Hand in Hand, sagte Konsul Hans Erich Tischler: ,,Ohne Überwindung von Grenzen gibt es keinen Frieden“, unterstrich er und stellte fest: ,,Siebenbürgen ist ein gutes Beispiel dafür, dass es möglich ist, Frieden zu schaffen zwischen Religionsgemeinschaften und Ethnien.“

Die bedeutende Rolle der Wirtschaft für unsere Kultur unterstrich Harald Friedrich, der Vorsitzende des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen (DWS) und Hans-Georg Junesch, Hermannstädter Bezirksdechant, stellte abschließend fest: „Die Kirche hält unsere Gemeinschaft zusammen, auch wenn dies für manche eine gewagte Äußerung sein mag. Sie ist weder letzter Hort eines Deutschtums in Siebenbürgen noch Interessengemeinschaft von Klerikern oder weltlichen Mitarbeitern. Sie ist in erster Linie geistlich.“

Beatrice UNGAR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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