„Förderung der kulturellen Vielfalt”

Medientreffen der Deutschen Gesellschaft e. V. fand in Berlin statt

Ausgabe Nr. 2656

 

Gruppenfoto bei der Medientagung

Die Deutsche Gesellschaft e. V. in Berlin organisiert jährlich eine Medientagung, bei dem deutschsprachige Medienvertreter eingeladen werden. Ende 2019 fand das Treffen wieder im eigenen Hause der Deutschen Gesellschaft statt. Dr. Evelyna Schmidt, Referentin für Kultur & Gesellschaft sprach mit HZ-Redakteurin Ruxandra Stănescu über das Treffen und die Organisatoren.

 

Die Deutsche Gesellschaft hat ein Medientreffen organisiert. Seit wann wird dieses Treffen organisiert und welche sind die Ziele?

Die Deutsche Gesellschaft e. V. ist der erste gesamtdeutsche Verein nach dem Mauerfall. Bei ihrer Projektarbeit geht es ihr darum, das Miteinander in Deutschland und Europa zu fördern. Die erste Medientagung war 2011. Seit nunmehr vier Jahren, also seit 2016, findet das Arbeitstreffen jedes Jahr statt. Uns geht es bei diesem Projekt darum, deutschsprachige Journalisten in Europa bei ihren Herausforderungen zu unterstützen, indem wir ihnen eine Plattform für Austausch und Fortbildung bieten.

Wer ist dabei eingeladen?

Wir laden vorrangig deutschsprachige Medienvertreter aus dem östlichen Europa ein, d. h. aus Rumänien, Polen, Ungarn, Georgien, Kasachstan, Kroatien, Russland, der Slowakei, der Tschechischen Republik und der Ukraine. Natürlich richten wir uns ebenso an interessierte Journalisten und Medienakteure in Deutschland. An der Medientagung nehmen zunehmend auch Vertreter deutschsprachiger Medien aus westeuropäischen Ländern teil, so 2019 aus Dänemark, Frankreich und Italien. Viele Teilnehmer arbeiten für Minderheitenmedien und sind Vertreter deutscher Minderheiten im Ausland.

Wie war das Feedback seitens der Teilnehmer?

Die Evaluation der Veranstaltung fiel sehr positiv aus. Ganz klar sprachen sich die Teilnehmer für eine Fortsetzung der Medientagung aus und äußerten den Bedarf nach regelmäßigem Austausch und Fortbildung. Die Vorträge der Herausgeberin Aila Stöckmann (RivieraZeit/Frankreich) und der Online-Journalistin Elisabeth Turker (Dolomiten/Italien) fanden großen Zuspruch. Denn sie als deutschsprachige Medien in Westeuropa eröffneten eine neue Perspektive im Umgang mit Marketing und Online-Journalismus. Für die nächste Medientagung wünschen sich die Teilnehmer mehr Input zu aktuellen Trends und neuen Medien, insbesondere Podcasts und Videos.

Wie war das Feedback seitens der Trainer?

Die Referenten zeigten sich ebenfalls zufrieden mit dem Format und bekundeten ihr Interesse an einem langfristigen Austausch bzw. einer Zusammenarbeit mit einzelnen Medienvertretern. Ein gutes Beispiel ist die Medientagung 2018, auf der Nea Matzen, Redakteurin und Planerin beim Nachrichtenportal tagesschau.de, einen Workshop über Entwicklungen im Online-Journalismus durchführte und sich im Nachgang eine Zusammenarbeit mit einem der Teilnehmer entwickelte.

Ist dieses Treffen für die Deutsche Gesellschaft wichtig?

Selbstverständlich. Die Medientagung ist für uns eine wichtige Veranstaltung, weil sie gemäß unseren Vereinsgrundsätzen für die Förderung kultureller Vielfalt in Europa steht. Und zu ihr gehören deutschsprachige Medien im Ausland, die sich mit ihren Themen gleichermaßen an die deutsche Minderheit, die Leserschaft vor Ort und in Deutschland richten. Die Hermannstädter Zeitung ist ein gutes Beispiel dafür.

Sagen Sie mir bitte einige Worte zu der Deutschen Gesellschaft und zu den Aktivitäten.

Die Deutsche Gesellschaft e. V. feiert in diesem Jahr ihr 30. Jubiläum. Im Januar 1990 fand die Gründungsveranstaltung in der Berliner Nikolaikirche statt. Zu den Gründungsmitgliederngehörten so bekannte Persönlichkeiten wie Willy Brandt, Johannes Rau, Lothar de Maizière oder Armin Mueller-Stahl. Als erster gesamtdeutscher Verein nach dem Mauerfall ging und geht es der Deutschen Gesellschaft e. V. um die Annäherung von Ost und West, den Abbau von Vorurteilen und die Vermittlung der neuesten Zeitgeschichte.

Im Übrigen verleiht sie jährlich den Preis der Deutschen Gesellschaft e. V. für Verdienste um die deutsche und europäische Verständigung: Klaus Johannis, Rumäniens Staatsoberhaupt und langjähriger Bürgermeister von Hermannstadt, nahm 2007 den Preis entgegen. Die Bundesrepublik feiert in diesem Jahr 30 Jahre Deutsche Einheit. Wir, als Verein,  führen sehr viele Bildungsformate durch, z. B. Konferenzen, Workshops, Studienreisen, Sommerakademien, Wettbewerbe und Lesungen. Die Deutsche Gesellschaft e. V. setzt sich schon seit Langem für die Errichtung des Freiheits- und Einheitsdenkmals in Berlin ein.

Darüber hinaus engagieren wir uns mit unseren Projekten gegen Antisemitismus und für ein demokratisches und vielfältiges Miteinander in Deutschland und Europa. Vor kurzem nahmen wir als Verein den renommierten Europäischen Kulturmarken-Award in der Kategorie Europäisches Bildungsprogramm entgegen – und zwar für das in Hermannstadt stattfindende Wandergesellentreffen, das es schon seit 13 Jahren in Ihrer wunderschönen Stadt gibt.

Herzlichen Dank.

 

 

 

 

 

 

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