Hinter Busiasch liegt ein Schatz

Besuch auf dem Zillascher Weinberg beim Unternehmen „Thesaurus“

Ausgabe Nr. 2641

Weinverkostung bei „Thesaurus“ auf dem Zillascher Weinberg.
Foto: Cynthia PINTER

Wein ist nicht gleich Wein, und Traube ist nicht gleich Traube. Dies lernten die Journalisten des Vereins „FunkForum“, sowie Studenten und Schüler aus Temeswar und Sathmar, die in ihrer Freizeit bei Radiosendern mitmachen, beim Besuch des Weinunternehmens „Thesaurus“. Hinter Busiasch/Buziaș liegt ein Schatz verborgen, ein kleines Weinbauareal, das südwestlich ausgerichtet ist.

Das sind hervorragende Bedingungen, die auf dem Zillascher Weinberg, rumänisch Podgoria Silagiului, herrschen.

 

Hier werden beim Unternehmen „Thesaurus“, das 2004 gegründet wurde, zehn Sorten weißen und roten Weins hergestellt. Jeder Wein, jeder Jahrgang trägt sein persönliches Siegel, geprägt durch die Qualität der Trauben, der sorgfältigen Lese zur optimalen Reifezeit sowie die Weinbereitung und –lagerung nach modernem Verfahren.

Der fünf Hektar große Weinberg von „Thesaurus“ wurde mit fünf noblen Weintraubensorten bebaut: Pinot Noir, Cabernet Sauvignon, Italienischer Riesling, Muscat Ottonel und Sauvignon Blanc. Von allen Traubensorten konnte man beim Spaziergang auf dem Weinberg probieren.

Adrian Olaru zeigt die reifen Trauben.              Foto: Cynthia PINTER

2010 wurden bei „Thesaurus“ die ersten Weine hergestellt, aber zu kaufen gibt es den Wein erst seit 2014 nur im HORECA-Bereich, also in speziellen Restaurants, Hotels oder Wine-Bars. Im Supermarkt gibt es die Weine noch nicht, da die Produktion von etwa insgesamt 25.000 Flaschen pro Jahr zu klein für den Massenverkauf ist.

Um auf dem Markt sein zu dürfen und um die DOC-Zertifizierung, die auf den meisten Weinflaschen zu sehen ist, zu bekommen, müssen gewisse Regeln eingehalten werden. „Wir dürfen die Weinreben nie gießen, das ist eine der wichtigsten Regeln, die eingehalten müssen, um die Zertifizierung der Herkunftsregion eines Produktes (DOC) zu bekommen“, erklärt Adrian Olaru, der Verkaufsvertreter der Firma „Thesaurus“. Doch dieses Jahr hatten die Temeswarer Inhaber Glück und es regnete in genau den richtigen Mengen, um eine gute Weinlese zu haben.

Wenn die Reben zu viele Früchte tragen, ist das auch nicht gut. Es muss eine gewisse Quantität produziert werden, deswegen werden die überflüssigen Früchte noch in grünem Zustand gepflückt und nur die nötigen Mengen gehen den Reifeprozess durch. Geerntet werden alle Trauben von Hand, dazu werden jedes Jahr Arbeitskräfte aus dem nahegelegenen Ort Bakowa angestellt.

Nebst Wetter, spielt der Boden ebenfalls eine wichtige Rolle: „Wir haben hier einen sehr guten, nahrhaften Boden für Wein. Er ist überhaupt nicht steinig, was ideal ist“, erklärt Adrian Olaru. Erfolgreich ist das Unternehmen auch Dank der vorsichtigen Begutachtung des Hauswinzers, David Colin Lockley. Er stammt aus Südafrika und begleitet den ganzen Prozess der Weinbereitung, von dem Stutzen der Weinreben, zum Testen der Trauben, bis hin zur Lese und eigentlichen Weinherstellung. „Sogar bei der Etikettierung der Flaschen hatte er sein Händchen im Spiel“, verrät Adrian Olaru, der erklärt, dass die Farben für das Etikett des Sauvignon Blanc genau jene des Sonnenuntergangs widerspiegeln, wie man sie vom Weinberg sehen kann. Auf diese Idee kam ebenfalls der erfahrene Winzer aus Südafrika.

Nach der Besichtigung des Weinbergs und der Produktionshalle mit den großen Inox-Fässern für den Weißwein und Eichenholzfässern für den Rotwein, ging die Journalistengruppe in das Event-Haus, in dem oft Empfänge, Hochzeiten und Taufen stattfinden. Hier führte Adrian Olaru die Weinverkostung dreier Sorten: Sauvignon Blanc, Pinot Noir und Reserve Cabernet Sauvignon. Dazu gab es eine Käseplatte, die den Teilnehmern ebenso mundete wie der leckere Wein. Die Begeisterung war so groß, dass kaum jemand ohne eine Flasche des edlen Rebensafts nach Hause ging.

Cynthia PINTER

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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