Wer kennt Artachino?

Werke rumänischer Künstler im Kunsthaus 7B

Ausgabe Nr. 2632

Eine Auswahl von Werken der rumänischen klassischen Moderne zeigt das Kunsthaus 7B in Michelsberg vom 22. Juni bis 31. August d. J.. Alle Werke stammen aus rumänischen Privatsammlungen. Die Vernissage fand am 22. Juni statt. Die Ausstellung ist nach Voranmeldung unter kunsthaus7b@gmail.com zu besichtigen.

Zu sehen sind Werke von Nicolae Tonitza (1886-1940), Spiru Chintilă (1921-1985), Mircea Ciobanu (1950-1991), Dumitru Ghiață (1888-1972), Daniel Henri (1875-1959), Lucian Grigorescu (1894-1965), Max W. Arnold (1897-1947), Constantin Artachino (1870-1954), Corneliu Michăilescu (1898-1965), Jean Neylis (1869-1938), Ion Theodorescu Sion  (1882-1939), Ștefan Constantinescu  (1898-1983), Victor Brauner (1903-1966) und Nicolae Dărăscu  (1883-1959).

Constantin Artachino: Türkische Moschee in Turtucaia. Öl auf Karton.
Foto: Beatrice UNGAR

Das Schicksal eines in Vergessenheit geratenen Malers, der mit zwei wunderschönen Stimmungsbildern aus der Dobrudscha in der Ausstellung vertreten ist, dürfte beispielhaft sein für das Schicksal vieler Künstler, die an der Machtübernahme durch die Kommunisten scheiterten und die nach der Wende nun wieder entdeckt werden. Der 1870 in Giurgiu geborene Constantin Artachino war Schüler von Theodor Aman und Kollege z. B. von Nicolae Vermont und Stefan Luchian und unterrichtete seinerseits zunächst in Jassy und dann in Bukarest. Gemeinsam mit Luchian hat er die Innenmalerei  der Alexander dem Heiligen gewidmeten rumänisch-orthodoxen Kirche in Alexandria gefertigt und gemeinsam mit Vermont und Serafim die Innenmalerei der rumänischen Dreifaltigkeitskirche in Sofia/Bulgarien.

Aman und Luchian kennt fast jeder/jede, der/die einen Namen aus der rumänischen bildenden Kunst nennen soll. Artachino hat zumindest genau so einfühlsam gemalte Landschafts- und Blumenbilder sowie fantastische Porträts hinterlassen. Trotzdem ist er nur in kleinen, einschlägigen Kreisen bekannt und nach der Wende versuchte vor allem der Kunstkritiker Petre Oprea, der den Maler gekannt hat, diesen aus der sprichwörtlichen „Versenkung“ hervorzuholen.

Blick in einen der drei Ausstellungsräume im ersten Stock der ehemaligen Schule in Michelsberg.
Foto: Beatrice UNGAR

1954 ist der Künstler vereinsamt, verarmt und ohne Freunde in seiner Wohnung in Bukarest erfroren. Es war ein sehr harter Winter, alles war zugeschneit, so dass man ihn erst sieben Tage danach zu Grabe tragen konnte. In Topalu kann man viele seiner Werke im Museum von Dinu und Sevasta Vintilă besichtigen, die 1960 ihre Sammlung ihrer Heimatgemeinde geschenkt haben.  Das Museum ist eine Abteilung des Kunstmuseums Konstanza.

Beatrice UNGAR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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