Wichtige Brückenfunktion

Workshop: „Entdecke das Lehrmittelzentrum”

Ausgabe Nr. 2614

 

Vorstellungsrunde der Teilnehmer (v. r. n. l.): Ada Tănase, Ana-Maria Viscrean, Hans E. Tischler und Laura Părăian.           
Foto: Ruxandra STĂNESCU

Im Rahmen eines Workshops für Deutschlehrerinnen stellte das Deutsche Kulturzentrum Hermannstadt vergangenes Wochenende ihr Lehrmittelzentrum vor. Teilgenommen haben Lehrerinnen aus Siebenbürgen, die Deutsch als Muttersprache und als Fremdsprache unterrichten.

Empfangen wurden die Teilnehmerinnen von Ada Tănase, der Leiterin des Deutschen Kulturzentrums Hermannstadt:  „Das heutige Treffen verspricht inhaltlich Attraktives, wir würden uns aber sehr freuen, wenn es auch als Möglichkeit der Vernetzung genutzt wird, da heute, wie bereits angedeutet, Deutschlehrerinnen nicht nur aus Hermannstadt anwesend sind, sondern auch Kolleginnen aus Agnetheln und Mediasch und sogar aus benachbarten Kreisen, aus Städten wie Neumarkt, Karlsburg, Mühlbach, Hunedoara und Deva.” Das Kulturzentrum soll auch zukünftig ähnliche Workshops anbieten, versprach sie und wünschte den TeilnehmerInnen viel Spaß.

Ein Grußwort sprach auch der Konsul der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt, Hans E. Tischler, der erklärte, dass die Fortbildung der Lehrer ein sehr zentrales Thema ist: „Ihnen ist am besten bekannt, wie traditionsreich der deutschsprachige Unterricht hier in Siebenbürgen ist, Sie sind sich auch bewusst, mit welchen Herausforderungen Sie in den letzten Jahren konfrontiert sind.” Der Konsul sprach kurz über die Geschichte des Lehramtes in Siebenbürgen und über die Persönlichkeiten, die den Weg gezeigt haben, wie „deutsche Kultur und deutsches Geisteslebens an Kinder und Jugendliche vermittelt wird”. Dabei sprach er auch über die „enormen Leistungen”, die von den Lehrern erwartet werden, aber auch über die Verantwortungen, die diese tragen. Auch wenn „der deutschsprachige Unterricht in Rumänien sehr beliebt wird und von den Eltern sehr geschätzt wird”, stehen die deutschsprachigen Schulten unter Druck. Dafür gibt es mehrere Ursachen, so Hans E. Tischler: „Es sind immer weniger junge Leute bereit, sich für das Lehramt zu entscheiden, obwohl es im deutschsprachigen Raum in Rumänien genügend ausgebildete Intellektuelle gibt, die diese Aufgabe mit Bravur erledigen können.” Dabei dankte er den Teilnehmerinnen, sich in diesen Zeiten für das Lehramt entschieden zu haben. „Deutschland unterstützt die Lehrer bei ihrer Aufgabe in vielfältiger Weise”, fuhr der Konsul fort, „wie die Aufwandsentschädigung, Seminare wie dieser und Hospitationen.” Dabei forderte er die Lehrerinnen auf, weiterhin beizutragen, „damit das Lehramt attraktiv bleibt”. Der Konsul unterstrich auch eine weitere Brückenfunktion der Lehrer: „Denjenigen, die die deutsche Sprache erlernen, steht der Weg zur deutschen Kultur offen.” Letztendliche Ziele sind gegenseitiges Verständnis, Austausch zwischen den Völkern und weitere Entwicklung der bilateralen Beziehungen.

Seitens des Hermannstädter Schulinspektorates sprach Laura Părăian, Fachinspektorin für den deutschsprachigen Unterricht. Dabei forderte sie die Teilnehmerinnen auf, so oft wie möglich solche Seminare zu besuchen, um Neues zu erlernen: „Wir haben als Lehrer die Aufgabe, die Schüler zu beflügeln, denn außerhalb des Schulraumes wird oft mehr erreicht, als in der Klasse und im Unterricht.” Wichtig ist die Teilnahme der LehrerInnen bei Workshops auch für den Austausch mit Kollegen: „Man kann auch Vieles voneinander lernen.”

Nach den Eröffnungsreden begann der Workshop mit einer spannenden Vorstellungsrunde: Ein Wollknäuel wurde herumgeworfen, die Lehrerinnen stellten sich dabei vor und wurden durch einen roten Faden verbunden. Leider wurde es bei dieser Runde offensichtlich, dass einige Teilnehmerinnen ihre Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben. Desto wichtiger sind Seminare und Weiterbildungskurse, auch das Lehrmittelzentrum kann eine gute Gelegenheit bieten, die Deutschkennnisse zu verbessern, aber auch neue Lehrmittel im Unterricht einzuführen.

Die Workshopleiterinnen Ana-Maria Viscrean, Beraterin des Lehrmittelzentrums und Roxana Stoenescu, Bibliothekarin am Kulturzentrum, boten dann den Teilnehmerinnen ein abwechslungsreiches Programm.  Im Mittelpunkt stand das Lehrmittelzentrum, die Teilnehmerinnen waren über das Angebot begeistert.

Ruxandra STĂNESCU

 

 

 

 

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