Neues Schuljahr – alte Krankheit

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Pressekonferenz des DFDR-Abgeordneten Ovidiu Ganţ in Hermannstadt

 

Pressekonferenz mit DFDR-Abgeordneter Ovidiu Gant. Foto: Ruxandra Stanescu

Über die Probleme der Schule, die folgende Parlamentszeit, die wiederholten Attacken der rumänischen Regierung auf die deutsche Minderheit und die kommente sprach DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganț am Freitag mit der Hermannstädter Presse.

 

„Die Parlamentszeit und die Schule haben gerade begonnen” erklärte Ovidiu Ganţ. „Das Schuljahr hat mit chronischen, aber auch mit neuen Problemen begonnen. Ich will jetzt die katastrophale Situation der Lehrbücher nicht kommentieren, die während der Amtszeit des Schulministers Pop begonnen und vom Minister Popa weiter geführt worden ist.“ Beantragt wurde beim Ministerium, so der Abgeordnete, dass die Lehrbücher außer für die deutsche Sprache, aus dem Rumänischen übersetzt werden, „sobald fehlerfreie Lehrbücher in rumänischer Sprache erscheinen werden.” Trotz der Ironie erklärte Ganţ, dass er sich mit der Situation abgefunden habe: „Das ist ein Problem, gegen das ich seit 17 Jahren kämpfe.“

Neu hingegen ist das Problem, das es noch nie in der Schulgeschichte Rumäniens gab, „die anomale Entscheidung”, dass in den Minderheitenschulen die Grundschullehrer die rumänische Sprache nicht mehr unterrichten dürfen, und dass die Rumänischstunden von Gymnasiallehrern – die übrigens für diese Art des Unterrichts nicht qualifiziert sind – übernommen werden. Dabei haben die Grundschullehrer vom rumänischen Staat ein Attest – durch ihre Ausbildung – dass sie die rumänische Sprache unterrichten dürfen.  Dazu kommt noch, „dass alle meine Kollegen in den Schulen viel besser rumänisch sprechen, als viele der jetzigen Minister.“ Eingeschaltet wurde inzwischen auch das Antidiskriminierungsamt, die Antwort des Amtes kann leider ignoriert werden, wie auch der Antrag an die rumänische Regierung, diese Entscheidung zurück zu ziehen.

Auch auf das Problem der Attacken auf die deutsche Minderheit erhielt der Parlamentarier keine Antwort. Beantragt wurde, dass Regierungsberater Darius Vâlcov abgesetzt, nachdem er die deutsche Minderheit angegriffen hat. „Seine Behauptungen sind inkompatibel mit seinem Amt“, erklärte der Abgeordnete, der mehrere Fragen an Premierminister Viorica Dăncilă eingereicht hat, auf deren Antworten er zum Teil seit Februar dieses Jahres wartet.

Ovidiu Ganţ berichtete auch über das Gespräch mit Bundesaußenminister Heiko Maas, an dem er zusammen mit dem DFDR-Vorsitzenden Paul-Jürgen Porr teilgenommen hat.

„Gerade findet auch die Jahresplanungskonferenz mit Vertretern des  Bundesinnenministeriums statt – ich bin auch dabei – bei der die Finanzierung der Projekte für das Jahr 2019 besprochen wird. Es geht dabei um wichtige soziale Projekte des DFDR ”, so der Abgeordnete.

„Wir unterstützen auch die EU-Präsidentschaft Rumäniens, ich werde in Wien eine Wanderausstellung über die deutsche Minderheit eröffnen und somit ein Zeichen setzen, dass die Attacken lediglich momentane Verirrungen der PSD-Mitglieder sind und nicht die allgemeine Politik des rumänischen Staates und noch weniger das Verhalten der Rumänen gegenüber der deutschen Minderheit veranschaulichen. Die ganze Verantwortung tragen PSD,  die Regierung und die Personen selber.” Dabei erklärte Ovidiu Ganţ, er könne sich nicht vorstellen, dass die jetzige Regierung Rumänien in den nächsten Monaten ehrenhaft vertreten wird.

Ruxandra STĂNESCU

 

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