Keramik, Kupferkessel und Kuchen

Zum 52. Hermannstädter Töpfermarkt gesellten sich Roma- und „Centrum“-Markt

Ausgabe Nr. 2592

Der Große Ring gehörte am Wochenende den Töpfern, den Käufern blieb die Qual der Wahl.          Foto: Fred NUSS

Am Großen Ring hat am vergangenen Wochenende die 52. Auflage des Hermannstädter Töpfermarktes stattgefunden, der traditionell immer am ersten Wochenende im September veranstaltet wird. Auch dieses Jahr fand zeitgleich auf dem Kleinen Ring der Romamarkt statt, was inzwischen auch fast eine Tradition geworden ist.

 

Schon seit vielen Jahren merkt man, dass die Anzahl der traditionellen Töpfer in Rumänien zurückgeht, heuer konnte man feststellen, dass auch die Zahl der traditionellen Roma-Handwerker abnimmt. Der Markt auf dem Kleinen Ring hatte fast nichts mehr mit ihren Traditionen und Bräuchen gemeinsam. Übrigens hatte der Stand mit Kunstblumen den meisten Zulauf. Neu hinzugekommen war dieses Jahr ein kulinarisches Fest, das auf dem Huetplatz organisiert wurde.

Sehr gut besucht war der Töpfermarkt sowohl am Samstag, als auch am Sonntag, denn das Angebot der über 100 Aussteller aus dem In- und Ausland erfreute nicht nur die Hermannstädter, sondern auch die vielen Touristen.

Von Kleinigkeiten ab 1 Leu bis zu riesigen Vasen für 1.500 Lei und mehr gab es für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas zu kaufen. Die Hermannstädter ergänzten ihre Sammlungen und ersetzten die übers Jahr zerbrochenen Keramikobjekte, die Touristen suchten Souvenirs und Mitbringsel.

Alle freuten sich bei strahlendem Sonnenschein über die große Auswahl.

Auf dem Kleinen Ring konnte man einen Silberschmied und eine oder zwei Holzlöffelverkäuferinnen sehen, auch ein Kesselroma bot seine Ware an. Das waren leider auch die wenigen Handwerker und eigentlich auch wenige Roma, die hier ihre Ware verkauften. Dafür war der Platz voll, es gab jede Menge zu kaufen. Von Pelzmützen, die bei 30 Grad und strahlender Sonne nicht mal anprobiert werden konnten, bis zu gestickten Blusen mit rumänischen Motiven, die eigentlich größtenteils in China hergestellt werden. Aus China kamen auch die vielen Plastikspielsachen, die hier verkauft wurden und mit Lichtern und Farben die Kinderherzen hüpfen ließen, das Angebot wurde ergänzt mit Angeboten kleiner Hersteller aus Rumänien, die Lederschuhe, Sportkleidung und Souvenirs anbot. Ganz bunt war auch der Stand mit Kleidung, die jeden Hippie erfreut hätte, so dass der Kleine Ring diesmal einem Basar glich. Die Roma, die seit Jahren von den Dachböden in Siebenbürgen gesammelte alte Objekte verkaufen, waren auch da, auch wenn eher versteckt diesmal. Sehr großen Erfolg hatten auch dieses Jahr die Keramik-Verkäufer, die seit Jahren für wenig Lei Teller, Tassen & Co. verkaufen, die kleine Mängel aufweisen.

Alt oder neu, traditionell oder modern, falsch oder echt, Hauptsache, das Geld wechselte den Besitzer, denn letztendlich waren alle zufrieden. Dazu gab es Kleinigkeiten zu Essen, hauptsächlich frittierte Sachen, die das Angebot vom Huetplatz eher ergänzten, denn hier beim „Centrum“-Fest war das Essen eher karg für die vielen aufgestellten Tische. Lediglich ein einziges Angebot für warmes Essen und ein einziger Bier- und Saftverkäufer waren da zu finden, so dass die Preise fürs Essen jedem Restaurant im Zentrum Hermannstadts Konkurrenz machen konnten. Auf beiden Seiten des Huetplatzes waren auch einige Stände aufgestellt, nicht mehr als 12 insgesamt, die hausgemachte Zakuska, Palinka, Kuchen und Marmeladen anboten. Gut besucht waren allerdings die Folkloredarbietungen abends.

Allgemein waren mit diesem dreifachen Angebot im Zentrum Hermannstadt nicht nur die Einheimischen, sondern auch die vielen Touristen zufrieden, die versprachen, zumindest den Töpfermarkt wieder zu besuchen.

Ruxandra STĂNESCU

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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