Ein breitgefächertes Programm

Der Kreisrat Hermannstadt lud zum Tag der Offenen Türen  ein

Ausgabe Nr. 2586

Für das leibliche Wohl der Besucher in der Astra-Bibliothek sorgten Rodica Bona und Adrian Gut aus Stolzenburg. Foto: Beatrice UNGAR

Zwei einsame Studenten saßen im Sitzungssaal des Kreisrates und verfolgten aufmerksam den faszinierenden Dokumentarfilm „Der Kreis Hermannstadt – die südliche Pforte Siebenbürgens“, der zum „Tag der Offenen Türen“ zwischen 9 und 13 Uhr immer wieder gezeigt wurde. Beide Studenten waren begeistert und gar nicht traurig darüber, dass ansonsten niemand da war.

 

Am vergangenen Freitag war das Programm des vom Kreisrat Hermannstadt zur Jahrhundertfeier der Vereinigung Rumäniens angebotenen Tages der Offenen Türen“ breitgefächert. So kam es schon mal im Laufe des Tages vor, dass gewisse Programmpunkte besser besucht waren als andere. Besonders gut besucht war das Angebot des Salvamont-Bergrettungsdienstes in der Arka Park-Kletterhalle im Stadtteil Neppendorf, wo mehr als 40 Kinder sich an den Kletterwänden tummelten.

Beim Konzert im Thaliasaal (v. r. n. l.): Direktor Ioan Bojin, Kreisratsvorsitzende Daniela Cîmpean und ihre Stellvertreterin Christine Manta-Klemens.
Foto: Beatrice UNGAR

Zahlreiche Gäste durften auch die Mitarbeiter der Astra-Bibliothek empfangen. Hier gab es Workshops für Kinder, Erwachsene konnten Einblick nehmen in die Sammlung mit alten Büchern und Periodika, eine Ausstellung im neuen Trakt zeigte Bücher zum Ersten Weltkrieg. Ein Höhepunkt war die Präsentation des Bildbandes mit Landkarten des Kreises Hermannstadt, der unter dem Titel Scaunul, Comitatul, județul Sibiu: 100 de ani de administrație românească în Transilvania. 50 de ani de la reorganizarea administrativ-teritorială a României“ (Der Stuhl, das Komitat, der Kreis Hermannstadt: 100 Jahre rumänische Verwaltung in Siebenbürgen. 50 Jahre seit der Verwaltungsreform in Rumänien) von Mitarbeitern der Bibliothek herausgegeben worden war.

Direktor Silviu Bors mit dem von der Astra-Bibliothek herausgegebenen Bildband mit Karten des Kreises aus 100 Jahren rumänischer Verwaltung.
Foto: Beatrice UNGAR

Den nächsten Höhepunkt bestritt die für die Methodik und die Bibliotheksfilialen außerhalb Hermannstadts zuständige Anca Vasilescu und die Leiter und Leiterinnen dieser Filialen. Gekommen waren aus Großau Mihaela Dănulețiu, aus Freck Maria Grancea, aus Gura Râului Maria Lupu, aus Stolzenburg Rodica Bona, aus Birthälm der Volontär Emanuel Coldea, aus Turnu Roșu Lucian Cârpătorea und aus Talmesch Maria Popa. Als die Bibliothekare ihre Einrichtungen vorstellten, war bald klar, dass es sich nicht nur um einfache Aufbewahrungsstätten für Bücher handelt sondern um regelrechte Kulturzentren der jeweiligen Ortschaften. Natürlich dort, wo auch rührige Frauen und Männer am Werk sind. So kann man in der Bibliothek in Gura Râului – die sinnigerweise Mugur de brad“ (Tannenknospe) heißt, der Ort befindet sich am Fuße des Zibinsgebirges – nicht nur Bücher lesen oder ausborgen, sondern z. B. auch Kochkurse belegen oder etwas über die traditionellen Handwerke erfahren.

Der musikalische Höhepunkt des Tages war das außerordentliche Konzert der Hermannstädter Staatsphilharmonie im Thaliasaal. Hier hatten am Vormittag alle Interessierten die Generalprobe erleben dürfen. Unter der Stabführung von Constantin Grigore brachte das Orchester Werke von George Enescu, Dmitri Schostakowitsch, Pjotr Iljitsch Tschaikowski, Antonin Dvorak, Nicolae Kirkulescu und Grigoraș Dinicu zu Gehör, als Solistin brillierte am Klavier Monica Florescu.                  Beatrice UNGAR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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