„Sitztanzen“ und mitsingen

Das Duo Wiener Blond“ begeisterte in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2569

Verena Doublier (links) und Sebastian Radon (rechts) auf der Bühne des Hermannstädter Radu Stanca-Nationaltheaters. Foto: Beatrice UNGAR

Unter dem Titel „Beatboxing trifft Wienerlied” stand die Rumänien-Tournee des Duos „Wiener Blond”. Am Sonntag traten sie auf der Bühne des Hermannstädter Radu Stanca-Nationaltheaters auf und boten Beatboxing vom Feinsten, indem sie Schlagzeug- und andere Perkussionsrhythmen, Instrumente imitierten und sich selbst damit begleiteten. Verena Doublier griff ab und zu zur Gitarre und Sebastian Radon bediente die Loopstation.

Auch mit der Loopstation konnten die beiden fast ein ganzes Orchester oder einen Begleitchor klanglich auf die Bühne bringen. Diesmal standen sie nur zu zweit da, inzwischen haben sie oft bei Auftritten in Wien das Streicherquintett Das Original Wiener Salonensemble mit dabei. Mit diesem Ensemble haben sie z. B. ihre CD mit dem vielsagenden Titel ZWA“ bespielt und 2016 herausgebracht. Diese CD und ihre erste CD (Der Letzte Kaiser, 2015) konnte man nach dem Konzert am Sonntag käuflich erwerben.

Zurück zum Konzert: Spätestens als sie das Publikum zum Mitsingen animierten und anleiteten, entpuppten sich Verena Doublier und Sebastian Radon als das, was sie beruflich machen, als Gesangspädagogen der Extraklasse. Bei dem Lied Ruckabissl“, das die beiden dem gedränge in den Wiener U-Bahnen gewidmet haben, dirigierten“ Verena Doublier die anwesenden Männer beim Sprechen der Worte Ruck a bissl (Rück ein wenig zur Seite) und ihr Kollege Sebastian Radon die Frauen, die etwas mehr zu deklamieren hatten: Es ist hier so eng! Ich fühle mich bedrängt – Hilfe! Publikum und Wiener Blond“ waren sich einig: Der Auftritt in Hermannstadt war gelungen, auch unter dem Aspekt des Mitmachens.

Was das Mitmachen betrifft, hätte wohl gerne die eine oder der andere auch wirklich zum anfeuernden Rhythmus der Beatbox getanzt, der einen regelrecht ermutigte vom gemütlichen Sessel aufzuspringen und das Tanzbein zu schwingen. Verständnisvoll kommentierte Sebastian Radon die Aufforderung seiner Kollegin, sie dürfen gerne mittanzen: Vielleicht ’sitztanzen‘?

Das Duo führte überhaupt sehr ansprechend durch das abwechslungsreiche Programm, obwohl sich (fast) alle von den beiden selbst verfassten und komponierten Liedern um Wien drehten. Immer wieder wurde das Publikum direkt angesprochen, die Atmosphäre stimmte und der Funke sprang über.

Die Rumänien-Tournee initiierte der frühere Botschafter Österreichs in Bukarest, Gerhard Reiweger mit Unterstützung der Österreichischen Botschaft in Bukarest und dem Österreichischen Konsulat in Hermannstadt, um nur einige der Beteiligten zu nennen.

Beatrice UNGAR

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