Einfühlsam und bezaubernd

Liederabend mit Ursula Philippi, Melinda Samson und Iuliana Cotârlea

Ausgabe Nr. 2569

Ursula Philippi, Melinda Samson und Iuliana Cotârlea (v. l. n. r.).
Foto: Beatrice UNGAR

„Oh, das ist tiefstes 19. Jahrhundert“, habe sie gemeint, als die Sopranistin Melinda Samson ihr vorschlug, die Liederfolge „Frauenliebe und -leben“ op. 42 von Robert Schumann (1810-1856) aufzuführen, sagte Ursula Philippi nach dem einfühlsamen und bezaubernden Konzertabend am Montag im Spiegelsaal des Hermannstädter Deutschen Forums, der unter dem Motto „Frauenliebe und -leben“ stand. 

Schließlich seien sie bei den Proben den Liedern auf den Geschmack gekommen“, sagte Ursula Philippi, die bei dem Konzert am Klavier saß. Bemerkenswert sei, so Philippi in ihrer Ansage, dass zwei Männer an diesen so einfühlsam klingenden Liedern beteiligt waren, Robert Schumann als Komponist und Adalbert von Chamisso als Dichter.

Auch vier von der Hermannstädter Komponistin Berta Bock (1857-1945) komponierte Lieder brachten die beiden Musikerinnen zu Gehör, wobei Ursula Philippi darauf hinwies, dass die Komponistin einige musikalische Miniaturen“ in einem Leipziger Verlag herausgebracht hatte, allerdings unter dem Namen B. Bock“ weil es um jene Zeit nicht in Ordnung war, dass eine Frau als Komponistin an die Öffentlichkeit trat…

Mit der dritten Musikerin im Bunde, der Geigerin Iuliana Cotârlea, führte Ursula Philippi die Sonate in Es Dur von Francesca Lebrun (1756-1791), einer Zeitgenossin Mozarts, und die Romance“ von Amy Beach (1867-1944) auf, bei der Richard Wagner harmonisch Pate gestanden habe, wie Philippi sagte.

Auf der Suche nach einem Werk, das für dieses Rezital passen könnte, stießen die drei auf Louis Spohrs Töne“, komponiert für Sopran, Geige und Klavier. Mit diesem Werk schloss das Konzert. Als Zugabe erklang Louis Spohrs Abendlied“.

Beatrice UNGAR

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