Ein Fingerzeig für viele andere Gemeinden

Schässburger Bezirksgemeindefest am Pfingstmontag in Pruden gefeiert
Ausgabe Nr. 2481
 
PrudenAm Pfingsmontag wurde das Kirchenfest der Bezirksgemeinde Schässburg in in Pruden gefeiert, wo sich die in der schön geschmückten Peter und Pauls-Kirche füllte. Die Predigt zu halten wurde Pfarrer Christfried Seiffert aus Nünchritz eingeladen, der sich gerade in Siebenbürgen befand. Dabei waren Dechant-Stellvertreter Johann Zey aus Sächsisch-Regen, Pfarrer Johannes Halmen aus Schässburg, Landeskirchenkurator Friedrich Philippi. Den Festgottesdienst gestalteten musikalisch ein Posaunenchor von Bläsern aus Sachsen, Thüringen, Württemberg, die Schäßburger- und Malmkroger Kirchenchöre sowie der Organist Theo Halmen aus Schäßburg.

„So schön hat die Musik in Pruden noch nie geklungen“, wiederholte Pfarrer Johannes Halmen mit Recht die Worte von Dechant-Stellvertreter Johann Zey. Der Posaunenchor und  die Kirchenchöre verliehen durch die reiche musikalische Untermalung dem Fest einen ganz besonderen Glanz. Nicht nur während des Gottesdienstes, sondern auch im Anschluss während des Festessens und des gemütlichen Beisammenseins traten die aus den verschiedensten Ecken angereisten Musiker zusammen, wobei die Ensembles mal einzeln, mal gemeinsam, mal gemischt spielten und sangen. „Jede Gemeinde ist zu Pfingsten schön, Pruden ist aber die allerschönste“. Dieser Gedanke mag wohl vielen Teilnehmern durch den Kopf gegangen sein und diese Schlussfolgerung zog auch Pfarrer Halmen.

Zey erinnerte an die Abwärtsbewegung der Gemeinde noch im Mittelalter, wo die Kirchenburg, die Pruden einmal hatte, nicht mehr erhalten werden konnte und abgetragen wurde. Die Kirche, die da stehe, sei schließlich als ein Geschenk zu betrachten, erinnerte Zey. Pruden, das einmal dem Spott der umliegenden Kirchengemeinden ausgesetzt gewesen ist, weil es keinen Kirchturm hatte, sei nun zum Fingerzeig für viele andere Gemeinden geworden.

Landeskirchenkurator Friedrich Philippi unterstrich die Bedeutung solcher Feste, vor allem wo die Gemeinden sehr klein geworden sind, ermunterte die Teilnehmer dazu, die Freude des Festes auch solchen weiterzugeben, die nicht dabei sein konnten, und wünschte, dass das Bezirksgemeindefest im Schässburger Kirchenbezirk weiterhin als Tradition fortgeführt werden kann.

Das Pfingsfest in Pruden ist schon zur Tradition geworden. „Es ist sind nun genau 20 Jahre her, seit wir beim Pfingstgottesdienst in Rauthal dabei waren“, erinnerte sich Harald Nötzold aus Vielau, der gemeinsam mit seinem Neuprudner Team Gastgeber waren. Durch Pfarrer Johannes Friese hatten sie damals Pruden kennengelernt, ein Dorf, das verlassen war und  dem Verfall überlassen. 1998 wurden Spenden gesammelt und das ehemalige Pfarrhaus in ein Rüst- und Freizeitheim ausgebaut und „Lutherhaus Pruden“ getauft. Der Entschluss wurde gefasst, auch die Kirche zu sanieren und genau zum 100. Jubiläum wurde die „Peter und Pauls“-Kirche vor zehn Jahren,  nach den abgeschlossenen Sanierungsarbeiten  wieder eingeweiht. Ein weiteres verfallenes Nachbargebäude wurde wieder aufgebaut und 2013 im feierlichen Rahmen eingeweiht.  Nicht umsonst bezeichnen  sich die Mitglieder des  Freundeskreises als  „Neuprudner“, denn für sie ist Pruden wie eine zweite Heimat geworden. Durch die „Neuprudner“ stieg auch die Mitgliederanzahl der evangelischen Kirchengemeinde wieder an. Gegenwärtig arbeiten Nötzold und sein Team an einem weiteren Projekt.

Dabei war auch Daniel Peters, ebenfalls aus Ostdeutschland der das Fest mit Blasinstrument oder Gitarre eifrig musikalisch mitgestaltete. Peters macht seit 2008 im Projekt in Pruden aktiv mit und kommt selber jedes Jahr nach Siebenbürgen.  „Dem einzelnen zu helfen, das finde ich ganz wertvoll, sagte Peters. „Ich habe schon so ein kleines bisschen mein Herz da in Rumänien“.

Werner FINK

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