Neustart in Neithausen

Ausgabe Nr. 2391
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Erstes Heimattreffen in Siebenbürgen gefeiert

 

Zahlreiche Gäste von nah und fern beteiligten sich am Taufsonntag an dem Neithausener Heimattreffen, das bisher nur in Deutschland organisiert wurde.

 Der Höhepunkt des Treffens war die Wiedereinweihung der evangelischen Kirche. Die Kirchenburg wurde nämlich im Rahmen des von der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien über die Leitstelle Kirchenburgen durchgeführte EU-Kirchenburgenprojekt renoviert. Daran beteiligte sich finanziell auch die Heimatortsgemeinschaft Neithausen. In diesem Sommer ist es nach der Gräfenburg von Urwegen das zweite von insgesamt 18 restaurierten Objekten, das feierlich seiner Bestimmung übergeben wird.

In der sanierten, kleinen Kirche haben sich gewesene Mitglieder der evangelischer Gemeinde Neithausen, aktuelle und ehemalige Dorfbewohner, Mitglieder der orthodoxen Kirchengemeinde, Kinder und Erwachsene versammelt und zusammen den von Bischof Reinhart Guib, dem Agnethler Pfarrer Reinhardt Boltres und dem aus Neithausen stammenden Pfarrer Johann Schaser gehaltenen Festgottesdienst gefeiert. 

In seiner Predigt verwies Bischof Reinhart Guib auf das Bild der „lebendigen Steine“, auf dem sich Mitglieder der evangelischen Gemeinde zusammen mit Zugehörigen der  orthodoxen Gemeinde und anderskonfessionelle Gläubige vereinigen und zusammen Leben in das Dorf und in die Neithausener Kirche bringen.  In der Predigt wurde auch auf die neu geschaffene Zweitmitgliedschaftsregelung hingewiesen, dank welcher Mitglieder einer weltweiten evangelischen Gemeinde die Möglichkeit haben, auch Mitglieder der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien zu sein. Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst von den beiden jungen Musikerinnen Elisa Gunesch und Teodora Cârciumaru.

Ehrengäste des Festes waren die deutsche Konsulin Judith Urban, die ehrenamtliche österreichische Sozialattachée Bärbel Schöfnagel, der Bürgermeister von Jakobsdorf,  Vasile-Ioan Cori, Landeskirchenkurator Friedrich Philippi, Hauptanwalt  Friedrich Gunesch sowie der rumänisch-orthodoxe Ortspfarrer Paul Vecerzan.

Derzeit leben in Neithausen nur noch zwei Evangelische. An diesem sonnigen Sonntag war allerdings auch der Altersdurchschnitt in Neithausen drastisch gesunken. Zahlreiche junge Gäste haben  mit der Heimat ihrer Eltern oder Großeltern Bekanntschaft gemacht. Mit diesem Neustart äußerte der HOG-Vorsitzende Michael Konnerth auch den Wunsch, das Neithausener Treffen in Zukunft abwechselnd in Deutschland und in Siebenbürgen zu organisieren.

Nach dem Gottesdienst sorgten auf dem Kirchhof die beliebten Musikanten aus dem benachbarten Probstdorf für die musikalische Unterhaltung und am Nachmittag wurden die Gäste in den Gemeindesaal Neithausen zu einem Festessen eingeladen.     Monika TOMPOS

 

 

Neustart in Neithausen: Am Sonntag wurde in Neithausen/Netuș im Oberen Harbachtal mit einem Festgottesdienst und einem ersten Heimattreffen der Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Kirchenburg gefeiert.

 

In neuem Glanz erstrahlt auch der Innenraum der Neithausener evangelischen Kirche, die 1448 als gotische Saalkirche erstmals urkundlich erwähnt worden ist und die am vergangenen Sonntag nach Jahrzehnten wieder bis auf den letzten Platz besetzt war.

 

Fotos: Stefan BICHLER

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