Stippvisite auf dem Weg nach Konstanza

Ausgabe Nr. 2341
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Landeshauptmann von Oberösterreich mit Delegation in Hermannstadt

 

Mit militärischen Ehren wurde am Montag die Delegation des Bundeslandes Oberösterreich auf dem Flughafen in Hermannstadt empfangen, die unter der Leitung von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer auf dem Weg nach Konstanza, wo es am Dienstag um Investitionsmöglichkeiten im Hafen ging, eine Stippvisite in Hermannstadt und bei den Landlern in Großau machte.

 

„Oberösterreich war in der Geschichte zweimal verbunden mit Siebenbürgen und besonders mit Hermannstadt und Umgebung. Zunächst im 18. Jahrhundert als Ort der Flucht, der Vertreibung der Landler, die ihren evangelischen Glauben nicht aufgeben wollten und nach Siebenbürgen deportiert wurden; und nach dem Zweiten Weltkrieg als Ort der Zuflucht für die Siebenbürger Sachsen", sagte Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer in seiner Ansprache bei dem Empfang von Hermannstadts Bürgermeister Klaus Johannis am Abend im Freilichtmuseum im Jungen Wald. Er fügte hinzu, nach 1990 hätten Oberösterreich und Hermannstadt nun eine zweite Chance erhalten, die es zu nutzen gelte, um partnerschaftlich miteinander die Zukunft in Europa zu gestalten.

Die erste Station der Delegation, zu der auch eine bedeutende Anzahl von Wirtschaftsleuten gehörte, waren zwei Produktionsstätten der Greiner Gruppe in Schellenberg. Die von Greiner Packaging und jene von Eurofoam. Nach einer Einführung in die Geschichte der 1868 gegründeten Firma, die in Rumänien Standorte in Hermannstadt und Câmpulung hat, gab es zwei gesonderte Werkbesichtigungen. Die politische Delegation, zu der auch drei Landtagsabgeordnete gehörten, musste einen kurzen Durchgang machen, weil sie in Großau erwartet wurde. Die wirtschaftliche Delegation konnte ausführlicher informiert werden und fuhr anschließend zum Rathaus in Hermannstadt, wo es bei einem Deutsch-Rumänischen Wirtschaftsforum einen Erfahrungsaustausch mit Unternehmern aus Hermannstadt und Umgebung gab.

Die politische Delegation hatte noch ein Gespräch mit Bürgermeister Klaus Johannis, der den Anwesenden versicherte, dass sich eine Investion in Hermannstadt lohne, weil der Markt hierzulande noch offen ist. Landeshauptmann Pühringer präsentierte Johannis drei Bereiche, in denen Partnerschaften denkbar wären: Umwelttechnik, Energie sparen und Künstleraustausch. Auf jeden Fall sei Oberösterreich „hoch interessiert" an einer Zusammenarbeit auch im Bereich der Hochschulen. Bei der anschließenden Pressekonferenz betonte Pühringer: „Wenn eine politische Delegation aus Oberösterreich nach Hermannstadt kommt, kann sie sich nicht von der geschichtlichen Dimension trennen. Wir sind den Landlern verpflichtet.” Und diese hatten den Landeshauptmann und die Delegation in Großau entsprechend empfangen und bewirtet, so dass einige Gäste dem Honorarkonsul Andreas Huber beim Abschied versicherten, dass sie planen, einmal auch privat wieder zu kommen.

Empfangen wurde die Delegation auch im Kreisratsgebäude durch den Vorsitzenden Ioan Cindrea und den Präfekten Ovidiu Sitterli und  im Sitzungssaal stellte Geschäftsführer Eugen Iordănescu von der Hermannstädter Handelskammer Stadt und Kreis als Wirtschaftsstandort vor.

Beatrice UNGAR

 Foto 1: Hermannstadts Bürgermeister Klaus Johannis (rechts) begrüßte die hohen Gäste bei dem Empfang im Freilichtmuseum. Ansprachen hielten auch Landeshauptmann Josef Pühringer (Bildmitte) und der Österreichische Botschafter Michael Schwarzinger (links).                  

Foto: Fred NUSS

Foto 2: Honorarkonsul Andreas Huber reicht den Gästen auf dem Pfarrhof in Großau leckere Krapfen aus Neppendorf.          

Foto: Diana ANDRIUŢӐ

 

 

 

 

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