Pilgergottesdienst zur Wiedereinweihung der Basilika auf dem Michaelsberg
Ausgabe Nr. 2978

Der Landesverband der Restauratoren von historischen Denkmälern aus Rumänien (UNRMI) feierte sein 35. Gründungsjubiläum mit einem Einsatz: Unter dem Motto „Ein Dach für die Burgkirche in Michelsberg“ wurden am Dach vom 10. bis 16. August in freiwilliger Arbeit Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. (Siehe auch den Bericht in der HZ Nr. 2972/21. August 2026). Mit Blick auf die Burkirche genossen die Pilger Hanklich, belegte Brote, Kaffee und Tee.
Eine herzliche Einladung zum Pilgergottesdienst mit anschließender Wiedereinweihung der Basilika St. Michael am 27. September übermittelte die Michelsberger Kirchengemeinde den Gläubigen und den mit ihr Verbundenen. Die Einladung erinnerte an die frühere Bedeutung der Basilika als Wallfahrtsort. Das soll nun eine Tradition werden, immer am Sonntag vor dem 29. September, dem Michaelistag, also dem Tag des Erzengels Michael, soll ein Pilgergottesdienst stattfinden.
Michelsberg, zwischen dem Götzenberg und dem Katharinenwald im Silberbachtal gelegen, wird gut behütet von der romanischen Basilika auf dem Michaelsberg, eine der ältesten erhaltenen Sakralbauten in Siebenbürgen.

Beim Aufstieg zur Burgkirche.
Fotos: Beatrice UNGAR
Eine Gemeinschaft lebe nicht davon, dass alle am selben Ort wohnen. Sie lebe davon, dass Menschen sich miteinander verbunden fühlen, sagte Gabriel Tischer, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt, im Juli 2026 bei dem im Rahmen der Festtage in Siebenbürgen stattgefundenen Burgfest in Michelsberg. Damit veranschaulichte er exakt die Bedeutung der Bergkirche für die Michelsberger und die, die sich den Michelsbergern verbunden fühlen.

Die Ausstellung bietet Einblicke in die Restaurierungsarbeiten und in die (Bau)Geschichte der Basilika und der Michelsberger Burg.
Die Wiedereinweihung der St. Michaelskirche erfolgte nach der technisch anspruchsvollen Sanierung des Dachs. Um 11 Uhr läuteten die Glocken der evangelischen Dorfkirche und Pfarrer Stefan Cosoroabă empfing die Pilger im weißen Gewand. Weiß, die Farbe des Lebens und der Freude, genau die war zu sehen und zu fühlen. In Anwesenheit des Bischofsvikars Dr. Daniel Zikeli, dem Bukarester Stadtpfarrer, und Pfarrer Stefan Tobler stimmte Pfarrer Cosoroabă die Pilger für den Aufstieg zur Basilika ein: „Wir sind zusammengekommen, um aufzubrechen. Gott, du Begleiter unserer Wege, wir stehen am Anfang unseres Pilgerweges. Wir lassen Vertrautes zurück und machen uns gemeinsam auf den Weg“! Mit dem Segen verließen die Pilger die Kirche, um sich am Treffpunkt unterhalb des Hügels mit den ebenfalls sehr zahlreich erschienen Pilgergruppen aus anderen Orten zu versammeln. Dort wurden alle von Ortspfarrer László-Zorán Kezdi und dem Kerzer Pfarrer Michael Reger empfangen.

Die bei der Veranstaltung anwesenden Team-Mitglieder und Sponsoren.
Nach einer kurzen Begrüßung und gemeinsamen Gebeten begaben sich die Pilger hinauf zur Basilika. Nicht unerwähnt und zur großen Freude aller stieß der orthodoxe Pfarrer von Michelsberg, Radu Tănase, mit einer großen Schar Gläubigen zu den schon versammelten Pilgern. Die Sonne strahlte vom stahlblauen Himmel auf Michelsberg und seine Pilger, ein Sommertag wie im Bilderbuch. Der nahe Michaelistag, der eigentlich den Übergang des Sommers zum Winterhalbjahr markiert, hat in Michelsberg eine besondere Bedeutung. Der Ortsname und der Name der romanischen Basilika, die dem Erzengel Michael geweiht ist, zeugen davon.

Das Angebot einer persönlichen Segnung nahmen fast alle an.
Getragen ging es voran, zweimal unterbrochen von einer Lesung aus dem Psalm 91,11-12 und einer Lesung aus der Offenbarung 12,7-10a mit einem gemeinsamen „Kyrie eleison“. Oben angekommen strebte die Pilgerschar, die als sehr groß beschrieben werden kann, in die Basilika. Dort begrüßte Ortspfarrer Kézdi, nach dem Verklingen des Liedverses „Bewahre uns Gott“, die Pilger im Namen Gottes. Der Gottesdienst, getragen von gemeinsamen Gebeten und Gesängen, zur imposanten Trompetenbegleitung von Sándor Medve und einer nicht sichtbaren, einnehmenden Atmosphäre, die nur solch ein geschichtsträchtiger Ort wie die Michelsberger Basilika ausstrahlen kann, erzeugten ein Gefühl der Ehrfurcht und Freude. Mit einem persönlichen Segen für die Pilger erteilt von den Pfarrern Kézdi, Cosoroabă, Reger und Tănase sowie der Einweihung des neuen Daches durch Bischofsvikar Zikeli und Ortspfarrer Kézdi, endete der Pilgergottesdienst. Die gesamte Zeremonie wurde zweisprachig zelebriert. Im Anschluss gingen Gabriel Tischer, UNRMI/Präsidentin Gabriela Carpov, Architekt Mircea Căpățână, und andere Mitglieder des Teams vom Verband der Restaurateure von historischen Denkmälern auf die Organisation und die Bauarbeiten rund um die Renovierung ein. Ein Highlight sind die imposant auf einem Drahtgeflecht platzierten Bilder und Textbeiträge zur Geschichte der Michelsberger Basilika. Das Drahtgeflecht ist an Seilen, die am Untergurt der Dachkonstruktion arretiert sind, befestigt. Sandsäcke aus Jute, angebracht am unteren Ende der Seile, geben die nötige Spannung, somit wurde ein perfekter Platz für die Ausstellung, die sehr informativ ist, bereitgestellt. Nach der wohlorganisierten Pilgerreise wurde man beim Anblick und dem Genuss der Speisen, des auf dem Burgplateau liebevoll hergerichteten Picknicks, von einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit erfasst. Der Gedanke geht an alle die vielen „helfenden Hände“, die den Bauschutt mühevoll nach unten brachten und den Baubedarf nach oben, die Organisation der Renovierung und des Pilgergottesdienstes, die vielen belegten Brote und die Zubereitung des Kaffees, ja auch der Transport der Servietten hinauf zum Plateau, allen diesen Menschen gehören die Gedanken und die Dankbarkeit aller. Pilgern zu uns, zu Gott!
Lothar SCHELENZ