Schöne Erinnerungen

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Deutschsprachige Sommerakademie Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2970

Gruppenbild mit Dr. Maria Sass (unten 1. v. r.) und Teilnehmenden auf den Stufen des Gebäudes der Fakultät für Philologie und Bühnenkünste.
Foto: Privat

Studierende aus mehreren Ländern nahmen begeistert an der Sommerakademie „Siebenbürgen“ teil, die wieder in bewährter Weise von Prof. Dr. Maria Sass unter Mitarbeit von Dr. Elena Ginghină organisiert wurde. Vom 12. bis 19. Juli 2026 kamen Studierende aus Deutschland, Kroatien, Rumänien, Serbien und Ungarn an der Lucian-Blaga-Universität in Hermannstadt zusammen, um sich intensiv mit der deutschen Sprache, Literatur und Geschichte der Siebenbürger Sachsen auseinanderzusetzen. Im Folgenden berichten Vanessa Beki, Kim Buortesch, Jonathan Burghof, Tonka Doko, Dorina Gllareva, Elias März, Morris Moissl, Lana Nježić, Nera Pandžić und Luzie Votteler im Namen aller Teilnehmenden:

Die Sommerakademie wurde von der Germanistik an der Fakultät für Philologie und Bühnenkünste der Lucian-Blaga-Universität veranstaltet. Die finanzielle Unterstützung der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg ermöglichte die Durchführung dieser Veranstaltung.

Schon bei unserer Ankunft in der Evangelischen Akademie Siebenbürgen konnte man die Vorfreude auf die gemeinsame Woche spüren. Beim ersten gemeinsamen Abendessen kamen wir schnell miteinander ins Gespräch. Trotz unterschiedlicher Herkunft verband uns das gemeinsame Interesse an der deutschen Sprache und Kultur. Bereits nach wenigen Stunden herrschte eine offene und herzliche Atmosphäre, die die gesamte Akademie prägen sollte.

Der erste Seminartag bot uns einen guten Einstieg in die Themenwoche. Nach einer Kennenlernrunde erhielten wir Einblicke in die Geschichte der Siebenbürger Sachsen und lernten die Fakultät für Philologie und Bühnenkünste kennen. Am Nachmittag führte uns eine Stadtbesichtigung durch die historischen Gassen Hermannstadts. Ob Großer Ring, Lügenbrücke oder die kleinen Innenhöfe der Altstadt, für viele von uns war die Stadt ein echtes Highlight.

Auch die folgenden Tage boten uns ein abwechslungsreiches Programm. In Workshops und Vorlesungen beschäftigten wir uns mit dem Rumäniendeutschen und der deutschen Literatur in Rumänien. Dabei standen nicht nur wissenschaftliche Inhalte im Mittelpunkt, sondern auch lebhafte Diskussionen über Sprache, Identität und kulturelles Erbe. Besonders wertvoll war der enge Austausch mit den Dozentinnen und Dozenten, die sich auch außerhalb der Vorlesungen die Zeit für unsere Fragen und Gespräche nahmen. Exkursionen nach Michelsberg, Sibiel, Mediasch, Birthälm und Schäßburg ermöglichten es uns zudem, die Geschichte und Kultur Siebenbürgens unmittelbar zu erleben.

Der Höhepunkt der Sommerakademie war jedoch der Donnerstag, an dem wir selbst das Programm gestalteten. In zahlreichen Präsentationen stellten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Belgrad, Budapest, Hermannstadt, Klausenburg, Ludwigsburg, Novi Sad, Osijek, Temeswar und Zagreb, ihre Forschungsarbeiten und Projekte vor. Die Themen reichten von sprachlicher Multikulturalität im Banat über das Alltagsleben der Donauschwaben und die Werke Herta Müllers bis hin zu traditionellen Volkstrachten und der deutschen Kultur in Kroatien. Unsere Vorträge zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig und lebendig das deutsche Kulturerbe in Südosteuropa heute ist, und boten zugleich Raum für spannende Diskussionen untereinander.

Kulturelle Höhepunkte setzten für uns außerdem der Besuch des Teutsch-Hauses sowie die Lesung des Hermannstädter Schriftstellers Joachim Wittstock. Den Abschluss dieser Sommerakademie bildete unser gemeinsamer Ausflug nach Kronstadt, bei dem wir die Woche in entspannter Atmosphäre Revue passieren ließen und die während der Akademie entstandenen Freundschaften weiter vertiefen konnten.

Am Ende der Woche fiel uns der Abschied sichtlich schwer. Aus anfänglichen Bekanntschaften waren Freundschaften geworden, aus Seminaren lebendige Gespräche und aus einer Sommerakademie eine Erfahrung, die weit über den Hörsaal hinausreichte. Nach einer Woche der Sommerakademie nahmen wir nicht nur viele neue wissenschaftliche Impulse mit nach Hause, sondern auch unzählige schöne Erinnerungen und die Hoffnung, eines Tages wieder Teil dieses besonderen Austauschs zu sein. Die Sommerakademie zeigte uns, wie wichtig internationale Begegnungen für den Erhalt und die Weiterentwicklung der deutschen Sprache und Kultur in Südosteuropa sind.

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Bildung.