„Kirchenburgen: Erbe mit Zukunft“

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Ein kleiner Spaziergang durch die Kirchenburgen-Landschaft

Ausgabe Nr. 2963

Teil der Sonderausstellung ist unter anderem eine Karte mit den Kirchenburgen rund um Hermannstadt.                          Foto: Johanna MÜNZNER

Besucherinnen und Besucher der Sonderausstellung „Kirchenburgen: Erbe mit Zukunft“, die am 9. Juni im Teutsch-Haus eröffnet wurde, erwarten dort zahlreiche Informationen über Kirchengemeinden, EU-Projekte, Kultur-Tourismus und die Archäologie-Summer-School.

In der Ausstellung werden die Projekte der verschiedenen Vereine, aber auch viele schöne Bilder gezeigt, erläutert die Leiterin des Teutsch-Hauses, Dr. Gerhild Rudolf. „Es ist ein kleiner Spaziergang durch die Kirchenburgen-Landschaft“, so Rudolf, die die Ausstellung konzipierte und in ihrer Präsentation bei der Eröffnung unter anderem die Frage „Wie retten wir Kulturschätze?“ aufwarf.

Bis 30. September soll das Kooperationsprojekt mit über 15 Partnern auf jene Kulturschätze aufmerksam machen und wird dabei vom Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, dem Land Kärnten sowie privaten Sponsoren unterstützt. Von 150 heute noch erhaltenen Kirchenburgen sind etwa zwei Drittel für die Öffentlichkeit zugänglich. „Die Kirchengemeinden, die diese Burgen zum eigenen Schutz gebaut haben, sind entvölkert. 90% der Siebenbürger Sachsen leben jetzt in Deutschland und es gibt Dörfer, in denen nur noch drei Gemeindemitglieder wohnen, die die Kirchenburgen nicht instand halten können“, betont Rudolf. Deswegen sei ihre Förderung vor allem heutzutage so wichtig.

Das interdisziplinäre Projekt umfasst die Bereiche Architektur, Kunstgeschichte, Restaurierung, Tourismus, Ökologie, Kultur, Medien, Bildung sowie Förderung des Gemeinwesens. Neben Touristinnen und Touristen, müssten auch viele der Rumäninnen und Rumänen diese Burgen erst kennenlernen und einen Bezug zu ihnen bekommen. „Die [Kirchenburgen] bedeuten ihnen am Anfang nichts. Deshalb gibt es verschiedene Projekte, die sie ihnen schmackhaft machen können“, so die Leiterin des Teutsch-Hauses.

Jungen Leuten stellt sich beispielsweise die Summer School vor und auch das dreitägige Holzstock Festival, in der Holzmengen Teil des großen Projektes zur Förderung der Kirchenburgen ist. Das Indie-Festival findet jährlich im August auf der 600 Jahre alten Burg statt und erfreut sich bereits großer Beliebtheit. Von 21. bis 23. August dieses Jahres erwarten Besucherinnen und Besucher unter anderem Konzerte von Robin and the Backstabbers und Hypno Ceperco (ein exklusives Interview finden Sie in der vergangenen Ausgabe) sowie Workshops und Wanderungen.

Allgemein könne man sich bei der Förderung der Kirchenburgen nicht nur durch Spenden, sondern beispielsweise bei Fortbildungskursen, der Arbeit mit Kindern, als freiwillige Burghüterin oder Burghüter und beim Denkmalschutz engagieren, betont Rudolf.

Besucherinnen und Besuchern liegt eine Informationsbroschüre in deutscher und rumänischer Sprache zur Begleitung der Ausstellung vor. Ergänzt wird sie mit mehreren Präsentationen und Vorträgen im Laufe des Sommers.

Bis einschließlich 30. September ist die Ausstellung von Montag bis Samstag zwischen 10 und 17 Uhr im Terrassensaal des Teutsch-Hauses zu besichtigen.

Johanna MÜNZNER

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Kultur, Kunst.