Ausgabe Nr. 2947
Marienball des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt

Die Tanzgruppe des Hermannstädter Jugendforums begeisterte unter der Leitung von Stefan Kézdi und Sebastian Arion mit einem flotten Auftritt und animierte anschließend beim Offenen Tanzen alle Anwesenden zum Mitmachen. Foto: Laura MICU
Der Marienball des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) gehört schon seit mehr als 30 Jahren zu den festen Veranstaltungen der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft in Hermannstadt. Auch in diesem Jahr brachte der Ball zahlreiche Gäste zusammen und verband Tradition, Musik und generationenübergreifenden Volkstanz. Gefeiert wurde im Restaurant Hanul din Tulgheș im ASTRA-Freilichtmuseum, wo sich insgesamt rund 260 Personen einfanden, darunter auch die auftretenden Tanzgruppen und Musiker.
Der Marienball ist, ebenso wie der Katharinenball, eine traditionsreiche Veranstaltung. Beide Bälle unterscheiden sich vor allem durch ihren Zeitpunkt: Der Katharinenball findet Ende November (Stichtag ist der Namenstag der Katharina, der 25. November) statt, der Marienball (Stichtag ist Marientag, Darstellung Jesu im Tempel, der 2. Februar) Anfang Februar und er gilt als letzter Ball vor Beginn der Fastenzeit. Traditionell bietet dieser Anlass die Möglichkeit, noch einmal gemeinsam zu feiern.

Das „Trio Saxones plus” sorgte für gute Stimmung (v. l. n. r.): Alexandra Pamfilie, Adrian Pamfilie (am Keyboard) und die Dechanten Alfred Dahinten und Dietrich Galter. Foto: Laura MICU
Im Laufe der Jahre hat sich der Rahmen der Veranstaltung verändert. Früher wurde im Spiegelsaal des Forums im kleineren Kreis mit etwa 50 bis 60 Personen gefeiert. Der größere Veranstaltungsort (zunächst war das der Gemeindesaal in Neppendorf) ermöglichte eine steigende Gästezahl.
Für die musikalische Gestaltung sorgte in bewährter Weise die Band „Trio Saxones plus” in vierköpfiger Besetzung mit den beiden Dechanten und Pfarrern Dietrich Galter und Alfred Dahinten sowie dem Musikerehepaar Adrian und Alexandra Pamfilie. Ergänzt wurde das Programm durch den „Sing Mit“-Chor des DFDH unter der Leitung von Rodica Marcovici.
Kaum erklangen die ersten Takte der Musik, füllte sich innerhalb weniger Sekunden die Tanzfläche. Junge und ältere Gäste tanzten gemeinsam. Es wurde gelacht, geklatscht und bis in die tiefe Nacht gefeiert. Die Stimmung war ausgelassen und zugleich von spürbarer Gemeinschaft geprägt.

Der „Sing mit”-Chor unter der Leitung von Rodica Marcovici (links) sang zur Gitarre begleitet von Dietrich Galter (rechts).
Ein besonderer Höhepunkt des Abends waren die Tanzdarbietungen. Die Tanzgruppe des Hermannstädter Jugendforums unter der Leitung von Sebastian Arion und Stefan Kézdi zeigte die Tänze „Schaulustig“ und „Zillertaler Hochzeitsmarsch“.
Die Lehrerinnentanzgruppe unter der Leitung von Bianke-Marion Grecu präsentierte „Zieglerjuli“, „Sprötzer Achterrühm“, „Ball auf der Straße“ und „Tatzelwurm“.
Auch ein gemeinsamer Auftritt beider Gruppen gehörte zum Programm und verdeutlichte das generationenübergreifende Miteinander. Zu einer Polonaise wurden dann alle Anwesenden eingeladen.
Die Jugendtanzgruppe verzeichnet derzeit eine hohe Beteiligung. Die Besetzungen wechseln regelmäßig, damit möglichst viele Mitglieder Bühnenerfahrung sammeln können.
Der Marienball zeigt, wie Tanzen die Tradition am Leben erhalten kann. Musik, Tanz und gemeinsames Feiern tragen dazu bei, kulturelle Traditionen zu bewahren und weiterzuführen.
Eduard RESCHKE

Die Lehrerinnentanzgruppe zeigte unter der Leitung von Bianke-Marion Grecu einige flotte Tänze. Fotos: Laura MICU