Tag der offenen Türen für die Marquardt-Kollegen
Ausgabe Nr. 2940

Verschiedene Schalter sorgen für eine besondere Fahrerfahrung.
Dass das Auto (fast) selbst fährt, während der Fahrer (zum Beispiel) die Autoraten bezahlt (nur durch die Kommunikation mit dem Auto, nicht banal durch eine Handyapp) oder dass man per Handy aus Entfernung einer anderen Person den Zutritt ins Auto gewährt oder sie gar fahren lässt (dabei allerdings die maximale Geschwindigkeit und die Kilometeranzahl vorprogrammiert) ist keine Zukunftsmusik mehr. Für die Mitarbeiter aus Hermannstadt des Marquardt-Unternehmens sind das oft Gründe zum profesionellem Stolz: Die Schalter wurden zum Teil hier entwickelt oder sogar hergestellt.
Das Forschungs- & Entwicklungszentrum von Marquardt Rumänien hat Mitte November das Event „Innovations to touch” (Innovation zum Anfassen) organisiert und Kollegen aus dem Land und aus Deutschland nach Hermannstadt eingeladen, um die neuesten Produkte vorzustellen – einige noch in Entwicklung, andere schon in der Produktion. Da die verschiedenen Abteilungen des Unternehmens getrennt sind, wurden auch die Kollegen aus Hermannstadt und auch die Partner von der Lucian Blaga-Universität eingeladen, um die Schalter, Steuer, Lichter, Schlüssel und Vieles nehr zu sehen und zu testen.

Schalter für Wasserkraftautos.
Auch für Laien war dieser Besuch sehr interessant und die Ingenieure des Zentrums standen für alle möglichen Erklärungen und Fragen bereit.
Die hier entwickelten und/oder produzierten Produkte werden weltweit den Pkw-Herstellern angeboten, die sie dann in ihren Wagen einbauen. Ein Teil der Endprodukte – zum Beispiel ein sportliches BMW-Steuer oder ein schicker Lamborghini-Schlüssel – konnten auch getestet werden.
Unter den Nachrichten der letzten Wochen kam oft auch ein für viele erwünschte „Schritt zurück”: Weil die Zahlen beweisen, dass die Displays von den Fahrern viel zu viel Aufmerkamkeit fordern und das zu Unfällen führt, werden physische Tasten für Displays entwickelt. Auch das ist eines der Marquard-Angebote, die getestet werden konnten: Auf einem Display wurden mehrere Tasten angebracht, die man bewegen oder drücken kann, ohne dass man darauf schauen muss. Diese Tasten sind natürlich programmierbar, so dass man nach Wunsch und Laune diese einstellen kann.
Im kompletten Gegensatz dazu war ein weiteres System gleich auf dem Nebentisch, wo der (zukünftige) Autofahrer nur die Finger in einem Lichtstrahl bewegen muss – ohne jeglichen Kontakt – um was beim Auto einstellen zu können.

Ohne jeglichen Kontakt kann man die Temperatur im Auto einstellen.
Fotos: Ruxandra STĂNESCU
Einstellbare Lichter im Auto, Handgriffe, die nur beim Annähern des Schlüsselbesitzers hervorspringen, komplexe Konsolen und jede Menge weitere Technologien ließen die Besucher staunen und sich auf ihre zukünftigen Autos freuen. Was sie aber staunen ließ, waren die Sensoren, die für Wasserkraftautos entwickelt werden: Auch wenn diese Sparte noch in den Kinderschuhen steckt, sind die Ingenieure bemüht, mit von der Partie zu sein und passende Produkte für die (zukünftigen) Hydro Power Cars anzubieten.
Marquardt Rumänien ist auf Produktion, Forschung und Entwicklung ausgerichtet. Das Unternehmen entwickelt und fertigt mechatronische Komponenten für die Automobilindustrie oder für Batteriemanagementsysteme von Elektroautos. Zum Portfolio gehören aber auch Mikroschalter, die in der Herstellung von Bedienelementen für Geländemaschinen, leistungsstarke elektrische Werkzeugmaschinen und Haushaltsgeräte zum Einsatz kommen.
Das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rumänien wurde 2008 eröffnet in den Bereichen Softwareentwicklung, Softwaretests, Tests für Systeme und Komponenten zur Fahrberechtigung, mechanische Konstruktion, Leiterplattenentwurf und technische Produkttests.
Marquardt Schaltsysteme SCS wurde 2004 in Hermannstadt registriert und nahm 2006 die Produktion auf.
Ruxandra STĂNESCU