Ida Jarcsek-Gaza feierte 55. Bühnenjubiläum
Ausgabe Nr. 2941

Ida Jarcsek-Gaza (links) und Ioana Iacob. Foto: Ovidiu ZIMCEA
Die Premiere der Vorstellung „Penthesilea. Ein Requiem” von Nino Haratischwili in der Regie von Eberhard Köhler am Sonntag, dem 14. Dezember am Deutschen Staatstheater Temeswar stellte ein besonderes Ereignis für die Institution dar und zwar feierte die Schauspielerin Ida Jarcsek-Gaza dabei ihr 55. Bühnenjubiläum.
Ein Jahr zuvor war die Schauspielerin Ida Jarcsek-Gaza auf Vorschlag mehrerer Kulturschaffender Temeswars in einer feierlichen Zeremonie zur Ehrenbürgerin der Stadt Temeswar ernannt worden.
Als führende Persönlichkeit der Theaterszene und auch der deutschen Kultur in Rumänien ist Ida Jarcsek-Gaza seit über einem halben Jahrhundert untrennbar mit der Bestimmung des Deutschen Staatstheaters Temeswar verbunden, wo sie unmittelbar nach ihrem Abschluss an der deutschen Abteilung des Instituts für Theater- und Filmkunst (IATC) Bukarest zu arbeiten begann.

Applaus für die Jubilarin Ida Jarcsek-Gaza (Bildmitte mit Blumenstrauß) von Kolleginnen und Kollegen, Theaterleitung und Regisseur im Foyer des DSTT. Foto: Adrian ARDELEAN
Sie trat in zahlreichen Rollen auf, darunter als Gretchen in „Urfaust” von Johann Wolfgang von Goethe, als Yvette in „Mutter Courage und ihre Kinder” von Bertolt Brecht, als Bernarda Alba in „Bernarda Albas Haus” von Federico García Lorca, als Winnie in „Glückliche Tage” von Samuel Beckett, als Mary Tyrone in „Eines langen Tages Reise in die Nacht” von Eugene O’Neill oder als Firs in „Der Kirschgarten” von Anton P. Tschechow.
In einer aktuellen Pressemitteilung des DSTT wird die Jubilarin als „eine emblematische Persönlichkeit des Theaters” bezeichnet, mit dessen Geschicken ihre Tätigkeit eng verwoben ist. In der Pressemitteilung heißt es weiter: In dem Stück ‚Penthesilea. Ein Requiem‚ (2024) interpretiert die Dramatikerin Nino Haratischwilli den Mythos der Amazonenkönigin Penthesilea neu und schildert die Spannung zwischen ihrer Pflicht gegenüber ihrem Volk und ihren persönlichen Wünschen in einer Welt, die von Konflikt, Loyalität und Opferung geprägt ist. Die Königin der Amazonen, die 43 Schlachten gewonnen und nur eine einzige verloren hat, muss eine unmögliche Entscheidung treffen, als sie sich in den größten Feind ihres Volkes, den berühmten Achilles, verliebt.
Die Inszenierung von Eberhard Köhler präsentiert eine zeitgenössische, poetische und berührende Interpretation des antiken Mythos und thematisiert die innere Stärke der Hauptfigur sowie die menschliche Zerbrechlichkeit im Konflikt zwischen Krieg und Liebe.
Die Besetzung vereint ein starkes Ensemble des Theaters. Ida Jarcsek-Gaza und Ioana Iacob verkörpern die Figur der Penthesilea, während Radu Vulpe die Rolle des Achilles spielt. Alcibie und Thersites werden von Olga Török bzw. Alexandru Mihăescu gespielt. Zum vollständigen Team gehören auch Ioana Popescu (Ausstattung und Kostüme), Simon Ho (Musik), Bojita Ilici (Maske), Viktoria Medwedewa (Choreografie), Mira Țâra (Dramaturgie), Alexandru Mihăescu (Regieassistenz) und Costinel Stănescu (Inspizienz).
Mit dieser Inszenierung fördert das DSTT zeitgenössisches Drama und den Dialog zwischen Mythos und Gegenwart. Gleichzeitig bietet die Aufführung dem Publikum ein intensives, künstlerisches Erlebnis. Die Premiere von ‚Penthesilea. Ein Requiem‘ ist eine Würdigung der femininen Kraft und der Theatertradition, für die das DSTT seit sieben Jahrzehnten steht.”
Eine letzte Vorstellung in diesem Jahr findet heute, Freitag, den 19. Dezember, 19.30 Uhr, statt. Die Vorstellung wird für Zuschauer ab 14 Jahren empfohlen. B. U.