Erstes DWS-Schweineschlachtfest fand im ASTRA-Freilichtmuseum statt
Ausgabe Nr. 2940

Ioana Moga aus Orlat, Referentin im ASTRA-Museum (rechts), die gemeinsam mit ihrem Mann Florin Moga für das Schweineschlachten zuständig war, zeigt einem Vater und seinem Sohn, wie man das Fleisch für die Wurst durch den Fleischwolf dreht. Mehrere Bilder finden Sie unter www.hermannstaedter.ro Foto: Werner FINK
Das diesjährige Weihnachtsfest des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen (DWS) fand am vergangenen Samstag statt, dieses Mal in einem ganz besonderen Rahmen: auf dem Gelände des siebenbürgisch-sächsischen Gehöftes eines Weinbauern aus Kleinschelken im ASTRA-Freilichtmuseum, wo dieses Mal auch die Tradition des Schweineschlachtens bei den Siebenbürger Sachsen gezeigt wurde. Gedacht war es als eine Familienfeier wobei auch die Mitglieder des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) eingeladen waren.
In Zusammenarbeit mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ASTRA-Freilichtmuseums wurden zahlreiche Spezialitäten rund um die Tradition des Schlachtfestes zubereitet, wobei die Teilnehmer helfen durften und alte Erinnerungen austauschten. Es gab auch das bei vielen beliebte „Holzfleisch“. Verwöhnt wurde man aber auch mit Glühwein, Bratäpfeln, Grieben oder Bratwurst. Weitere Höhepunkte waren die Weinpräsentation der Familie Draser, die den kulinarischen Teil des Festes ergänzte, sowie der Auftritt der Tanzgruppe des Jugendforums Hermannstadt, die siebenbürgisch-sächsische Tänze zeigte.

Begrüßt wurden die Gäste vom DWS-Vorsitzenden Wolfgang Köber, vom DFDH-Vorsitzenden Gabriel Tischer, von der DWS-Ehrenvorsitzenden Konsulin Wiebke Oeser, Ciprian Ștefan, Generaldirektor des ASTRA-Museums, Dominik Draser von der SN Deco Gruppe und Ștefan Florea, Gastronomiemanager der Unternehmensgruppe, der das Draser-Weingut vorstellte.

„Mehrfach wurde mir die Frage gestellt, weshalb das Forum und dem Wirtschaftsclub nicht enger zusammenarbeiten? Mit einem Augenzwinkern könnte man sagen, das ist nicht ein Wunder der Weihnachtszeit oder Adventszeit sondern es ist der beste Beweis dafür, dass wir das können und das machen”, betonte Gabriel Tischer. „So ein gemeinsames Fest an so einem besonderen Ort, mit traditionellen Speisen, mit Familien, mit Kindern und vor allem mit viel Herz, glaube ich, ist die echte Gemeinschaft. Ich bin froh, dass wir heute wieder ein Zeichen dafür setzen können, dass wir als deutsche Gemeinschaft hier in Hermannstadt und in Siebenbürgen nicht ‘die von Forum’ und ‘die vom Wirtschaftsclub’ und ‘die von der Kirche’ sind, sondern das wir zusammengehören und dass wir zusammen starten. Und solche Momente wie heute verbinden und schaffen Nähe und dafür bin ich sehr dankbar.“

„Wir haben eine dauerhafte Freundschaft geschlossen”, sagte Ciprian Ștefan und fuhr fort: „Wir haben zum erstenmal in Rumänien ein funktionsfähiges siebenbürgisch-sächsisches Haus in ein Freilichtmuseum in Rumänien gebracht. Das Anwesen, wo das Fest abgehalten wurde, wurde nämlich von der Familie Draser dem Museum übergeben. „Wir haben es funktionsfähig eingerichtet, nicht nur weil es aus Ziegelsteinen ist, sondern, weil es den Geist Siebenbürgens in sich trägt, wo Sachsen, Ungarn, Rumänen, Roma, Armenier, und alle anderen Ethnien zusammengelebt haben. Sie haben zusammen gelebt, gefeiert, und sich gemeinsam entwickelt.”, sagte er. Das Astra Museum sei offen für eine nachhaltige Entwicklung und der Entwicklung durch Kultur. Gleichzeitig möchte man Wege zum Zuhausebleiben bauen. Im Astra Museum habe man die „Normalität der zukünftigen Zusammenarbeit” geschaffen.
Werner FINK




