Organisch anschwellendes Crescendo

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Streiflichter von der Sibiu Jazz Competition 2025

Ausgabe Nr. 2936

Zwei Preise gingen nach Polen: JuMa (v. l. n. r.). Michał Korsak (Schlagzeug), Dawid Kamiński (Klavier), Maksymilian Wilk (Saxofon), Tymoteusz Wójtewicz (Kontrabass) präsentieren stolz ihre Diplome.Foto: sibiujazz.eu

Der Wettbewerb für Studentenformationen Sibiu Jazz Competition fand am 3. und 4. November 2025 erstmals im Kellergeschoss des Thaliasaals statt aber wieder im Vorfeld des Jazzfestivals und nicht wie im Vorjahr zwei Monate danach. Organisiert wurde der Wettbewerb wie auch das Jazzfestival selbst von dem Verein Concept Creativ. Die Jury bestand aus Simona Maxim, der Hauptorganisatorin, dem Musiklehrer Primo Salvati und dem Schlagzeuger Lucian Fabro.

 

Am Abend des 4. November erfolgte die Preisverleihung und das Konzert der Preisträger. In der Kategorie Beste Band siegte das Equinox Quintet (Rumänien), der Preis für die Beste Komposition ging an das Quartett JuMa (Polen), zur Besten Instrumentalistin gekürt wurde Irina Ravenco (Gesang, Duo Dumas) den Sonderpreis der Jury erhielt Dawid Kamiński (Klavier, JuMa).

Vor der Preisverleihung traten bereits die später geehrten Ensembles Duo Dumas und JuMa auf. Irina Ravenco vom Duo Dumas beeindruckte durch ihre Beherrschung des Scatgesangs und erinnerte in ihrer Artikulation an Ella Fitzgerald oder Sarah Vaughan. Zusammen mit Flavius Duma (Klavier) präsentierte sie auch eigene Stücke wie „Silver Moon“, das durch reizvolle, jazztypische Tonleitern vokale Entfaltungen ermöglichte. Mit diesem Titel waren sie bereits beim Craiova Jazz Festival hervorstechend aufgefallen. Darüber hinaus spielten Duo Dumas auch rumänische Kompositionen, in denen das Keyboard mitunter eigenständige Solopassagen übernahm.

Die polnische Band JuMa – Maksymilian Wilk (Saxofon), Dawid Kamiński (Klavier), Michał Korsak (Schlagzeug), Tymoteusz Wójtewicz (Kontrabass) forderte das Publikum dazu auf, der Komposition aufmerksam zu folgen und die Musik „sprechen“ zu lassen. Auffällig war der Aufbau des prämierten Stücks: Der Kontrabass eröffnete allein, ehe nach und nach die übrigen Instrumente hinzutreten und so ein organisch anschwellendes Crescendo formten. Dieses Wachstum wurde von Elementen des Free Jazz durchzogen, etwa durch Beckenreiben – wobei Korsak die Stockspitze über die Riffelung eines Beckens zog und so einen schabenden, spannungsgeladenen Klang erzeugte.

Der Abend klang in einer energiegeladenen, heiteren Jam-Session aus, an der alle Gewinner teilnahmen. Zwei Abende voller Improvisation haben eindrücklich gezeigt, wie lebendig die junge Jazzszene in Europa ist. Herzlichen Glückwunsch an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer!

Max GALTER

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Musik.