,,Divina Commedia 2.0″ gastierte im RKI Wien
Ausgabe Nr. 2936

Das Gitarrenduo HESPERUS – Costin Soare (rechts) und Ioan Bănescu – bei der Aufführung im Rumänischen Kulturinstitut in Wien.
Foto: RKI Wien
Wie würde Dantes Inferno in der Gegenwart klingen – und aussehen? Diese Frage stand im Zentrum der beeindruckenden Aufführung „Divina Commedia 2.0 – Inferno“, die am Dienstag, dem 28. Oktober, im Rumänischen Kulturinstitut Wien (RKI) stattfand. Das internationale Projekt des Kulturvereins Kitharologos verwandelte Dantes Reise durch die Hölle in ein intensives Zusammenspiel von Klang, Bild und Emotion, das das Publikum gleichermaßen faszinierte und verstörte.
Neun Komponistinnen und Komponisten – Dan Dediu, Violeta Dinescu, Gabriel Mălăncioiu, Cristian Lolea, Diana Rotaru, Dan Variu, Sebastian Androne-Nakanishi, Andrei Petrache und George Păiș – sowie neun bildende Künstlerinnen und Künstler – Vlad Basarab, Alexandru Maxim, Daniel Munteanu, Nichita Stamate, Eugen Dediu, Anita Frâncu, Roxana Bărbulescu, Alexandra Duţă und Ana Vârdol – schufen für jeden Kreis des Infernos ein eigenes musikalisch-visuelles Universum.
Partner des aus Mitteln des Nationalen Kulturfonds vom Rumänischen Kulturministerium cofinanzierten Projektes waren die Galerie Elite Art, die Nationale „George Enescu”-Universität der Künste aus Jassy, die Moldova-Philharmonie Jassy, das Rumänische Kulturinstitut, Accademia di Romania in Rom, der rumänisch-italienische Kulturverein „Propatria”, das Propatria-Festival, der Verein Korrespondenzen Baden-Baden e. V., das Meridian-Festival; SNR-SIMC, ISCM Romanian Section, die Nationale Musikuniversität Bukarest, die Tranzit-Stiftung.
Ob Animation, Experimentalfilm oder hybride Kunstform – jede Station eröffnete eine neue Perspektive auf die Abgründe der modernen Welt. Die traditionellen Sünden Dantes – Wollust, Gier, Zorn, Gewalt – wurden durch zeitgenössische Entsprechungen ersetzt: Hyperkonsum, Informationsmanipulation, visuelle Übersättigung und digitale Entfremdung.
Das Gitarrenduo „HESPERUS” (Costin Soare und Ioan Bănescu) führte mit technischer Präzision und emotionaler Tiefe durch dieses akustische Labyrinth. Ihre Performance verband virtuose Musikalität mit eindringlicher Bühnenpräsenz, während im Hintergrund die visuellen Projektionen eine vielschichtige, fast hypnotische Atmosphäre schufen.
Das Publikum reagierte mit langanhaltendem Applaus und spürbarer Nachdenklichkeit. „Divina Commedia 2.0 – Inferno“ erwies sich nicht nur als multimediales Kunstereignis, sondern auch als Spiegel unserer Zeit – eine Reflexion darüber, wie sich alte menschliche Schwächen in neuen Formen manifestieren. Ein Abend, der noch lange nachhallte.
Ingrid WEISS
Alle Stationen der Tournee
- Oktober: Bukarest, Elite Art Galerie
- Oktober: Jassy, Casa Balș (27. Auflage des Festivals der Rumäischen Musik)
- Oktober: Rom, Accademia di Romania/Rumänisches Kulturinstitut (15. Auflage des Pro Patria Festivals)
- Oktober: Baden-Baden, Alter Rathaussaal
- Oktober: Wien, Rumänisches Kulturinstitut
- November: Bukarest, UNMB-Auditorium (20. Auflage des Internationalen „Meridian – SONIMAGICON”-Festival)
- November: Klausenburg, Casa Tranzit
Nähere Auskünfte unter:
www.divinacommedia.ro
www.facebook.com/divinacommediainferno
www.facebook.com/kitharalogos