Zu Gast bei dem 23. VLÖ-Volksgruppensymposium in Wien
Ausgabe Nr. 2933

Die Volkstanzgruppe des Jugendforums Hermannstadt zusammen mit Sebastian Arion (4. v. l), Bundeskanzler Dr. Christian Stocker (Bildmitte), Norbert Kapeller (4. v. r.) und Bernard Gaida (3. v. r.). Fotos: Harald HARTL
Unter dem Motto „80 Jahre – Vertriebene und Verbliebene – In zwei Welten“ hat vom 15. bis 16. Oktober 2025 im Haus der Heimat in Wien das 23. Volksgruppensymposium des Verbands der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich (VLÖ) stattgefunden. Als Forum zwischen Erinnerung, Verantwortung und Zukunft bot das Symposium viele eindrucksvolle Impulse. Über 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Diplomatie, Wissenschaft und Kultur kamen zusammen. Sie sprachen über Geschichte, Verantwortung und die Zukunft der deutschen Volksgruppen in Europa. Sebastian Arion hat als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) daran teilgenommen und zugleich als Leiter der Siebenbürgisch-Sächsischen Volkstanzgruppe des Jugendforums Hermannstadt ein Stück lebendige Tradition nach Wien gebracht. Lesen Sie im Folgenden seinen Bericht über diese Veranstaltung.
Gemeinsam mit Dr. Paul Jürgen Porr, dem Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR), nahm unsere Tanzgruppe am Symposium teil. Wir bedanken uns herzlich bei den Veranstaltern und beim VLÖ für die Einladung. Sie gaben uns die Möglichkeit, die Tradition der Siebenbürger Sachsen durch Tanz den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Europa zu zeigen.
Unser Auftritt war weit mehr als ein kultureller Beitrag. Er war ein starkes Zeichen dafür, dass unsere Gemeinschaft lebt – getragen von der Jugend. Wenn junge Menschen in Tracht tanzen und die Rhythmen ihrer Vorfahren mit Stolz zeigen, wird Geschichte greifbar. Tradition stirbt nie, solange die Jugend sie pflegt.

Der DFDR-Vorsitzende Dr. Paul-Jürgen Porr.
VLÖ-Präsident Norbert Kapeller eröffnete die Veranstaltung mit einem klaren Appell an die österreichische Bundesregierung: Das Haus der Heimat soll zu einem modernen Lernort werden. Bundeskanzler Dr. Christian Stocker, Bürgermeister Dr. Michael Ludwig und Karl von Habsburg würdigten die Arbeit des VLÖ. Sie bezeichneten den Verband als „Brückenbauer zwischen den Generationen und Nationen“.
Besonders beeindruckend war die Eröffnung der AGDM-Wanderausstellung „In zwei Welten – Deutsche Minderheiten stellen sich vor“. Sie zeigt das Leben, die Kultur und die Herausforderungen der deutschen Minderheiten in Europa. Bernard Gaida, Sprecher der AGDM, sagte dazu: „Heimat ist vor allem Sprache.“ Dieser Gedanke begleitet auch unsere Arbeit in der ADJ. Denn Sprache, Tanz und Begegnung sind die Säulen unserer Identität.
Die Teilnahme der Siebenbürgisch-Sächsischen Volkstanzgruppe des Jugendforums Hermannstadt war ein besonderes Zeichen der Verbundenheit zwischen den Volksgruppen. Für die Jugendlichen aus Hermannstadt war es eine wertvolle Erfahrung. Sie präsentierten ihre Kultur außerhalb Rumäniens und fühlten sich als Teil eines größeren europäischen Netzwerks.
Solche Begegnungen schaffen Vertrauen, Freundschaften und neue Perspektiven. Sie zeigen, dass kulturelle Arbeit nicht nur Vergangenheit bewahrt. Vielmehr gestaltet sie Zukunft – eine Brücke aus Tanz, Sprache und Geschichte.
Das VLÖ-Volksgruppensymposium 2025 hat gezeigt: Erinnerungskultur und Jugendengagement gehören zusammen. Nur gemeinsam können wir das Europa von morgen gestalten.