,,Heute ist ein Festtag in unserer Kirche“

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Vierfache Ordination in der evangelischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2930

Die vier frisch Ordinierten nehmen Gratulationen entgegen (v. l. n. r.): Valentin Claudiu Riemer, Maximilian Gerwald Braisch, Britta Susanne Seidner, Mihai Daniel Udrea.                                                             Foto: Beatrice UNGAR

„Heute ist ein Festtag in unserer Kirche. Wir feiern das Fest der Kirche und Gemeinschaft, das Fest der Berufung und des Glaubens. Das ist ein denkwürdiger Tag. Zum ersten Mal nach 1990 findet eine Ordination wieder in Hermannstadt mit so vielen Kandidaten für das geistliche Amt statt.”, sagte Bischof Reinhart Guib in seiner Ordinationsansprache im Gottesdienst am Samstag, den 27. September d. J. in der voll besetzten evangelischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt. Vier Kandidaten wurden zu Pfarrern der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien ordiniert.

 

Zunächst aber hatte ein Ordinationsgespräch im Bischofshaus stattgefunden, bei dem die Vier ihre Lebensläufe präsentieren mussten. Darauf gemünzt stellte Bischof Guib fest:Der Ruf hat sie alle außerhalb Siebenbürgens ereilt. Bruder Maximilian Braisch ist der Berufung folgend dafür sogar aus Deutschland eingewandert. Bruder Claudiu Riemer, Bruder Mihai Udrea und Schwester Britta Seidner sind nach einigen Jahren in der USA bzw. in Deutschland wieder zurückgekehrt und Bruder Udrea hat sogar aus nicht sächsischen-evangelischen familiären Zusammenhängen zur Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien gefunden. Dass unzählige Gebete, Begegnungen und Begleitung von lieben Menschen dazu geführt haben ist Wirklichkeit und dennoch großes Wunder. Jeder ist seinen ganz persönlichen Weg gegangen. Der hat sie über Umwegen, die Jahre gedauert und über viele Stationen führten, nun dennoch in den Hafen der Theologie und unserer Kirche münden lassen. Die Sehnsucht nach Siebenbürgen, der Gemeinschaft in der Kirche, dem Engagement sinnvoll sich für den Dienst am Menschen einzusetzen, vom Glauben an Jesus Christus erfüllt sein und in seinem Namen zu wirken, hat sie bei allem Erlebten nicht losgelassen. Guib betonte auch, dass die Gemeinden darauf warten, dass die Ordinierten sie als Pfarrer – d. h. als Hirten, als Priester, als Lehrer – zurüsten und ihnen in guten wie schweren Zeiten treu und fest beistehen: Das könnt ihr nicht alles und nicht allein. Aber ihr könnt euch von den Heiligen die euch umgeben – im Gebet tragen, im Gespräch aufrichten, im Dienst helfen lassen. Ihr seid nicht zu Einzelkämpfern bestimmt, sondern zu Wegbegleitern, Mithelfern und Gemeinschaftsmitstiftende. Es gibt da viele ehrenamtliche Mitarbeiter von den Kuratoren, Kirchenvätern, Presbytern, Gemeindevertreter, Lektoren, bis zu den Hütern der Kirche, die sich nicht zu schade sein werden ihrem Pfarrer und ihrer Pfarrerin und damit ihrer Gemeinde einen Dienst der Liebe zu erweisen. Das Priestertum aller Getauften will kein Fremdwort in unserer Kirche sein. Es will gelebt, es will zum Glauben und zur Gemeinschaft einladen.

Den Gottesdienst gestalteten Pfarrer Stefan Cosoroabă, der die Kandidaten des geistlichen Amtes in ihrer Vikariatszeit betreut hatte, Bischof Reinhart Guib, Bischofsvikar Dr. Daniel Zikeli und Pfarrer Gerhard Servatius-Depner (V. l. n. r.), musikalisch begleitet wurde die Feierlichkeit vom Hermannstädter Bachchor mit Verstärkung vom Harbachtalchor unter der Leitung von Musikwart Jürg Leutert.                   Foto: Beatrice UNGAR

Pfarrer Maximilian Gerwald Braisch wird den geistlichen Dienst im Gemeindeverband Bartholomä-Honigberg versehen, Pfarrer Valentin Claudiu Riemer in der Honterusgemeinde Kronstadt, Pfarrer Mihai Udrea in der Kirchengemeinde Mediasch und Pfarrerin Britta Susanne Seidner in dem Gemeindeverband Fogarasch.

Der Gottesdienst endete mit dem Heiligen Abendmahl und danach gratulierten die Anwesenden den vier Ordinierten vor der Kirche.

Beatrice UNGAR

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Kirche.