Der Verein hinter der Boxgala ,,Cupa Sibiană de Box“
Ausgabe Nr. 2927

Die Trainer Adrian Panainte (links) und Daniel Olteanu.
Foto: Lena KANTERT
Der Hermannstädter Boxverein ACS Pugilistic Sibian hat vor kurzem die erste offizielle Boxgala „Cupa Sibiană de Box 2025” organisiert. Der Sitz des Vereins befindet sich etwas versteckt auf der Str. Dorobanţilor 5 unweit des Bahnhofs. Eine Treppe führt direkt in die Vereinsräume. Um u. a. zu den Trainingsräumen zu gelangen, muss man zuerst einen Raum voller Zeitschriften, Fotos und Medaillen durchqueren.
Dieser Raum sei wie ein kleines Museum, wie Präsident Dragoș Nicolae Enescu erklärt. Hier stellen sie neben anderen Dingen die Geschichte und Erfolge der beiden Coaches Adrian Panainte und Daniel Olteanu aus.
Panainte gilt als Gründer des seit 2021 bestehenden Vereins und hat selbst mit 13 Jahren angefangen zu boxen. Fünf bis sechs Jahre später zog er nach Italien, wo er das Boxen weiter auf Leistungsebene betrieb. Nach 20 Jahren kehrte er mit seiner Familie nach Rumänien zurück und baute mit den beiden anderen Vereinsgründern Dan Trană, Alexandru Neacșu und der Unterstützung seiner Freunde ACS Pugilistic Sibian – bis 2022 noch Club Sportiv Pugilistic Sibian – auf. Mittlerweile hat der Verein nach eigenen Angaben die C.I.S.-Zulassung – eine Sportidentitätsbescheinigung, die einem Verein die Anerkennung als sportliche Struktur verleiht – für die Sektion Box erhalten und ist dem Rumänischen Boxverband (FRB) angeschlossen. Neben dem Gründer und Coach Panainte beschäftigt der Verein seit 2022 auch dessen ehemaligen Kollegen Olteanu als Trainer.
2024 zeigte sich deutlich der Erfolg des Vereins, als der Schüler Robert Eduard Samu mit 14 Jahren den Landesmeistertitel in der Kadettenkategorie 80 kg gewann. Die Kadettenkategorie im Boxen ist für Boxer der Altersklasse U15 bestimmt. Außerdem werden die Kämpfer in verschiedene Gewichtsklassen unterteilt. Hier: 80 kg.
Doch was braucht es, um erfolgreich zu boxen? Keine Frage, die man leicht beantworten könne, sagt Panainte. Es gäbe viele Dinge, die man dazu brauche. Wichtig seien zum Beispiel tägliches Training und Leidenschaft. Letzteres ist genau das, was auch den Coach und Gründer dem Boxen treu bleiben ließ und zu der Entstehung des Vereins führte. „Die Kunst des Boxens – wie ich es gerne nenne – ist keine rohe Gewalt, sondern mit viel Disziplin verbunden“, betont der Kampfsportler. Für die Zukunft wünschen er und seine Kollegen sich einen eigenen Standort für den Verein. Einen Standort, der nicht angemietet ist, sondern dem Verein gehört.
Geht man durch das Vereinsmuseum an einer Wand vorbei, die einige der errungenen Medaillen von Panainte und Olteanu zeigen, gelangt man in einen Flur, der direkt zu den Umkleiden und Trainingsräumen führt. Täglich ab 19 Uhr findet das Training statt. Für zum Beispiel 200 Lei können sowohl Kinder, als auch Erwachsene als Mitglieder lernen, wie man sich im Ring behauptet. Insgesamt zählt der Verein 40 Mitglieder – 36 männliche und vier weibliche Sportler. Das jüngste Mitglied ist schon seit knapp zwei Jahren dabei und mittlerweile neun Jahre alt.
Lena KANTERT