Plädoyer gegen den Krieg

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Studierende spielen Brechts ,,Mutter Courage”

Ausgabe Nr. 2920

Szenenfoto aus „Tinerețe fără bătrânețe și viață fără de moarte”. Die Produktion geht Ende Juli auf Tournee nach Constanța. Davor aber gibt es noch eine Aufführung am Donnerstag, dem 24. Juli, 19 Uhr, im Cavas-Saal der ULBS.                                                                               Foto: Carol HRUBY

Mit dem Stück „Mutter”, einer Inszenierung von Dumitru Acriș nach „Mutter Courage und ihre Kinder” von Bertolt Brecht und „Tinerețe fără bătrânețe și viață fără de moarte” nach Petre Ispirescu, Regie und Choreographie Ștefan Lupu, hat sich das Departement für Schauspielkunst der Hermannstädter Lucian Blaga-Universität (ULBS) an dem Festival der Theater- und Kulturmanagement-Universitäten beteiligt. An dem Festival, das zum elften Mal im Rahmen des 32. Internationalen Hermannstädter Festivals stattgefunden hat, haben insgesamt 49 Universitäten aus der ganzen Welt teilgenommen.

Wie Regieasistentin Cristina Blaga-Tomuș der HZ erklärte, wurde die rumänische Fassung verwendet, die der Schriftsteller Tudor Arghezi 1958 erstellt hat. Allerdings sei stark gekürzt und viel adaptiert worden.

Mutter Courage und ihre Kinder hat Brecht (1898-1956) in den Jahren 1938/39 unter Mitarbeit von Margarete Steffin im schwedischen Exil verfasst. Inspiriert wurde Brecht von dem Schelmenroman Trutz Simplex oder Lebensbeschreibung der Ertzbetrügerin und Landstörtzerin Courasche (ca. 1669) von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1622-1676). Uraufgeführt wurde Brechts Stück 1941 im Schauspielhaus Zürich unter der Regie von Leopold Lindtberg mit Therese Giehse in der Hauptrolle. Brecht wollte damit Abscheu vor dem Krieg vermitteln und aufzeigen, was dieser aus den Menschen macht. Auch wenn es im Dreißigjährigen Krieg zwischen 1624 und 1636 spielt, aber vor dem anstehenden Krieg warnt, der heute als Zweiter Weltkrieg in die Geschichte eingegangen ist, ist das Stück auch heute brandaktuell.

Szenenfoto aus „Mutter” mit Ania Petrean (links, als Marketenderin Anna Fierling) und Theodora Constantin (Kattrin).        
Foto: Răzvan OLTEAN

Die Geschichte der Marketenderin Anna Fierling (Mutter Courage), die versucht, ihr Geschäft mit dem Krieg zu machen, und dabei ihre drei Kinder (Eilif, Schweizerkas, und Kattrin) verliert, hält jedem und jeder den Spiegel vor, der oder die meint, Krieg bringe Gewinn und Chancen.

Die Absichten Brechts zeichnet Regisseur Dumitru Acriș in bewährter Weise deutlich nach. Die Inszenierung ist eine klare Botschaft an alle Kriegsbegeisterten. In jeder Minute dieser Inszenierung scheint Acriș durch die ausgezeichnet eindrücklich von den Studierenden der Schauspielkunst an der ULBS dargestellten Charaktere den Zuschauern zuzurufen: Egal, wie geschickt ihr euch anstellt, ihr werdet scheitern und eure Lieben verlieren.

Die Inszenierung wurde ebenso wie die nach Ispirescu im neuen Cavas-Saal der ULBS in der Seilergasse/Str. Banatului 12 aufgeführt.

Beatrice UNGAR

 

Besetzung

Darsteller: Ania Petrean, Ana Ștefan, Andreea Stanciu, Alexia Marcu, Alexandru Bumbeș, Bogdan Liscan, Dimitrie Bujor, Fabian Toderică, Ionuț Arin, Iuliana Dogaru, Sorana Hongu, Mădălina Foficaș, Mihai Mocanu, Sorana Ilie, Theodora Constantin, Veronica Odagiu.

Regie und Textadaption:

Dumitru Acriș

Regieassistentin:

Cristina Blaga-Tomuș

Projektmanager: Luminița Bîrsan

Lightdesign: Dorin Părău

Tontechnik: Cătălin Bobariu

Video: Cătălin Cora

 

 

 

 

 

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Theater.