,,Mit Abstand der wichtigste Standort”

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20 Jahre Wenglor-Niederlassung in Hermannstadt gefeiert

Ausgabe Nr. 2777

Der amtierende Geschäftsführer der Hermannstädter Niederlassung Herbert Oprea, der Firmengründer Dieter Baur und dessen Sohn Rafael Baur (v. l. n. r.). Foto: Werner FINK

Vergangenen Freitag feierte Wenglor 20 Jahre seit der Gründung der Niederlassung in Hermannstadt, eine Zeit in der hier bemerkenswerte Ergebnisse erreicht wurden. Seit 2002 wurden im Hermannstädter Standort über 12 Millionen Sensoren produziert. Weiterhin wurden hier 500 neue Produkte konzipiert, innovative Sensoren, die dazu beigetragen haben, dass Wenglor auf dem Weltmarkt wächst. Über 1.500 Kunden wurden landesweit bedient und mehr als 1.000 Angestellte betraten die Schwelle des Unternehmens, wobei heute hier 350 Mitarbeiter aktiv sind. ,,Ich bin stolz, dass wir die Entscheidung so getroffen haben”, sagte Firmengründer Dieter Baur, der sich damals für Hermannstadt als den Standort der neuen Niederlassung entschied. 

,,Wir können sagen Wenglor war ein Wegbereiter”, unterstrich Herbert Oprea, Geschäftsführer der Hermannstädter Niederlassung seit 2008. ,,Wenglor war eines der ersten Unternehmen die hier investiert haben und dadurch ein Beispiel für andere Unternehmen.” Oprea erinnerte sich, wie vor 16 Jahren der damalige Direktor Martin Baur nützliche Ratschläge für die zukünftigen Expats erteilte, die in Hermannstadt investieren wollten. Es ging um Kindergärten, Schulen.

Ein Unternehmen müsse über ein geeignetes Umfeld verfügen um sich entwickeln zu können, und dieses Umfeld sei von der Stadt Hermannstadt und ihren Menschen geboten worden, sowohl von Unternehmen, als auch von öffentlichen Institutionen, von Non-Profit-Organisationen, und nicht zuletzt von den Universitäten. Eine große Zahl von Absolventen der ULBS fanden eine Stelle bei Wenglor, als auch bei vielen anderen Unternehmen in Hermannstadt. Mit der Fundația Comunitară Sibiu wurden gemeinsam zahlreiche Projekte für die Gemeinschaft durchgeführt und beim Bürgermeisteramt Hermannstadts fand man immer eine offene Tür vor, für jedwelches Problem. Einige gemeinsame Projekte wurden auch mit dem Bürgermeisteramt durchgeführt.

Das Wenglor-Werk unweit des Viadukts am Kleinen Bahnhof.                          Foto: Werner FINK

Weiterhin wurden in dieser Zeit eine Wirtschaftskrise, eine sanitäre Krise und alle anderen Herausforderungen gut überstanden.

In der nahen Zukunft möchten Wenglor in Hermannstadt die Produktionskapazitäten erweitern, und neue Sensorreihen in Hermanntadt produzieren. So möchte man weiterhin Personal anstellen. Um noch effizienter zu werden, werden neue und zunehmend automatisierte Anlagen angeschafft mit deren Hilfe man u.a. die Qualität der Produkte steigern möchte. ,,Wir werden auch in die Entwicklungsabteilung investieren, insbesondere was die  Softwareentwicklung betrifft, weil unsere Produkte immer intelligenter werden”, sagte Oprea.

,,Vor 40 Jahren hatte mein Vater großen Pioniergeist. Er hatte eine Idee für einen optischen Sensor und hat die wenglor sensoric gegründet”, sagte Rafael Baur, Geschäftsführender Gesellschafter bei Wenglor. ,,Heute sind unsere Produkte weltweit im Einsatz und nicht mehr wegzudenken.” Das inhabergeführte Familienunternehmen wurde 1983 von Dieter Baur gegründet und wird seit 2010 von seinen beiden Söhnen Fabian und Rafael Baur in zweiter Generation geleitet. Die Sensoren von Wenglor sollen in großen Amazon-Lagern vorkommen, aber auch in der Automobilproduktion bei Mercedes, Volkswagen, Audi u. a. ,,Vor 20 Jahren hat mein Vater erneut sehr großen Pioniergeist bewiesen und hat eine Entwicklung und eine Produktion hier in Hermannstadt gegründet. Heute wissen wir, dass das genau der richtige Ort war, genau die richtige Entscheidung. Damals war es noch eine mutige Entscheidung, als erste den Schritt zu gehen, und eine Sache zuerst machen, vor den anderen.”

Mittlerweile verfügt Wenglor weltweit über vier  Produktionsstandorte, davon soll der Standort in Hermannstadt ,,mit Abstand der wichtigste” sein. Über 90 Prozent der Produkte werden hier produziert. Als im Jahr 2021 mit 60 Prozent mehr produziert werden musste als im Jahr davor, verstand es der Standort in Hermannstadt die neue Herausforderung zu meistern. ,,Was mich immer aufs Neue erfreut, ist, dass wir uns zu mindestens 200 Prozent auf unser Managementteam hier in Hermannstadt verlassen können”, unterstrich Rafael Baur. Wenglor beschäftigt übrigens in den vier Standorten zur Zeit etwa 1.000 Mitarbeiter.

Dieter Baur, Firmengründer und bis 2018 Geschäftsführer der wenglor sensoric GmbH erzählte, wie es dazu gekommen ist, dass Hermannstadt als Standort gewählt wurde. Er war mit einer Reisetour der Baden-Württembergischen Regierung nach Rumänien gefahren, auf der Suche nach einem Standort. ,,Dann habe ich die Berge gesehen, dann habe ich die Leute gesehen. Ich habe gesagt: Ich bin zuhause”, sagte Baur. Mit der Kontaktperson von der Deutsch-Rumänischen Stiftung hat er sich von Anfang an gut verstanden. Außerdem wurde der damalige Bürgermeister, der heutige Präsident, genau an dem Tag zum Bürgermeister gewählt, als sie da waren. ,,Ich bin stolz, dass wir die Entscheidung so getroffen haben”, sagte Firmengründer Dieter Baur.

Von den 13-14 Mitarbeiter mit denen in Hermannstadt angefangen wurde, sind einige immer noch bei der Firma tätig und sie waren bei der Feier dabei.

Werner FINK

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Wirtschaft.