„Auch für uns eine Freude”

Jahrmarkt der traditionellen Handwerke hat im Freilichtmuseum stattgefunden

Ausgabe Nr. 2735

Opanken (Bundschuhe) verkauft der Handwerker Alexandru Ilinca aus Râmnicu Vâlcea seit vielen Jahren in Hermannstadt, immer beim Jahrmarkt der traditionellen Handwerker, der an Mariä Himmelfart im Freilichtmuseum organisiert wird. Foto: Ruxandra STĂNESCU

 

Genau 8.247 Besucher wurden an diesem Wochenende im Freilichtmuseum organisiert, mit vier Events für Groß und Klein wurden die Besucher angelockt: Jahrmarkt der traditionellen Handwerke, Hermannstädter Markt (Stolzenburg/Sliminc und Sadu), Hirtenhochzeit und Workshop für Schafsprodukte und „Piraten, Handwerke, Schätze”.

 

Das wichtigste Ereignis war der Jahrmarkt, der hier im Museum seit 38 Jahren organisiert wird. 250 Handwerker wurden dieses Jahr eingeladen, etwa gleich viele wie im Vorjahr auch, erklärte Alina Matei, die auch dieses Jahr das Organisationsteam geleitet hat.

Auf der Allee vom Dorfplatz bis zu der Holzkirche aus Bezded und auf der paralell verlaufenden Allee wurden die Präsentationsstände aufgestellt, so dass die Besucher nicht nur sehr schöne und traditionell hergestellte Objekte betrachten und kaufen, sondern auch einen schönen Spaziergang machen konnten. Viele der Besucher waren Touristen, die von der Geschäftigkeit im Freilichtmuseum überrascht waren.

Im Vorjahr und auch dieses Jahr wurden mehr traditionelle Handwerker eingeladen, denn die Pandemiezeit hat sie besonders hart getroffen: Viele von Ihnen verkaufen ihre Ware hauptsächlich auf den Märkten.  Auch wenn sie sich in den letzten Jahren auch teilweise angepasst haben, und teils online verkaufen, sind sie doch lieber auf den Märkten, in Kontakt zu den anderen Meistern, zum Publikum und auch zu den Museumsangestellten.

In der Gegend von Korund gibt es eine weitere Tradition außer der Keramik, allerdings mit großem Seltenheitswert weltweit: Aus dem Zuderschwamm (Fomes fomentarius; rum. iască), der Buchenwälder in höheren Lagen bevorzugt und wegen der Abholzung immer schwerer zu finden ist, werden noch traditionelle Hüte und Handtaschen hergestellt, dazu auch viele moderne Kleinigkeiten, wie Brillen- und Handyputztücher und Magnete. Das lederartige Material erkennen nur noch ältere Kunden. Der beim Verbrennen der Pilzreste entstandene Rauch wird in der Imkerei eingesetzt.         Foto: Ruxandra STĂNESCU

Auch wenn viel Arbeit hinter der Organisation eines solchen Events steckt, um hunderte Personen einzuladen, unterzubringen und zu verpflegen, waren nicht nur die Organisatoren und die Handwerker, sondern besonders das Publikum begeistert, denn es gab wirklich alles, was das Herz begehrt. Von Leder bis Filz und von Holz bis Keramik war das Angebot sehr reichhaltig. Viele der Künstler, die auch online verkaufen, haben sich soweit modernisiert, dass man teils sogar mit Handy-Bankkarte oder Überweisung bezahlen kann, was besonders bei größeren Käufen wichtig ist. Und wer nicht genau das finden konnte, was er sich wünschte, konnte es gleich passend bestellen.

Zeitgleich fand die Schülerolympiade der Handwerke im Freilichtmuseum statt, dieses Jahr wurden die jungen Talente von zwei Rudersportlern besucht und angespornt, die bei der Olympiade in Tokio Medaillen gewonnen haben: Nicoleta Ancuţa Bodnar (Goldmedaille im Doppelzweier der Frauen) und Mihăiţă Vasile Țigănescu (Silbermedaille im Vierer ohne Steuermann). Die Beiden besuchten danach das Museum zusammen mit der stellvertretenden Direktorin Mirela Creţu (links) und wurden von den Besuchern auch erkannt, die sich mit ihnen fotografieren ließen.Foto: Ruxandra STĂNESCU

Außer Besichtigen und Kaufen bei den schon ausgebildeten Künstlern gab es eine ganz besondere Sektion des Marktes: Gewinner der Schülerolympiade im traditionellen Handwerk aus den Vorjahren zeigten ihr Können.

Natürlich konnte das kulturelle Programm nicht fehlen, es gab Tanz und Musik auf einer Bühne, die auf dem Dorfplatz des Museums aufgestellt worden war. Und weil zu Volksmusik traditionelles Essen passt, gab es Gerichte aus der Hermannstädter Gegend, aus Stolzenburg und aus Sadu.

„Für uns als Organisatoren und auch für mich persönlich bringt dieser Markt viel Freude mit”, erklärte Alina Matei, „unsere Freude, mit den Volkskünstlern zusammen zu sein, sowohl mit den älteren, als auch mit denjenigen, die am Anfang des Weges stehen, Freude, dem Publikum mit diesem Angebot entgegen zu kommen, die traditionellen Handwerke aus Rumänien  vorzustellen. Dieser Markt ist immer erfolgreich, aber dieses Jahr waren die Volkskünstler begeistert, denn es war viel Publikum, das viel Interesse gezeigt hat – es gab auch Vorführungen –  und auch gekauft hat.”

Dabei ist es klar, dass sich alle auf die nächste Auflage freuen – immer zu Mariä Himmelfahrt. Inzwischen hat das  Museum auch an den folgenden Wochenenden ein reichhaltiges Angebot, traditionell und modern.

Ruxandra STǍNESCU

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Tradition.