Die Chemie stimmte

Neujahrskonzert der Hermannstädter Staatsphilharmonie

Ausgabe Nr. 2656

Temperamentvolle Tanzeinlagen boten Laura Daganzo Morales (links) und Carlos Vilan.                                                                    Foto: Artografica

Beim diesjährigen Neujahrskonzert der Hermannstädter Philharmonie konnten die Anwesenden buchstäblich erleben, wie wichtig es ist, dass zwischen Dirigent und Orchester die sprichwörtliche ,,Chemie“ stimmt. An allen drei Abenden – am 9., 10. und 11. Januar – war das spürbar.

Der in Argentinien geborene Dirigent Tulio Gagliardo, der zurzeit Musikdirektor des Opern- und Balletttheaters in Izmir/Türkei ist, hatte mit dem Orchester, den beiden Gesangsolisten und den beiden Tänzern ein abwechslungsreiches Programm einstudiert, bei dem auch das Publikum ab und zu aufgefordert wurde, mitzumachen. So geschehen bei der Arie aus ,,Les filles de Cadix“ von Leo Delibes, wo das Publikum als Chor fungieren durfte. Gagliardo scherzte sogar: ,,Wenn es nicht klappt, kommen alle morgen um 7 Uhr morgens zur Probe.“

Der Tenor Aydin Ustuk (links) und die Sopranistin Svetla Krasteva sangen einige Werke im Duett. Foto: Artografica

Zum Auftakt des ersten Teils des Konzertes erklang der ,,Kaiserwalzer“ von Johann Strauss. Sodann aber waren Werke von spanischen Komponisten angesagt. Die beiden Tänzer legten sich richtig ins Zeug und begleiteten ihre Auftritte mit dem Klang der Kastagnetten. Die Spanierin Laura Daganzo Morales, langjähriges Mitglied des Spanischen Nationalballetts, die heute in Madrid als Ballettlehrerin arbeitet und ihr Partner, der Argentinier Carlos Vilan, heute Tänzer und Choreograph an dem Opern- und Balletttheater in Izmir, sprühten vor Temperament, Orchester, Dirigent und Publikum wurden regelrecht mitgerissen.

Die beiden Gesangsolisten eiferten den Tänzern erfolgreich in Sachen Dramatik nach. Der Türke Aydin Ustuk (Tenor) unterrichtet derzeit am Konservatorium in Istanbul und ist dort auch Solist der Staatsoper. Seine Kollegin Svetla Krasteva (Sopran) ist in Bulgarien geboren, hat aber spanische Wurzeln.

Der Dirigent Tulio Gagliardo rief das Publikum zum Mitsingen auf. Foto: Artografica

Zum Abschluss des ersten Teiles traten alle Solisten gemeinsam auf, sodass man bangen musste um das Dirigentenpult, so eng war der Zwischenraum zwischen Bühnenrand und Orchester. Aber sie schafften es selbstbewusst und im zweiten Teil kamen dann bekannte, man darf ruhig behaupten ,,Ohrwürmer“ zu Gehör. So z. B. ,,Granada“ von Agustin Lara oder ,,Dein ist mein ganzes Herz“ aus Franz Lehárs Operette ,,Im Land des Lächelns“.

Und natürlich gab es als obligatorische Zugabe den ,,Radetzkymarsch“ von Johann Strauss Vater, bei dem dann das Publikum mitklatschen durfte.

Beatrice UNGAR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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