Zweimal Béla Bartók

Musikalische Streiflichter aus Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2631

Das finnische Streichorchester Collegium Musicum Lohja konzertierte auf seiner ersten Rumänienreise am Freitag der Vorwoche in der Johanniskirche. Unser Bild: Dirigent Harri Kerko singt „Amazing Grace“ mit dem Rücken zum Orchester.                                                     
Foto: Fred NUSS

Musikliebhaber kamen schon beim Theaterfestival nicht zu kurz und wurden und werden auch weiterhin verwöhnt. Zuletzt vom 23. bis 30. Juni im Rahmen der 16. Auflage der Rumänisch-amerikanischen Musiktage mit vier außergewöhnlichen Konzerten sowie mit einem Auftritt des finnischen Streichorchesters Collegium Musicum Lohja am 28. Juni in der Johanniskirche. Es folgt nun das 24. Carl Filtsch-Festival, das mit einem Klavierabend zum Gedenken an den Initiator Peter Szaunig am Dienstag, den 9. Juli, 19 Uhr, im Thaliasaal eröffnet wird.

 

Das Trio Daniel Szasz, Yakov Kasman und Makcim Fernandez-Samodaiev (v. l. n. r.) konzertierte am Donnerstag der Vorwoche.     
Foto: ArtoGrafica

Die von dem aus Hermannstadt stammenden Geiger Daniel Szasz initiierten und von der Hermannstädter Staatsphilharmonie nun schon zum 16. Mal veranstalteten Rumänisch-amerikanischen Musiktage wurden am 23. Juni mit einem gemeinsamen Konzert des Kammerorchesters „Camerata Cibiniensis“ und des Bläserensembles der US-Luftstreitkräfte (US Air Force in Europe Band) eröffnet, unter der musikalischen Leitung des Dirigenten Scott Speck. Dieser dirigierte auch das Abschlusskonzert am Sonntag, den 30. Juni, auf dem Großen Ring, in dem sinfonische Tänze zu Gehör kamen. Zum Auftakt waren es Alexander Borodins „Polowetzer Tänze“ aus seiner unvollendeten Oper „Fürst Igor“, es folgten Werke von George Gershwin, Johann Strauss, Aaron Copland, Leonard Bernstein, Johannes Brahms und Bela Bartok. Dessen „Rumänische Tänze“ hatte auch das finnische Streichorchester dargeboten.

Der Pianist Yakov Kasman (3. v. l), der Klarinettist Ciprian Dancu und der Dirigent Scott Speck (v. l. n. r.) waren die Hauptakteure des Abschlusskonzerts der 16. Rumänisch-amerikanischen Musiktage am Sonntag Abend auf dem Großen Ring .                                               
Foto: Elena UCENIC

Ein musikalischer Leckerbissen war das Konzert des Trios Daniel Szasz (Geige), Yakov Kasman (Klavier) und Makcim Fernandez-Samodaiev (Cello) am 27. Juni. Zum Einstieg spielten sie die Lointaine-Serenade von George Enescu und danach das knapp 45 Minuten lange Trio op. 50 für Geige, Cello und Klavier von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, das dieser „einem großen Künstler“ gewidmet hatte. Kasman erläuterte, dass es sich dabei um den Pianisten Nikolaj Rubinstein handele, dessen plötzlicher Tod Tschaikowski sehr berührt hatte. So sehr, dass er seine bis dahin vor dem Komponieren eines Trio zu dieser Zusammensetzung geäußerten Bedenken außen vor gelassen habe. Das Ergebnis ließ sich hören und wurde von dem Publikum mit minutenlangem Stehapplaus belohnt.

Beatrice UNGAR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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